FC Bayern: Leroy Sané und Serge Gnabry kämpfen mit ihrer Form - die Flügelzange des Rekordmeisters klemmt

Der FC Bayern München muss nach dem überraschenden Champions-League-Aus gegen den FC Villarreal (0:1, 1:1) Kritik von nahezu allen Seiten einstecken. Mittendrin im Kreuzfeuer steht dabei die Kreativabteilung der Münchner um Leroy Sané und Serge Gnabry. Die beiden DFB-Stars kämpfen gegenwärtig mit ihrer Form. Dabei wäre gerade im Saisonendspurt eine Rückkehr zu alter Stärke unabdingbar.

Darum sind Nagelsmann Morddrohungen "scheißegal"

Quelle: Eurosport

Serge Gnabry und Leroy Sané standen wie bedröppelt auf dem Rasen der Allianz Arena und konnten es kaum fassen.
Anstatt mit einer Aufholjagd vor heimischer Kulisse doch noch den Einzug in das Champions-League-Halbfinale perfekt zu machen, zerstörte Villarreals Joker Samu Chukwueze mit seinem späten Treffer (88.) zum 1:1-Endstand die Titelträume der Münchner.
Wenig verwunderlich hagelte es im Anschluss an das überraschende Aus gegen den vermeintlichen Außenseiter Kritik von allen Seiten. "Die Verantwortlichen redeten das 1:1 schöner, als es war. Drei Großchancen sind nicht Bayern-like, Anspruch und Qualität eigentlich höher", bemängelte unter anderem Lothar Matthäus im "Kicker" und wetterte weiter: "Es mangelte am Selbstverständnis, an Eins-gegen-eins-Situationen, an der Zielstrebigkeit nach vorne. Die klassische FC-Bayern-DNA fehlt, Verunsicherung hat sich eingeschlichen."
In der Tat brachte der deutsche Rekordmeister trotz optischer Überlegenheit und rund 68 Prozent Ballbesitz lediglich vier Schüsse auf das gegnerische Tor zustande - zu wenig für die hohen Ansprüche der Münchner.

Bayerns Flügelspiel lahmt

Gerade über die Außenbahnen erzeugte der Champions-League-Sieger von 2020 gegen den gelben Abwehrriegel zu wenig Druck. Fast schon bezeichnend dafür fiel Bayerns einziger Treffer durch Robert Lewandowski nach einer Kombination durch das ansonsten dicht gestaffelte Zentrum.
Während Kingsley Coman auf der linken Seite speziell im zweiten Durchgang nochmal für Wirbel sorgte, ging vom rechten Flügel dagegen nur wenig Gefahr aus, womit man bei Sané angekommen wäre.
Sieben Flanken und damit die zweitmeisten nach Joshua Kimmich (9) schlug Sané gegen Villarreal, von denen vier bei seinen Teamkollegen ankamen. Wirklich gefährlich wurde es im Anschluss an die Hereingaben des 26-Jährige jedoch nur einmal, als er sich gegen im Eins-gegen-Eins gegen Bewacher Pervis Estupiñán durchsetzte, zum ersten und einzigen Mal bis zur Grundlinie durchstartete und den aufgerückten Dayot Upamecano im Zentrum bediente.
Ansonsten agierte der ehemalige Schalker viel zu ausrechenbar, indem er sich die Kugel immer wieder auf den starken linken Fuß legte. Zwar feuerte Sané mit die meisten Torschüsse ab (4), den Weg in Richtung Tor fand davon jedoch kein einziger.

Nagelsmann verteidigt Sané: "War sehr zufrieden"

Trainer Julian Nagelsmann sah dies naturgemäß etwas anders und verteidigte seinen Schützling auf der Pressekonferenz vor der Ligapartie am Sonntag bei Arminia Bielefeld (15:30 Uhr im Liveticker). "Ich finde, Leroy hat das gegen Villarreal ganz gut gemacht. Er war gerade in der ersten Halbzeit sehr engagiert und hat viele gute Flanken geschlagen. Da war ich sehr zufrieden", erklärte der 34-Jährige auf Eurosport-Nachfrage.
Trotz allem konnte Sané seine kleine Torflaute auch gegen Villarreal nicht beenden. Gerade einmal einen Treffer steuerte der Nationalspieler in den vergangenen neun Spielen bei. Im Übrigen genauso viele wie sein Nationalmannschaftskollege auf der gegenüberliegenden Seite des Feldes, Serge Gnabry.
Auch der 26-Jährige hat aktuell ein wenig mit seiner Form zu kämpfen. Einzig gegen den SC Freiburg, als er nach seiner Einwechslung (72.) ein Tor und eine Vorlage zum kontrovers diskutierten 4:1-Erfolg (Stichwort "Wechsel-Fehler") beisteuerte, überzeugte er vollends.
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Julian Nagelsmann (l.) und Leroy Sané - FC Bayern

Fotocredit: Getty Images

Gnabry: Vertragspoker überschattet alles

Gegen Villarreal (1:1) und Union Berlin (4:0) blieb ihm zuletzt genau wie in Freiburg nur die Rolle des Jokers. Beim Heimsieg gegen Augsburg (1:0) endete sein Arbeitstag nach einer dürftigen Vorstellung bereits nach 45 Minuten.
Nagelsmann begründete die jüngsten Leistungen des 26-Jährigen mit Nebenkriegsschauplätzen. "Serge steht aktuell in Vertragsverhandlungen, was ihn natürlich beschäftigt. So ein Vertragsgespräch ist nicht einfach 'ich setze mich hin, trinke einen Espresso und danach habe ich eine Lösung' - das sind oft sechs, sieben Verhandlungsrunden oder sogar mehr, wo sehr viel dranhängt", stellte Nagelsmann klar: "Das kostet sicherlich den einen oder anderen Prozentpunkt in der Performance - das ist normal und nur menschlich."
Zuletzt machte ein "Kicker"-Bericht die Runde, wonach Gnabry und der FC Bayern noch weit entfernt von einer Einigung in Sachen Ausdehnung des 2023 auslaufenden Kontrakts stehen sollen.
Sollten die Verhandlungen scheitern, ist es durchaus im Bereich des Möglichen, dass Gnabry den Verein noch in diesem Sommer verlassen wird - Stichwort: Ablösesumme. In der jüngeren Vergangenheit wurden Real Madrid, der FC Liverpool und Juventus Turin als potentieller Abnehmer gehandelt.
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Um Serge Gnabry ranken sich zurzeit einige Gerüchte

Fotocredit: Getty Images

Coman-Ausfall droht: Sané und Gnabry gefordert

Auf rein sportlicher Ebene war es somit zuletzt fast ausschließlich Coman, der auf der Außenbahn für positive Schlagzeilen sorgte. Der französische Weltmeister gehörte gegen Villarreal wie schon ein paar Tage zuvor in der Liga gegen den FC Augsburg zu den auffälligsten Bayern-Akteuren.
Umso mehr schmerzt den Rekordmeister ein möglicher Ausfall des 25-Jährigen, der an muskulären Problemen leidet. Sowohl bei Coman als auch bei Lucas Hernández gehe Nagelsmann "nicht davon aus, dass sie mit nach Bielefeld fliegen".
Womit der volle Fokus auf Gnabry und Sané gerichtet wäre. "Sie werden ihre maximale PS-Zahl wieder auf den Platz bringen", versicherte Nagelsmann.
Ein guter Zeitpunkt dafür wäre der Ostersonntag, wo der FC Bayern mit einem Sieg in Bielefeld einen Riesenschritt in Richtung deutsche Meisterschaft und damit einem versöhnlichen Ende einer Spielzeit voller Höhen und Tiefen bringen könnte.
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Nagelsmann: Lewandowski und Barcelona "eine Ente"

Quelle: Eurosport

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