Eintracht Frankfurt rockt nach Sieg gegen Barça Europa: Seht her, BVB und Bayer Leverkusen - so wird's gemacht

Eintracht Frankfurts Traum vom Europa-League-Titel lebt! Die Hessen sorgten beim 3:2-Sieg (Hinspiel 1:1) im Viertelfinale beim großen FC Barcelona für eine Sensation. Dank einer Mischung aus Mut, Leidenschaft und taktischem Geschick ist die Eintracht nur noch einen Schritt vom Finale entfernt. Attribute, die andere Bundesliga-Klubs in dieser Saison auf internationaler Bühne oft vermissen ließen.

Oliver Glasner und die Spieler von Eintracht Frankfurt bejubeln den Halbfinaleinzug in der Europa League

Fotocredit: Getty Images

Es war eine magische Nacht im altehrwürdigen Camp Nou zu Barcelona.
Noch lange nach Abpfiff feierten die rund 30.000 mitgereisten Anhänger von Eintracht Frankfurt gemeinsam mit ihren Helden auf dem Rasen und stimmten zum wiederholten Male "Oh, wie ist das schön" an.
Selbst der ansonsten so besonnene Trainer Oliver Glasner ließ es sich nicht nehmen, auf dem heiligen Rasen des Camp Nou auf dem Bauch durch ein Spalier seiner Spieler zu rutschen.
Keine Frage, es war ein denkwürdiger Abend für die Adlerträger in der katalanischen Metropole, einer für die Geschichtsbücher.

Eintracht-Fans verwandeln Camp Nou in ein Tollhaus

"Es gibt nicht so viele Worte, die beschreiben würden, was man fühlt", versuchte Keeper Kevin Trapp seine Emotionen nach dem fulminanten 3:2 (2:0)-Sieg beim großen FC Barcelona bei "RTL" zum Ausdruck zu bringen.
Trapps Übungsleiter Glasner ging schon etwas mehr ins Detail: "Das brennt sich ins Herz, das hält ein Leben lang. Diesen Abend, diese Gefühle, diese Stimmung werde ich sicherlich mitnehmen, bis ich irgendwann mal hoffentlich eine Etage höher bin." Damit dürfte der 47-Jährige wohl vielen der Eintracht-Fans aus der Seele gesprochen haben.
Die frenetische SGE-Anhängerschaft, die die Partie regelrecht zu einem Heimspiel machte, hatte zweifelsohne einen großen Anteil am Erfolg. "Ich bin raus zum Warmmachen und dachte, ich bin in Frankfurt. Das ist sehr, sehr außergewöhnlich", schwärmte Trapp. Glasner pflichtete seinem Schützling bei. "Ein Lob an unsere Fans, die etwas vollbracht haben, was es sonst kaum gibt auf dieser Welt."
Bei den Katalanen sorgte die Fanschar aus Deutschland, die auch außerhalb des Gästeblocks Tickets für die Partie erhalten hatten, dagegen für Unmut. Präsident Joan Laporta zeigte sich "besorgt, denn das, was passiert ist, war eine Schande, die sich nicht wiederholen darf".
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Die Spieler von Eintracht Frankfurt bejubeln den Sieg gegen den FC Barcelona

Fotocredit: Getty Images

Frankfurts Taktik geht voll auf

Nein, nicht etwa die aus deutscher Sicht hoch gehandelten Klubs aus Dortmund und Leverkusen, sondern der vermeintliche Außenseiter aus Frankfurt löste dank einer Mischung aus Offensivdrang und taktischem Geschick zum zweiten Mal nach 2019 das Halbfinal-Ticket.
Der bärenstarke Filip Kostic per Doppelpack (4./FE., 67.) und Rafael Borré mit einem Treffer der Marke Weltklasse (67.) brachten die Mainstädter früh auf die Siegesstraße und verwandelten Barças Heimstätte in ein Tollhaus. Dass die Gäste in den Schlussminuten aufgrund der beiden Gegentore von Sergio Busquets (90.+1) und Memphis Depay (90.+11) sowie der Gelb-Roten-Karte für Evan Ndicka (90.+10) noch einmal kurz zittern mussten, tat der Party keinen Abbruch.
"Die Mannschaft hat den Plan in Perfektion umgesetzt", freute sich Trapp. In der Tat zeigte sich die Eintracht gerade in der Defensive hochkonzentriert und nahm die gefährlichen Außenstürmer Ferran Torres und Ousmane Dembélé durch kluges Doppeln fast gänzlich aus dem Spiel. Im Zentrum legten die starken Sebastian Rode und Kristijan Jakic Barça-Regisseur Busquets an die Kette und machten die Räume eng.
Die defensive Disziplin, gepaart mit zahlreichen gefährlichen Umschaltmomenten auf der anderen Seite des Platzes, sorgten für einen insgesamt verdienten Erfolg.

Was für ein Unterschied zu BVB und Bayer

Obwohl Barcelona, das zuvor 15 Partien in Folge ungeschlagen blieb, im Vorfeld als klarer Favorit auserkoren wurde (Trapp: "Jeder hat gedacht, Barcelona schießt uns aus dem Stadion"), stellte die Mannschaft von Glasner eindrucksvoll unter Beweis, was sie mit Kampf und Leidenschaft gegen einen schier übermächtigen Gegner im Stande ist zu leisten. Wie so häufig in der Vergangenheit war auch am Donnerstag deutlich zu sehen, dass der Tabellenneunte der Bundesliga regelrecht für diesen Wettbewerb brennt.
Im Gegensatz zum BVB und Bayer Leverkusen. Die Schwarz-Gelben mussten nach zwei teilweise blamablen Auftritten gegen die Glasgow Rangers (2:4, 2:2) genau wie die Werkself, die gegen Atalanta Bergamo (2:3, 0:1) auch ein Stück weit an sich selbst scheiterte, vorzeitig die Segel streichen.
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Eintracht Frankfurt sorgte in Barcelona für eine Sensation

Fotocredit: Imago

Für Frankfurt dagegen ist die letzte Hürde auf dem Weg in das Finale am 18. Mai in Sevilla nun West Ham United. "Ich bin mir ganz sicher, dass sich die Flüge nach London gerade schlagartig verteuert haben", sagte SGE-Vorstandssprecher Axel Hellmann mit einem Augenzwinkern. Dennoch erwarte er auch auf der Insel "eine Adler-Invasion - und dann geht es stramm darum, ins Finale einzuziehen".

Leipzig komplettiert deutsche Erfolgsgeschichte

Darum wird es in knapp drei Wochen auch für RB Leipzig gehen.
Die Sachsen setzten sich bereits wenige Stunden vor Frankfurts Coup gegen eben jenes Atalanta Bergamo durch (2:0), das sich in der Runde zuvor für Leverkusen als zu stark entpuppte, und sorgten damit für einen aus deutscher Sicht historischen Abend.
Nie zuvor standen zwei Vertreter aus der Bundesliga in einem Europa-League-Halbfinale.
Nächster Gegner sind nun die Dortmund-Bezwinger aus Glasgow. "Wenn du im Halbfinale stehst. willst du natürlich auch ins Finale kommen", betonte Leipzigs Coach Domenico Tedesco. Auch die Frankfurter blickten schon vorsichtig auf ein mögliches Endspiel voraus. "Träumen darf man", gab Rode zu Protokoll.
Der nächsten magischen Nacht für die Eintracht und ihren Anhängern steht somit eigentlich nichts mehr im Wege.
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