Bleiben oder gehen? An dieser Personalie hängt Boatengs Verlängerung

Jérôme Boateng hat in der vergangenen Saison zu alter Stärke zurückgefunden und hatte maßgeblichen Anteil am Triple-Gewinn des FC Bayern München. Dennoch stellt sich einmal mehr die Frage nach seiner Zukunft über 2021 hinaus. Der 32-Jährige kann sich mittlerweile einen Verbleib vorstellen, doch der Verein hält sich bedeckt. Die Entscheidung hängt vor allem an der Zukunft eines Mitspielers.

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Am Samstagabend war es mal wieder soweit.
Die Debatte, ob Joachim Löw einen der nach der WM 2018 ausgebooteten Routiniers wieder zurück in den Kader der deutschen Nationalmannschaft holen sollte, ging in die nächste Runde. Ein Thema, das sich seit knapp zwei Jahren wie Kaugummi durch die Länderspielpausen zieht.
Diesmal waren nicht Thomas Müller oder Mats Hummels an der Reihe, sondern Jérôme Boateng, dessen Qualität in der Innenverteidigung Neu-TV-Experte Bastian Schweinsteiger beim knappen 2:1 gegen die Ukraine vermisste.
"Ich persönlich sage immer: Die Besten sollten spielen. Und ich sehe da Jérôme Boateng auf einem sehr hohen Niveau. Das hat man ja auch in der Champions League gesehen", lobte der 36-Jährige in der "ARD".
Worte, die den Bayern-Star sicher geehrt haben. Mit seiner aktuellen Situation hat Boateng aber längst seinen Frieden gefunden. "Es war immer das Schönste, für die Nationalmannschaft zu spielen, aber die Pause hat ihr Gutes. Es ist, wie es ist, ich habe kein Problem damit", erklärte der 32-Jährige im Interview mit dem "Kicker".

Boateng kann sich Verbleib bei Bayern vorstellen

Viel wichtiger ist für Boateng nämlich, wie sich die Dinge auf Vereinsseite beim FC Bayern entwickeln. Denn dort spielt der Weltmeister von 2014 in diesem Jahr um seine sportliche Zukunft.
Der Verteidiger machte keinen Hehl daraus, dass er sich eine Vertragsverlängerung über 2021 hinaus mittlerweile durchaus vorstellen kann: "Meine Kinder fühlen sich hier wohl. Mit Hansi Flick als Trainer und diesem Team macht es extrem viel Spaß."
Vor dem Hintergrund, dass Boateng noch im vergangenen Frühsommer von Ex-Präsident Uli Hoeneß quasi gebeten wurde, die Münchner zu verlassen, beinahe unvorstellbar. Da sich der 32-Jährige jedoch unter Flick unerwartet wieder in die Stammformation spielte und mit David Alaba ein regelrechtes Bollwerk auf dem Weg zum zweiten Triple der Vereinsgeschichte bildete, ist der Gedankengang des Spielers durchaus nachvollziehbar.

FC Bayern: Das Defensiv-Gerüst der Zukunft steht

Aber gilt das auch für den FC Bayern? Fakt ist: Ein Boateng in dieser Form kann jedem Verein der Welt weiterhelfen. Allerdings will der Ex-Nationalspieler auch leistungsgerecht entlohnt werden und wird wohl auf einen langfristigen Vertrag pochen. Mit dann beinahe 33 Jahren.
Und das ist die Krux: Denn mit Niklas Süle (25), Lucas Hernandez (24), Benjamin Pavard (24), Neuzugang Tanguy Nianzou Kouassi (18), Chris Richards (20) und Nachwuchstalent Bright Arrey-Mbi (17) ist der FCB in der Innenverteidigung langfristig bestens aufgestellt.
Auch deshalb hielt sich Hasan Salihamidzic auf einer Pressekonferenz am Montag mit voreiligen Aussagen zurück.
"Wir schätzen Jérôme sehr, er hatte großen Anteil daran, dass wir die Champions League gewonnen haben", sagte der Sportvorstand auf Eurosport-Nachfrage: "Wir werden jetzt versuchen, bis Winter erfolgreich zu sein und dann schauen wir weiter."

Boatengs Zukunft hängt an Alaba

Ganz andere Töne schlug der 43-Jährige dagegen an, als es um Alaba ging, dessen Vertrag ebenfalls im kommenden Sommer ausläuft. "Wir werden David kein Ultimatum setzen und keine Spielchen spielen", so Salihamidzic: "Wir werden versuchen, ihn zu überzeugen, und würden uns freuen, wenn er in München bleibt."
Die Prioritäten sind also klar verteilt: Alaba first, Boateng second. Sollte sich der Österreicher trotz aktuell stockender Verhandlungen für einen Verbleib entscheiden, dürfte sich Boatengs zehnjährige Amtszeit an der Isar dem Ende entgegen neigen.
Ein Szenario, mit dem sich der 32-Jährige ebenfalls anfreunden könnte: "Ich lerne gerne Neues kennen und muss nicht immer am selben Ort sein", so Boateng, der auch gleich mögliche Wechselziele hinterher schob: "USA, Asien oder auch ein anderes europäisches Land, man wird sehen."

Wechsel ins Ausland? Boateng in verbesserter Position

Seinen Marktwert hat der Innenverteidiger in der vergangenen Saison auf jeden Fall wieder gesteigert. Sollte Boateng auch in der laufenden Saison von Verletzungen weitestgehend verschont bleiben und regelmäßige Einsätze bekommen, wird er als ablösefreier Spieler wenig Probleme haben, einen für ihn attraktiven Verein zu finden.
Um sich für die Verhandlungen bestmöglich in Stellung zu bringen, hat er den jüngeren Konkurrenten den Kampf um die Stammplätze bereits angesagt.
Denn auch daran ließ Boateng im "Kicker"-Interview keinen Zweifel: Er sieht sich immer noch als einen der besten Verteidiger der Welt.
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Quelle: Perform

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