Es ist wohl am besten, wenn man bei all den Gerüchten um die Zukunft von Robert Lewandowski mit den Fakten beginnt.
Der 32-Jährige steht beim FC Bayern noch bis 30. Juni 2023 unter Vertrag und könnte den Verein dann ablösefrei verlassen. Unstrittig ist auch, dass Lewandowski aufgrund seiner Leistungen - in der laufenden Saison kommt er auf 43 Tore und acht Assists in 37 Pflichtspielen - von überragender Bedeutung für die Mannschaft ist.
Das Jahresgehalt des Stürmers, und da verlassen wir schon die Fakten-Ebene, soll sich bei etwa 20 Millionen Euro pro Jahr bewegen. So stellt sich die Ausgangslage dar, mit der Berater Pini Zahavi und sein Klient Lewandowski derzeit arbeiten.
Bundesliga
Wunschkonzert für Nagelsmann? Für Bayern steht viel auf dem Spiel
02/05/2021 AM 21:58
Ein Status quo, mit dem Zahavi offenbar nicht zufrieden ist. Womit wir auf der Ebene der Gerüchte, Spekulationen und Mutmaßungen angekommen sind.

Was hat Lewandowski-Berater Zahavi vor?

Zahavi, das wollen die "Sport Bild" und "Sport1" erfahren haben, plant nach der Saison Gespräche mit den Verantwortlichen des FC Bayern aufzunehmen. Die Themen: Vertragsverlängerung, Gehalt, Transferoptionen.
Lewandowski selbst hat in den vergangenen Jahren, beim FC Bayern wie bei Borussia Dortmund, Gerüchte um seine Zukunft wohlwollend toleriert. Letztlich bekam der Angreifer meist, was er wollte. Verträge zu verbesserten Konditionen und auch der Wechsel vom BVB nach München klappte, wenn auch mit Verzögerung.

Spielerberater Pini Zahavi

Fotocredit: Imago

Seit 2018 arbeitet der Pole mit Star-Berater Zahavi zusammen - aus gutem Grund. Der 77-Jährige gilt als begnadeter Strippenzieher, fädelte 2017 auch Neymars 222-Millionen-Euro Transfer von Barcelona nach Paris ein - den bislang teuersten Vereinswechsel der Fußballgeschichte. Und auch David Alaba nimmt bei seinem noch immer nicht abgeschlossenen Wechsel zu Real Madrid die Dienste von Zahavi in Anspruch.
Der Spieleragent polarisiert mit seiner Arbeit, Kritik ist nicht selten. "Wenn du dir einen Berater wie Zahavi holst, der kein Verhältnis mit dem Spieler hat, der mit dem Verein kein Verhältnis hat, der den letzten Euro aus dem Verein herauspressen will, dann passiert das, was jetzt passiert ist", monierte etwa "Sky"-Experte und Ex-Nationalspieler Dieter Hamann. Der ehemalige Bayern-Präsident Uli Hoeneß brandmarkte Zahavi einst als "geldgierigen Piranha".

Der Name Haaland macht die Runde

Dass ausgerechnet jetzt Gerüchte in Umlauf kommen, wonach Lewandowski die Bayern eventuell verlassen will, ist indes nicht überraschend. Sportvorstand Hasan Salihamidzic rieb sich zuletzt in Meinungsverschiedenheiten mit Trainer Hans-Dieter Flick auf. Dessen Nachfolger Julian Nagelsmann könnte wiederum mehr Mitspracherecht bei Transfers bekommen. Dazu steht zum Jahresende die Ablösung des Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge durch Oliver Kahn an.
Bei den Bayern entsteht, zumindest kurzfristig, eine Machtvakuum, in das Zahavi womöglich stoßen, es ausnutzen will. Es ist der ideale Zeitpunkt, um im Interesse von Lewandowski aktiv zu werden. Dabei sind alle Optionen denkbar. Eine Vertragsverlängerung über 2023 hinaus mit deutlich angehobenem Gehalt wäre ebenso ein Erfolg wie ein lukrativer Wechsel ins Ausland.

Knackt Lewandowski den Müller-Rekord? Flick macht Hoffnung

Der käme allerdings nur für 2022 infrage - insofern ein Stürmer von ähnlichem Format auf dem Markt ist. Der Name Erling Braut Haaland macht schon die Runde. Der Norweger hat mit Mino Raiola ebenfalls einen prominenten Berater an seiner Seite und auch bei Haaland brodelt die Gerüchteküche. Das ist allerdings wieder eine andere Geschichte.
Die Bayern jedenfalls werden Lewandowski in diesem Sommer nicht gehen lassen. Darüber denke man nicht nach, versicherte Präsident Herber Hainer unlängst. "Er ist der beste Stürmer in Europa und Weltfußballer. Ein solcher Spieler ist ein Juwel. Da bin ich relativ entspannt."

Lewandowski in die Premier League?

Auf der anderen Seite weiß die Klubführung auch, dass nach aktuellem Stand im Jahr darauf zum letzten Mal die Chance besteht, eine satte Ablöse einzustreichen. Der Marktwert des polnischen Nationalspielers wird von "transfermarkt.de" auf 60 Millionen Euro taxiert.
Dazu käme noch ein exorbitantes Gehalt. Ein finanzieller Kraftakt dieser Dimension ist in Zeiten der Corona-Pandemie vor allem den englischen Spitzenklubs zuzutrauen ist. Entsprechend gilt nach Informationen der "Sport Bild" die Premier League als wahrscheinlichstes Wechselziel. Daneben bleibt Real Madrid denkbar.
Was Lewandowski selbst sagt? Im Moment nichts zur Sache. Der Fußball-Star genießt die freie Zeit und macht mit der Familie ein paar Tage Urlaub auf Mallorca.
Am Samstag will er dann im Bundesliga-Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach mit den Bayern vorzeitig die Meisterschaft perfekt machen. Gelingen ihm in den noch ausstehenden drei Partien vier Treffer, hätte Lewandowski mit 40 Saisontoren obendrein den Ligarekord von Gerd Müller eingestellt - das ist Fakt.
Das könnte Dich ebenfalls interessieren: PSG droht böses Erwachen - lacht am Ende nur Tuchel?

Zahlen und Rekorde zu Nagelsmann: Das ist der neue Bayern-Coach

Bundesliga
Vom Meister zum Absteiger? Der dramatische Fall von Bayern II
30/04/2021 AM 21:46
Bundesliga
175 Millionen Euro? Haaland bezieht Stellung zu möglicher Fabel-Ablöse
VOR 8 STUNDEN