BVB - FC Bayern: Nagelsmann-Team wird zur Wundertüte - welches Gesicht bekommt Borussia Dortmund zu sehen?
Der FC Bayern muss am Wochenende um die Tabellenführung bangen. Eine Niederlage im Ligagipfel bei Borussia Dortmund und die Schwarz-Gelben sind vorbei an den Roten. In derartigen Drucksituationen Topleistungen abzurufen liegt in der DNA der Bayern und doch ist schwer einzuschätzen, was vom Rekordmeister zu erwarten ist. Die Nagelsmann-Auswahl ist - bei allem Erfolg - zur Wundertüte geworden.
Bayern-Profis Lewandowski, Müller, Davies, Musiala (v.l.n.r.)
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Julian Nagelsmann hatte eine klare Botschaft mitgebracht in der vergangenen Woche. "Mehr Niederlagen sind nicht eingeplant", betonte der 34-Jährige im Hinblick auf die unerwarteten Ausrutscher gegen Eintracht Frankfurt (1:2) und den FC Augsburg (1:2).
Eine Ansage, die natürlich - und vor allem - das Gastspiel im Borussia-Park (Samstag ab 18:30 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) einschließt.
Und die Ausgangslage ist ja vielversprechend. Die Bayern haben die meisten Tore (42), die größte Zahl an Torschüssen (254), den höchsten Ballbesitz (60 %) und die beste Passquote (87 %) der Liga. Dazu stehen mit Robert Lewandowski (14 Tore) und Thomas Müller (10 Assists) der Top-Torjäger und Top-Vorlagengeber im Kader.
Alles wie immer. Eigentlich.
Trotzdem gibt Nagelsmann zu, dass sein Star-Ensemble hin und wieder Probleme habe, in eine Partie zu finden. "Ich überlege viel, wie wir das anders machen können", so der Coach. Es sind diese Phasen und eine mitunter überraschend schwache Chancenverwertung, die den FCB aktuell zur Wundertüte machen.
Nach der Niederlage in Augsburg am 12. Spieltag musste man am vergangenen Wochenende das Schlimmste befürchten für die Arminia Bielefeld. Doch die Ostwestfalen hielten 70 Minuten lang ein 0:0, ehe Leroy Sané die Bayern erlöste.
Am Ende standen 9:0 Torschüsse und 7:1 Chancen für den Meister zu Buche. Sieht so eine überzeugende Generalprobe für den BVB-Showdown aus? Ja und nein. Immerhin stand die Abwehr dieses Mal.
Nagelsmann bemängelt Abwehrverhalten bei Bayern
Nagelsmann hatte zuletzt deutlich gemacht, dass ihm das Defensivverhalten seiner Profis Kopfzerbrechen bereitet. "Wir kriegen die Tore, die wir kriegen, die ganze Saison auf dieselbe Art und Weise. Das haben wir vorgestern noch besprochen und kriegen heute beide Tore auf die identische Art und Weise", monierte der Trainer nach der Augsburg-Pleite. Das sei wieder "alles ein bisschen sorglos" gewesen. "Der Gegner hatte keine brillanten Momente und hat trotzdem zwei Tore gemacht." Das Auftreten habe ungute Parallelen zur Niederlage in Frankfurt aufgewiesen.
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Nagelsmann warnt vor BVB-Duell: "Dürfen es nicht übertreiben"
Quelle: Perform
Schwächen, die auch Lothar Matthäus aufgefallen sind. Der Rekord-Nationalspieler kritisierte vor wenigen Tagen bei "Sky" die Innenverteidigung scharf. "Im Spielaufbau hinten fehlt ein David Alaba und ein Jérôme Boateng. Die haben das besser gemacht als Dayot Upamecano und Lucas Hernández." Letzterer sei aus seiner Sicht "mehr ein Mitläufer als jemand, dem man vertrauen" könne.
Was die Lage für die Bayern noch kniffliger macht, ist das Fehlen von Joshua Kimmich, der infolge seiner Corona-Infektion nicht dabei sein kann. Der 26-Jährige sei "extrem wichtig für die Balance im Spiel. Er ist eine zentrale Figur, nicht nur positionsbedingt, sondern auch als Führungspersönlichkeit", unterstrich Stefan Effenberg im "Sport1"-Doppelpass.
Wie schwer wiegt der Haaland-Faktor?
Umso bitterer für die Bayern, als dass beim BVB die Galionsfigur zurück ist im Team. Erling Braut Haaland gab am vergangenen Spieltag überraschend sein Comeback beim 3:1 gegen den VfL Wolfsburg - und brauchte ganze neun Minuten, um zu treffen. Die Rückkehr des Goalgetters verleiht der ganzen Mannschaft einen Schub, den die Bayern derzeit vermissen.
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Erling Haaland feiert gegen Wolfsburg ein gelungenes Comeback
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Der Ballon d'Or für Robert Lewandowski hätte so ein mentaler Turbo sein können, bekanntlich aber sammelte Lionel Messi bei der Wahl 33 Stimmen mehr ein.
Was die Bayern dem BVB voraus haben, sind starke Auftritte in der Champions League. 3:0 beim FC Barcelona, 4:0 bei Benfica, 5:0 gegen Kiew - die Bayern rauschen geradezu durch die Gruppenphase. Nach fünf Partien haben die Nagelsmänner 15 Punkte und satte 19:3 Tore auf dem Konto, während Dortmund vorzeitig ausgeschieden ist.
Dennoch will der Trainer nichts wissen von einem Europa-Gesicht und einem weniger strahlenden in der Liga. "Ich sehe da keine zwei Gesichter der Mannschaft", so Nagelsmann. Man habe sich etwa beim Rückspiel (2:1) in Kiew "nicht überragend" präsentiert.
Die bis dato letzte Partie, der man dieses Prädikat sowohl offensiv als auch defensiv uneingeschränkt zusprechen kann, ist der 4:0-Sieg in der Bundesliga zuhause gegen die TSG Hoffenheim. Ist schon sechs Wochen her, dürfte aber das Gesicht sein, die Mannschaft dem BVB gerne zeigen würde ...
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BVB-Trainer Rose selbstkritisch: "Wir müssen besser werden"
Quelle: Perform
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