Kommentar zum Bayern-Aufreger nach Sieg beim BVB: Tuchels Wutausbruch gegen Matthäus und Hamann ist völlig verständlich
Thomas Tuchels emotionaler Ausbruch hat das sportliche Geschehen bei Bayern Münchens berauschendem 4:0-Sieg gegen Borussia Dortmund ein Stück weit in den Hintergrund gerückt. Obwohl der Konfrontationskurs des 50-Jährigen durchaus überraschte, ist er nur eine logische Folge der immer größer (und unsachlicher) werdenden Kritik an seiner Person. Zumal manche Vorwürfe fragwürdig sind. Ein Kommentar.
Tuchel ätzt nach Bayern-Sieg gegen Hamann und Matthäus
Quelle: Perform
Thomas Tuchel kam mit dem sprichwörtlichen Messer zwischen den Zähnen nach Dortmund gereist.
Bereits vor dem Bundesliga-Topspiel hatte Bayern Münchens Trainer "Sky"-Reporter Patrick Wasserziehr mit extrem kurzen Antworten auflaufen lassen. Bei der späteren Konfrontation mit Lothar Matthäus, neben Dietmar Hamann einer seiner beiden Chefkritiker vom Dienst, eskalierte die Situation dann.
Nach einem denkwürdigen Emotionsausbruch zog der 50-Jährige mit den Worten "heute haben wir 4:0 gewonnen, jetzt müsst ihr eine 180-Grad-Wende machen - viel Spaß" von Dannen.
Rumms, das hat gesessen.
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Thomas Tuchel - FC Bayern
Fotocredit: Getty Images
Tuchels Ausbruch ist nur verständlich
Der Auftritt erinnerte ein Stück weit an die legendäre Weißbier-Wutrede des ehemaligen Bundestrainers Rudi Völler. Während der Experten-Runde die Entrüstung noch deutlich ins Gesicht geschrieben stand, legte Tuchel auf der Pressekonferenz sogar noch einmal nach.
Obwohl die Art und Weise seiner Reaktion durchaus überraschte, ist ein derart emotionaler Ausbruch in der Fußball-Branche nicht zuletzt aufgrund des immens hohen Erfolgsdrucks keine Seltenheit - und in Tuchels Fall nur verständlich.
Der Nagelsmann-Nachfolger sieht sich seit Wochen teils heftiger Kritik in der Öffentlichkeit ausgesetzt. Die (mitunter unsachlichen) Vorwürfe: Es gäbe Zerwürfnisse in der Mannschaft mit dem Trainer und keine sportliche Weiterentwicklung.
Tuchel würde seinen "Spielern nicht vertrauen" und hätte etwa Joshua Kimmich "in sechs, sieben Monaten demontiert" (O-Töne Hamann). Außerdem soll er Berichten zufolge kaum mit seinen Spielern kommunizieren. Belege für etwaige lose Behauptungen gibt es jedoch nur selten.
Und auch die Zahlen sprechen eine ganz andere Sprache. Mit 26 Punkten aus den ersten zehn Bundesliga-Partien legte Tuchel den besten Bayern-Start seit acht Jahren hin.
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Tuchel kontert Hamann: "Sehe auch keine Weiterentwicklung"
Quelle: Perform
Einmal ganz tief durchatmen
Selbstverständlich schmerzt das peinliche Aus im DFB-Pokal in Saarbrücken, weshalb es nur allzu verständlich ist, dass sich der 50-Jährige zuletzt Kritik gefallen lassen musste - doch ein Grund, um Tuchel auf persönlicher Ebene anzugreifen, ist dies nicht.
Dennoch täten Tuchel und das Experten-Duo Matthäus/Hamann gut daran, nun einmal tief durchzuatmen, sich in den kommenden Tagen auszusprechen und diese Unstimmigkeiten aus dem Weg zu räumen.
Oder wie es Kommentator Wolff-Christoph Fuss formulierte: "Ich wünsche Thomas Tuchel einen schönen, entspannten Sonntag." Dem kann man sich nach den Turbulenzen der vergangenen Tage nur anschließen.
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"Extrem schwer hier!" Tuchel lobt Bayern-Stars
Quelle: Perform
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