FC Bayern München: Von wegen Krise - darum muss die Konkurrenz vor dem Rekordmeister zittern
Der FC Bayern hat mit dem Achtelfinaleinzug in der Champions League den Frust über den verlorenen Sieg bei Borussia Dortmund (2:2) überdeckt. Auch in der Causa Julian Nagelsmann scheint nun endlich Ruhe einzukehren - und das aus gutem Grund: Obwohl es für die Münchner bislang nicht nach Plan läuft, ist noch nichts verloren. Von elementarer Bedeutung sind allerdings die nächsten beiden Schritte.
Nagelsmanns Verhältnis zu Bayern-Bossen: "Kein Blatt zwischen uns"
Quelle: Perform
Oliver Kahn ist kein Mann der leisen Töne.
Äußert sich Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender zu seinem Herzensverein, hinterlässt er in der Regel ein mediales Echo - so auch zuletzt im Fall Julian Nagelsmann.
"Es gibt überhaupt keine Zweifel an seiner Arbeit", stellte sich der 53-Jährige vor dem Champions-League-Spiel bei Viktoria Pilsen (4:2) demonstrativ vor seinen Trainer und betonte am "DAZN"-Mikrofon: "Wir sind von ihm voll überzeugt und gehen durch diese holprige Phase durch."
Ein Machtwort zum richtigen Zeitpunkt. Schließlich nahmen die Diskussionen um Nagelsmann - auch aus dem eigenen Lager - (Stichwort "Trainertalent") immer mehr Fahrt auf.
Nagelsmann zu unerfahren? Kahn winkt ab
Speziell die anhaltende Debatte um die angeblich mangelnde Erfahrung des 35-Jährigen bezeichnete Kahn als geradezu "aberwitzig".
Ein Blick in die Statistiken belegt die Aussagen des Ex-Bayern-Keepers: Unter allen aktiven Bundesligatrainern hat Nagelsmann mit 225 Partien hinter Freiburg-Coach Christian Streich (332) die zweitmeisten Spiele auf seinem Konto. Hinzu kommen 45 Einsätze auf internationaler Ebene. "Julian hat als Trainer eine unheimliche Qualität", lautete daher Kahns Fazit.
Worte, die bei Nagelsmann für Anklang sorgten. Er sei froh, dass "der Olli" das jetzt mal "richtig eingeordnet hat" und "das Thema nun abgehakt ist". Zwischenmenschlich scheint beim Rekordmeister somit alles geregelt zu sein, aber wie sieht es auf sportlicher Ebene aus?
Dass der FC Bayern in der heimischen Liga aktuell nicht da steht, wo es der eigene Anspruch verlangt - nämlich an der Spitze des Tableaus - ist kein Geheimnis. Dennoch kann aus Sicht der Münchner konstatiert werden, dass bislang noch überhaupt nichts verloren ist.
FC Bayern: Warum immer noch eine Riesensaison drin ist
Dank des 4:2 (4:0)-Sieges bei Viktoria Pilsen haben die Bayern bereits nach vier von sechs Spielen das Champions-League-Achtelfinal-Ticket in der im Vorfeld titulierten "Todesgruppe" mit Inter Mailand und dem FC Barcelona gelöst. "Zwölf Punkte in dieser Gruppe ist nicht so schlecht", hielt Nagelsmann folglich bei "DAZN" fest.
In der Liga hält der Serienmeister trotz einer zwischenzeitlichen Ergebniskrise und vier Spielen in Folge ohne Sieg die wichtigsten Konkurrenten bislang allesamt hinter sich (Borussia Dortmund, RB Leipzig sind an dieser Stelle zu nennen).
Die bajuwarische Devise muss auch aufgrund des gegenwärtigen personellen Engpasses bis zur Weltmeisterschaft in Katar (20. November bis 18. Dezember) daher lauten: Im DFB-Pokal nicht blamieren und in der Bundesliga alles auf kurzer Distanz halten.
Gelingt den Münchnern das, ist der Boden für eine erfolgreiche Saison nach der WM-Endrunde bereitet.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2022/10/06/3466123.jpg)
Bayern-Stars Sanße, Musiala, Müller (v.l.n.r.)
Fotocredit: Imago
Ballack zweifelt an Freiburg und Union
Umso wichtiger sind die beiden Partien gegen den SC Freiburg in der Liga (Sonntag, 19:30 Uhr im Liveticker) und den FC Augsburg im DFB-Pokal (Mittwoch, 19.10. im Liveticker), die einen richtungsweisenden Charakter haben.
"Bayern wird natürlich auf uns losgehen am Sonntag, aber wir haben keine Angst", zeigte sich Freiburgs Trainer Streich nach dem 4:0-Sieg in der Europa League gegen den FC Nantes bei "RTL+" kampfeslustig und ergänzte: "Uns geht es gut, und wir werden uns mit allem wehren, was zur Verfügung steht."
Die auf Platz zwei rangierenden Breisgauer sind neben Tabellenführer Union Berlin, der am Sonntag auf Borussia Dortmund trifft (17:30 Uhr im Liveticker), die große Überraschung der laufenden Spielzeit. Als langfristige Kandidaten im Kampf um die Meisterschaft sieht der ehemalige DFB-Kapitän Michael Ballack das aktuelle Spitzenduo jedoch nicht.
Die Belastung der europäischen Auftritte sei "eine Herausforderung", weshalb der 46-Jährige der Meinung ist, "dass sie schlussendlich etwas Lehrgeld bezahlen werden, da sie diesen Kader nicht haben wie die Bayern oder Dortmund."
BVB zu inkonstant - RB Leipzig hinkt eigenem Anspruch hinterher
Apropos Dortmund: Trotz des viel umjubelten Last-Minute-Zählers gegen den FC Bayern (2:2) muss festgehalten werden, dass der BVB auch in dieser Saison mit starken Formschwankungen zu kämpfen hat. Von den vergangenen sieben Pflichtspielen gewann der amtierende Vizemeister nur zwei.
Auch dem vor der Saison als Bayern-Jäger gehandelten Pokalsieger RB Leipzig sprach Ballack die Verfolgerrolle ab. "Leipzig performt bisher nicht so, dass sie den Anspruch haben, in unmittelbarem Atemzug genannt zu werden mit zum Beispiel Dortmund", sagte der Ex-Bayern-Profi dem "SID".
Wirklich Angst und Bange werden muss es den Verantwortlichen des FC Bayern zu diesem Zeitpunkt der Saison somit also noch nicht.
Das könnte Dich auch interessieren: Mbappé-Zirkus in Paris: Ein Dilemma ohne Ausweg
/origin-imgresizer.eurosport.com/2022/10/13/3469739-70779948-2560-1440.jpg)
Nagelsmann lobt "wissbegierige" Bayern-Mannschaft gegen Pilsen
Quelle: Perform
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/12/18/image-75bf2e61-56ec-4375-aef6-96b1adf156e9-68-310-310.jpeg)