Borussia Dortmund: Was Raphaël Guerreiro für den BVB gegen PSG unverzichtbar macht
Borussia Dortmunds Befreiungsschlag gegen Eintracht Frankfurt (4:0) hatte viele Gesichter. Im Schatten der üblichen Verdächtigen Jadon Sancho und Erling Haaland bestach der formstarke Raphaël Guerreiro erneut mit einer starken Leistung. Der 26-Jährige könnte nun für den BVB ausgerechnet im Champions-League-Duell mit Paris Saint-Germain und Ex-Coach Thomas Tuchel zum Schlüsselfaktor werden.
Eurosport
Fotocredit: Eurosport
Spricht man in diesen Tagen über die berauschende Offensive des BVB, fallen primär die Namen der beiden Shootingstars Jadon Sancho und Erling Haaland. Ein Hauptakteur wird dabei in jener Riege jedoch häufig vergessen: Raphaël Guerreiro.
Dabei ist der Portugiese in diesen Tagen aus der Mannschaft von Trainer Lucien Favre kaum mehr wegzudenken. Wie wichtig Guerreiro für die Schwarz-Gelben ist, stellte er im vergangenen Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt (4:0) einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis.
Kurz nach der Halbzeit war es seine Balleroberung tief in der eigenen Hälfte, die am Ende einer sehenswerten Kombination über die Stationen Achraf Hakimi und Sancho im Treffer zum 3:0 durch Haaland mündete (54.).
Den Endstand besorgte Dortmunds Nummer 13 dann 20 Minuten später höchstpersönlich, als er den Ball bereits am Frankfurter Strafraum abfing und von der Strafraumkante aus trocken vollstreckte.
Guerreiro: Schnittstelle zwischen Abwehr und Angriff
Im Schatten der jungen Wilden in der BVB-Offensive verzeichnete Guerreiro am Ende der Partie sowohl die meisten Torschüsse als auch die meisten Torschussvorlagen (jeweils drei).
Mindestens genauso bemerkenswert war allerdings seine Leistung am anderen Ende des Spielfeldes: Neben einer herausragenden Zweikampfquote von 71,4 Prozent konnte er den Höchstwert an abgefangenen Bällen unter allen Akteuren vorweisen (vier).
Der Grund für die Leistungsexplosion des Portugiesen ist die neue taktische Ausrichtung des BVB. Guerreiro ist einer der Hauptprofiteure von Favres Systemumstellung von 4-2-3-1 auf das offensivere 3-4-3, wo er als flexibler Allrounder auf der linken Seite in den vergangenen Partien immer mehr als Schnittstelle zwischen Abwehr und Angriff fungierte.
So überrascht es kaum, dass er alleine in den letzten vier Bundesliga-Partien ganze fünf Scorerpunkte (drei Treffer, zwei Vorlagen) verbuchen konnte.
Wie schmerzlich der gelernte Linksverteidiger aufgrund einer Muskelverhärtung im DFB-Achtelfinale gegen Werder Bremen vermisst wurde, offenbarte das überraschende 2:3-Pokalaus im Weser-Stadion, bei der sein etatmäßiger Vertreter Nico Schulz zum wiederholten Male keine gute Figur abgab.
Ex-Coach Tuchel baggerte im Sommer an Guerreiro
Dabei standen die Zeichen im Sommer noch deutlich auf Abschied. Ausgerechnet Ex-Trainer und Guerreiro-Fürsprecher Thomas Tuchel wollte seinen ehemaligen Schützling nach Paris lotsen und es schien, als sollte der Europameister dem Lockruf seines ehemaligen Förderers folgen.
Doch dann die überraschende Kehrtwende im Oktober des vergangenen Jahres: Statt eines Transfers zum französischen Meister verlängerte Guerreiro bei den Schwarz-Gelben nur kurze Zeit später seinen Kontrakt bis 2023.
Schon damals lobte Sportdirektor Michael Zorc die Flexibilität des Portugiesen:
Guerreiro der Schlüsselfaktor gegen PSG?
Doch das war nicht immer so. Nach seinem Wechsel im Sommer 2016 vom FC Loriot ins Ruhrgebiet pendelte Guerreiro regelmäßig zwischen diversen Positionen auf der linken Seite und dem zentralen Mittelfeld. Richtig festspielen konnte sich der Allrounder aufgrund zahlreicher Verletzungen jedoch letztlich nirgends.
"Guerreiro ist viel zu gut, um auf eine Position festgelegt zu werden", lobte der ehemalige BVB-Coach Tuchel seinen Schützling einst. In der Vergangenheit lag aber genau hierin das Problem des portugiesischen Nationalspielers.
Gelingt es dem 26-Jährigen nun endlich, über einen längeren Zeitraum verletzungsfrei zu bleiben, kommt Favre um eine dauerhafte Nominierung des 26-Jährigen gar nicht mehr drum herum.
Im Champions-League-Kracher gegen Paris Saint-Germain und Lehrmeister Tuchel (21:00 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) könnte ausgerechnet der gebürtige Franzose zum Schlüsselfaktor gegen die zuletzt alles andere als sattelfeste Defensive des Ligue-1-Tabellenführers (4:4 gegen den SC Amiens) mutieren.
Tuchel dürfte allerdings gewarnt sein, schließlich weiß er mit am besten um die Qualitäten des Allrounders.
Das könnte Dich auch interessieren: Vor dem Kracher gegen den BVB: Das sind Tuchels Baustellen
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/12/18/image-75bf2e61-56ec-4375-aef6-96b1adf156e9-68-310-310.jpeg)