Borussia Dortmund - Niklas Süle steht nach Kurzeinsatz schon in der Kritik: Jährlich grüßt das Murmeltier
Niklas Süle kam nach überstandener Verletzung am 3. Bundesliga-Spieltag zu seinem Debüt für Borussia Dortmund im deutschen Oberhaus. Rund eine halbe Stunde lang durfte der Innenverteidiger vor heimischer Kulisse gegen Werder Bremen mitwirken. Die letzten Minuten der Partie kamen aus BVB-Sicht einem Horror-Film gleich – und Süle war einer der Protagonisten. Warum der Neuzugang in der Kritik steht.
Niklas Süle (M,) von Borussia Dortmund
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Der 20. August 2022 war ein Tag für die Bundesliga-Geschichtsbücher.
Borussia Dortmund empfing Werder Bremen am dritten Spieltag der noch jungen Saison, bis zur 89. Minute lief für die favorisierten Gastgeber gegen den Aufsteiger alles nach Plan, Julian Brandt (45.+2) und Raphael Guerreiro (77.) hatten eine vermeintlich komfortable Führung herausgeschossen.
Dann kam Lee Buchanan und brachte den Ball sehenswert mit dem Außenrist im Winkel unter. Es folgten sechs Minuten Werder-Wahnsinn. In der dritten Minute der Nachspielzeit glich Niklas Schmidt per Kopf aus, nur wenige Augenblicke später stellte Oliver Burke den Spielverlauf mit einem satten Schuss ins kurze Eck gänzlich auf den Kopf (90.+6).
Ein Novum in Deutschlands Beletage. Nie zuvor war es einer Mannschaft gelungen, nach der 89. Minute noch drei Treffer zu erzielen. Während die Hanseaten jubelten, war aufseiten der Schwarz-Gelben Ernüchterung angesagt.
Experten üben Kritik an Süle
Vor allem ein BVB-Spieler sah sich im Anschluss an die Partie mit reichlich Kritik konfrontiert: Star-Neuzugang Niklas Süle – ausgerechnet bei seinem Liga-Debüt für den Revierklub. Der ehemalige Bayern-Profi hatte sich in der ersten Runde des DFB-Pokals bei 1860 München eine Muskelverletzung zugezogen und die ersten beiden Begegnungen verpasst.
Gegen Bremen ersetzte Süle nach einer Stunde den angeschlagenen Mats Hummels, der bis dahin eine ansprechende Leistung gezeigt hatte. Im Gegensatz zu Süle. Der deutsche Nationalspieler sah vor allem beim entscheidenden Tor durch Burke nicht gut aus, wirkte beim vorangegangen Pass von Mitchell Weiser schwerfällig.
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Niklas Süle (r.) hatte gegen Bremen Probleme
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"Den Pass, der vor dem 3:2 gespielt wird, muss Süle einfach ablaufen. Den muss er mit dem rechten oder linken Fuß abfangen", monierte Ex-Bundesliga-Trainer Friedhelm Funkel bei "Sky90". Auch Stefan Effenberg kritisierte Süles Abwehrverhalten in ebenjener Szene. "Ich bin der Meinung, dass Süle als linker Innenverteidiger den Ball sehr wohl blocken kann, wenn er im richtigen Tempo hingeht", erklärte er bei "Sport1".
FCA-Boss Reuter zu Süle: "Nicht die optimale Verfassung"
Augsburg-Boss Stefan Reuter, der während seiner aktiven Karriere mit Dortmund die Champions League gewann, stellte indes Süles Fitnesszustand infrage: "Die Mentalitätsfrage würde ich noch nicht stellen, aber für mich sah es aus, als hätte Süle noch nicht die optimale Verfassung", so Reuter. Er ergänzte: "Da musst du als Mannschaft dann geschlossen verteidigen."
Süle und das leidige Thema Fitness, es ist nicht das erste Mal. Vor allem während seiner Zeit bei den Bayern kam der körperliche Zustand des Defensivspezialisten regelmäßig, fast jährlich, zur Sprache, immer wieder soll Süle nach Verletzungspausen oder Urlauben mit Übergewicht beim deutschen Rekordmeister aufgeschlagen sein.
Dem Vernehmen nach sei Süles Lebenswandel den Münchner Verantwortlichen sauer aufgestoßen, diverse Medien berichteten damals, dass dem gebürtigen Frankfurter mangelnde Professionalität vorgeworfen wurde. Laut "kicker" kehrte Süle beispielsweise zu Beginn des Jahres mit einigen Kilos zu viel aus dem Weihnachtsurlaub zurück, dies habe die FCB-Bosse in ihren Bedenken bestätigt.
Süle wehrt sich
Süle selbst wehrte sich mehrfach gegen die Meldungen. "Irgendein Schwätzer hat das gestreut – und die Leute übernehmen das", sagte er im März 2021 in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". Er schob nach: "Da wird dann zwei Monate lang drüber gesprochen und die Leute lachen. Es stimmt aber nicht."
Auf eine Vertragsverlängerung konnten Süle und Bayern sich nicht einigen, die Wege trennten sich nach fünf Jahren. Laut Dortmund-Trainer Edin Terzic habe Süle nach seiner jüngsten Verletzung "fleißig gearbeitet". Dementsprechend wurde der 26-Jährige mit seinen ersten Spielminuten im BVB-Dress belohnt.
Er wird sie sich anders vorgestellt haben. Auch die Mini-Debatte über seine Fitness dürfte ihm nicht entgegenkommen.
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Quelle: Perform
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