Gestern FC Bayern, heute ... So läuft's für Thiago und Co.
Obwohl der FC Bayern in der abgelaufenen Spielzeit alles abräumte, was es zu holen gab, sah sich der Rekordmeister im Sommer abermals mit einem Umbruch konfrontiert. Schließlich verließen gleich mehrere Triple-Sieger wie Thiago und Ivan Perisic den Klub. Doch nicht jeder Spieler konnte sofort an die Leistung aus Münchener Tagen anknüpfen. So schlagen sich die Ex-Bayern-Stars bei ihren neuen Klubs.
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Für einen kurzen Moment schien Thiago ganz alleine im Estádio de Luz zu sein.
Der Spanier lag nach dem 1:0-Erfolg des FC Bayern im Champions-League-Endspiel gegen Paris Saint-Germain auf dem konfettibedeckten Rasen, herzte den Henkelpott innig und verdrückte dabei auch die eine oder andere Träne.
Auf den Tag genau vier Monate ist es nun her, dass der deutsche Rekordmeister mit dem Finalsieg in Lissabon zum zweiten Mal nach 2013 das Triple holte.
Mit dem Gewinn des DFL-Supercups (3:2 gegen Borussia Dortmund) sowie des europäischen Pendants (2:1 n.V. gegen den FC Sevilla) setzten die Münchener wenig später dem Fabeljahr 2020 sogar noch die Krone auf. Thiago weilte zu jenem Zeitpunkt jedoch nicht mehr an der Säbener Straße. Der 29-Jährige suchte im vergangenen Sommer eine neue Herausforderung und schloss sich für eine kolportierte Ablöse in Höhe von 30 Millionen Euro dem FC Liverpool an.
Es war jedoch bei Weitem nicht der einzige Abgang, den die Münchener verkraften mussten. Doch wie schlagen sich die Ex-Bayern-Stars bei ihren neuen (zum Teil auch alten) Arbeitgebern?
Thiago (FC Liverpool)
Obwohl die historische Triple-Saison des FC Bayern nun schon vier Monaten zurückliegt, war sie am Ende der vergangenen Woche doch noch einmal allgegenwärtig.
Als Belobigung für seine herausragenden Leistungen wurde Thiago gemeinsam mit seinen Ex-Teamkollegen Alphonso Davies, Joshua Kimmich und Weltfußballer Robert Lewandowski in die FIFA-Weltelf des Jahres berufen.
Ein willkommenes Erfolgserlebnis für den 29-Jährigen nach turbulenten Wochen bei seinem neuen Arbeitgeber, dem FC Liverpool. Thiago sollte dem Team von Jürgen Klopp seinen Stempel aufdrücken und der neue Taktgeber im Mittelfeld werden - doch es sollte alles anders kommen.
Nachdem der Spanier bei seinem Debüt Ende September gegen den FC Chelsea (2:0) mit 89 Ballkontakten in einer Halbzeit gleich einen neuen Premier-League-Rekord aufstellte, setzte ihn zunächst eine COVID-19-Infektion außer Gefecht.
Fast vier Wochen später, bei seinem Comeback, verletzte ihn Evertons Richarlison im Merseyside-Derby nach einem brutalen Foul so schwer am Knie, dass für den Ex-Münchener bislang kein weiterer Einsatz im Trikot der Reds dazukommen sollte. "Wir sollten ihn im Januar verpflichten", scherzte Teammanager Jürgen Klopp anschließend mit Galgenhumor, machte zuletzt aber auch leise Hoffnungen auf ein baldiges Comeback
"Er ist auf einem guten Weg, aber wir werden es nicht überstürzen. Natürlich ist es schön, dass er auf dem Platz trainiert und viele Sachen macht, aber er war noch nicht im Mannschaftstraining und das ist eigentlich der letzte Schritt", erklärte der Ex-BVB-Coach.
Zweifelsohne würden Thiagos teils außergewöhnliche Qualitäten der Klopp-Elf im engen Titelrennen gut zu Gesicht stehen.
Philippe Coutinho (FC Barcelona, Leihende)
Nach seinem alles in allem recht glanzlosen Abschied vom FC Bayern schien der 28-Jährige mit etwas Verspätung doch noch den Durchbruch beim FC Barcelona zu schaffen. Coutinho spielte sich nach seiner Rückkehr schnell im Offensivensemble der Katalanen fest und konnte in den ersten fünf Partien vier Scorerpunkte verbuchen (zwei Tore, zwei Vorlagen).
Wie bei nahezu allen Barça-Stars zeigte auch die Formkurve des Brasilianers im Laufe der Spielzeit jedoch stetig nach unten. Der Spielmacher büßte in den Folgewochen doch deutlich an jener Effektivität ein, die ihn zu Beginn der Saison noch auszeichnete und erzielte nur noch ein Tor in den folgenden neun Spielen. Zu allem Überfluss musste er aufgrund einer Oberschenkelverletzung früh in der Saison passen.
Trotz aller Rückschläge baut Barça-Coach Ronaldo Koeman weiter auf den 28-Jährigen. "Ich mag ihn sehr, weil er eine außergewöhnliche Qualität im Angriff hat. Er hatte einige Beschwerden und muss jetzt arbeiten", so der ehemalige Bondscoach der Niederlande.
Zur allgemeinen Überraschung machten zuletzt in Spanien jedoch Berichte die Runde, dass Barça aufgrund ihrer wirtschaftlich prekären Lage angeblich zu einem Verkauf des Spielmachers gezwungen sei.
Eine weitere Wechsel-Odyssee ist für den Ex-Münchener bereits in naher Zukunft somit nicht ausgeschlossen.
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Phillipe Coutinho - FC Barcelona
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Ivan Perisic (Inter Mailand, Leihende)
Nach seinem einjährigen Intermezzo beim FC Bayern ging es für den kroatischen Vizeweltmeister im Sommer zurück in die Stadt der Mode, wo er sich nahtlos in das Mannschaftsgefüge einreihte. Zum Ende des Kalenderjahres stehen für Perisic immerhin 19 Einsätze zu Buche (zwei Tore, drei Vorlagen).
Zur Wahrheit gehört jedoch auch, dass Perisic aufgrund der Mehrfachbelastung ähnlich wie beim FC Bayern fast regelmäßig zwischen Ersatzbank und Startelf pendelt. Lediglich in elf Partien brachte Inter-Coach Antonio Conte den 31-Jährigen von Beginn an.
Besondern gegen offensivstarke Gegner gab Conte oftmals Altmeister Ashley Young auf der linken Seite im 3-5-2-System den Vorzug. So verwundert es kaum, dass Perisics zweites Engagement bei Inter früher enden könnte, als zunächst gedacht.
Italienischen Medienberichten zufolge soll Manchester United bezüglich eines Winter-Transfers angeklopft haben.
Michaël Cuisance (Olympique Marseille, Leihe)
Unmittelbar vor Ende der Sommer-Transferperiode verabschiedete sich auch der ehemalige Gladbacher aus der bayerischen Landeshauptstadt.
Nachdem Cuisance bei Premier-League-Aufsteiger Leeds United durch den obligatorischen Medizincheck flog, fiel die Wahl letztlich auf Olympique Marseille. "Ich bin glücklich, ich habe mein Lachen wiedergefunden", erklärte der Mittelfeld-Regisseur nach seinem Debüt gegen Girondins Bordeaux (3:1).
In der Tat schien der 21-Jährige in der französischen Hafenstadt sein Glück gefunden zu haben. Mit Cuisance in der Startformation gewann Marseille jedes seiner sechs Ligue-1-Spiele. Insgesamt kam die Leihgabe in 14 Partien zum Einsatz (ein Assist).
Doch gegen Ende des Jahres drehte sich der Wind. In drei der vergangenen vier Partien musste Cuisance mit einem Platz auf der Bank vorlieb nehmen.
Dennoch hält OM-Coach André Villas Boas nach eigenen Aussagen große Stücke auf seinen Schützling: "Er ist ein sehr guter Spieler, wir glauben sehr an ihn."
Fakt ist: Marseille besitzt eine Kaufoption, die sich dem Vernehmen nach auf rund 18 Millionen Euro belaufen soll. Trotz seiner derzeitigen Reservisten-Rolle stehen die Zeichen auf Verbleib. "Wir möchten, dass er hierbleibt", betonte Villas-Boas.
Álvaro Odriozola (Real Madrid, Leihende)
Auf ganze 57 Minuten Einsatzzeit brachte es Odriozola seit seiner Rückkehr im vergangenen Sommer zu den Königlichen. Für den 25-Jährige gibt es bislang kein Vorbeikommen an Dani Carvajal, der bei Real rechts hinten nach wie vor eine Institution ist.
Bitter für Odriozola: Als sich Carvajal zu Beginn der Saison verletzte (Innenband), musste auch der ehemalige Münchener aufgrund einer Wadenverletzung passen. Eine Verbesserung der Situation ist auch im neuen Jahr nicht in Sicht.
Adrian Fein (PSV Eindhoven, Leihe)
Der einzige Spieler in der Auflistung, der sich nicht mit dem Titel "Triple-Sieger" schmücken darf.
Der 21-Jährige wurde zu Beginn der vergangenen Spielzeit aufgrund der Überpopulation im Mittelfeld des Rekordmeisters für ein Jahr an den Hamburger SV ausgeliehen. Das gleiche Schicksal ereilte Fein auch in diesem Sommer. Dieses Mal lautete das Ziel jedoch PSV Eindhoven, wo er den deutschen Block um die Ex-Bundesliga-Profis Lars Unnerstall, Philipp Max und Mario Götze ergänzte.
Nachdem der Mittelfeldmann zunächst mit kleineren Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen hatte, zeigte er zuletzt aufsteigende Tendenzen. Im letzten Spiel vor der Winterpause gegen VVV Venlo (4:1) gelang Fein in den Schlussminuten (90.+2) sogar sein Premierentreffer für PSV. "Der beste Weg, das Jahr zu beenden: Mit einem Tor und einem Sieg", war daraufhin auf seinem Instagram-Kanal zu lesen.
Die FCB-Leihgabe wird aller Voraussicht nach auch im kommenden Kalenderjahr zu regelmäßigen Einsatzzeiten kommen. Ob er dies im kommenden Sommer nach seiner Rückkehr zum FC Bayern auch behaupten kann, steht in den Sternen.
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Verstärkung für die Abwehr: Klopp heiß auf BVB-Star
Quelle: Eurosport
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