BVB: Donyell Malen macht auf sich aufmerksam - hier hat Borussia Dortmunds Neuzugang noch Luft nach oben
Der Knoten ist endlich geplatzt: Donyell Malen hat die Kritiker mit seinem Premierentor für Borussia Dortmund in der Königsklasse gegen Sporting Lissabon (1:0) zunächst einmal verstummen lassen. Anders als Erling Haaland legte er jedoch einen recht verhaltenen Auftakt beim BVB hin. Der 22-Jährige hat noch Nachholbedarf, um möglicherweise dauerhaft als Ersatz des Norwegers in Erscheinung zu treten.
Donyell Malen - Borussia Dortmund
Fotocredit: Getty Images
Es schien, als würde eine riesige Last von Donyell Malen abfallen - eine Last von 30 Millionen Euro, um genau zu sein.
Der niederländische Angreifer drehte nach seinem punktgenauen Abschluss zum 1:0-Endstand für Borussia Dortmund gegen den Sporting Clube de Portugal aus Lissabon jubelnd in Richtung Eckfahne ab, den Mund dabei ganz weit aufgerissen (37.).
Endlich! Im zehnten Saisoneinsatz gelang es Borussia Dortmunds Neuzugang, sich in die Torschützenliste einzutragen und damit die Diskussionen um seine Person zumindest für den Moment verstummen zu lassen.
"Ich glaube, Donnie hat sich schon Gedanken gemacht. Er weiß, dass man hier von ihm einiges erwartet", erklärte BVB-Coach Marco Rose anschließend und betonte: "Ich freue mich über das Tor von Donnie, weil er jetzt lange darauf gewartet hat und es auch wichtig für ihn ist und ihm hoffentlich Rückenwind gibt. Hoffentlich bedeutet das für ihn, dass er viel Selbstvertrauen mitnimmt."
Gomez verteidigt Malen trotz Stotterstart
In der Tat scheint Malens Treffer genau zur richtigen Zeit gekommen zu sein. Schließlich wurden nach insgesamt 522 Minuten ohne Torbeteiligung bereits einige kritische Stimmen laut. Ex-Bayern-Stürmer Mario Gomez etwa sah sich vor der Partie gegen Sporting bei "Amazon Prime" mit der Frage konfrontiert, wann denn Malen beim BVB endlich vollends einschlagen würde. "Es ist erst September", entgegnete Gomez energisch.
Der ehemalige Bundesliga-Torschützenkönig weiß nur zu gut, wie sich es sich anfühlt, nach einem Vereinswechsel unter ständigem Erwartungsdruck zu stehen. Immerhin überwies der FC Bayern für seine Dienste auch einst 30 Millionen Euro an den VfB Stuttgart.
Dennoch ist nicht von der Hand zu weisen, dass Malen im Gegensatz zu Sturmkollege Erling Haaland, dessen Ankunft in Dortmund im Januar 2020 einer emotionalen Eruption glich (drei Tore im ersten Spiel gegen Augsburg), eher auf leisen Sohlen daherkam.
"Donnie muss besser gegen den Ball werden, das ist eine klare Forderung von mir, der er sich stellen muss, wenn er auf Dauer Stammspieler in dieser Mannschaft sein will", nahm Rose vor wenigen Wochen seinen Schützling in die Pflicht.
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Donyell Malen - Borussia Dortmund
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Malen: Darum hinkt der Vergleich mit Haaland
Die Botschaft scheint bei Malen angekommen zu sein. Obwohl der 30-Millionen-Euro-Mann zweifelsohne noch Zeit braucht, um das laufintensive Spiel von Rose zu verinnerlichen, arbeitete er gegen Sporting fleißig (neun Zweikämpfe - von denen er allerdings nur einen gewann) und verdiente sich somit ein Sonderlob des Trainers.
"Er hat die vergangenen Wochen sehr fleißig gearbeitet und seine Defizite schon ein Stück aufgearbeitet. Es ist von Spiel zu Spiel besser geworden. Er hat in jedem Spiel seine Aktionen. Jetzt versuchen wir, Konstanz ins Toreschießen zu bekommen", lautete Roses Fazit.
Kurzum: Genauso, wie es Malen bei seinem Ex-Klub in gewisser Regelmäßigkeit demonstrierte (55 Treffer in 116 Partien) - oder Haaland fast Woche für Woche beim BVB. Selbstverständlich hinkt der Vergleich mit dem Norweger ein wenig, allein schon deshalb, weil es sich bei den beiden um zwei völlig unterschiedliche Stürmertypen handelt.
"Erling macht Räume auf, die es sonst gar nicht gibt", adelte Kapitän Marco Reus seinen Offensivpartner zuletzt. Während Haaland der klassische Strafraumstürmer - Typ Brecher - ist, der mit seiner Naturgewalt Platz für sich selbst oder seine Mannschaftskollegen schafft, agiert Malen zumeist etwas zurückgezogener. Der 22-Jährige scheut dabei keineswegs das Eins-gegen-Eins und reißt mit seinen Tempodribblings Räume auf.
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Donyell Malen (links) und Erling Haaland - Borussia Dortmund
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Malen als dauerhafter Haaland-Ersatz?
Aufgrund des erneuten Ausfalls von Haaland (muskuläre Probleme) gegen den FC Augsburg(Samstag, 15:30 Uhr im Liveticker), bietet sich für Malen die nächste Möglichkeit, sich in Abwesenheit des amtierenden Champions-League-Torschützenkönigs ins Rampenlicht zu spielen.
Möglicherweise ist jenes Szenario bereits ein Vorgeschmack auf die kommende Spielzeit. Es ist nur schwer vorstellbar, dass Haaland, der dem Vernehmen nach im Sommer eine Ausstiegsklausel über 75 Millionen Euro besitzen soll, über die Saison hinaus bei den Schwarz-Gelben bleiben wird.
In diesem Fall hätte der BVB neben Malen nur noch den erst 16-jährigen Youssoufa Moukoko als nominellen Stürmer im Kader - außer man legt noch einmal auf dem Transfermarkt nach. Um die Rolle des designierten Nachfolgers einzunehmen, muss Malen jedoch physisch zulegen und seinen Killerinstinkt dauerhaft unter Beweis stellen.
Den ersten Schritt hierfür hat er gegen Lissabon gemacht.
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Rose verordnet Haaland Ruhe: "Der Junge wird jeden Tag gefragt ..."
Quelle: Perform
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