Der deutsche Nationalspieler hatte sich den Ball im Sechzehner beim Stand von 1:0 für den BVB (Endstand 1:2) unglücklich selbst an den Arm geköpft.
Obwohl die Regel (Regel 12) eindeutig besagt, dass kein Elfmeter zu verhängen ist, wenn ein Spieler gezielt mit dem Kopf Richtung Ball geht und sich dabei selbst an den Arm oder die Hand köpft, entschied Schiedsrichter Carlos del Cerro Grande aus Spanien nach Überprüfung der Szene durch den Video Assistant Referee (VAR) auf den Punkt - zum Ärger von Borussia Dortmund.
"Das Spiel hat sich total geändert nach dem 1:1. Ich glaube in den Regeln steht, dass das keine Hand ist, weil ich zuerst mit dem Kopf am Ball bin. Wenn wir das Spiel deswegen verlieren, ist es natürlich bitter. Im Hinspiel wurde uns ein Tor weggenommen", monierte der vermeintliche Übeltäter Can im Anschluss bei "Sky".
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City-Star Riyad Mahrez ließ sich jedenfalls nicht zweimal bitten und verwandelte den strittigen Elfmeter trocken zum 1:1-Ausgleich (55.). Wenig später sorgte Phil Foden mit dem 2:1-Siegtreffer für die Citizens für den endgültigen Knock-out für den BVB. Youngster Jude Bellingham hatte den Bundesligisten in der 15. Minute mit einem sehenswerten Schlenzer in Front gebracht.

Hamann kritisiert Elfmeter-Entscheidung harsch: "Skandalös"

Deutlicher wurde dagegen "Sky"-Experte Dietmar Hamann, der sich aufgrund des Elfmeterpfiffs regelrecht in Rage redete.
"Dortmund hat sich tapfer geschlagen, aber sie sind durch eine skandalöse Entscheidung um den Lohn ihrer Arbeit gebracht worden. Der Elfmeter, der meiner Meinung nach nie hätte gegeben werden dürfen, hat ihnen den Zahn gezogen. Nach dem Elfmeter haben sie alle den Glauben verloren, das Ding irgendwie zu drehen", polterte der Ex-Bayern-Profi und ergänzte:
"Nach so einem heroischen Kampf nach eineinhalb Spielen so einen Elfmeter bekommen - wenn wir solche Entscheidungen nicht zurücknehmen, weiß ich nicht, ob der Videobeweis Zukunft hat. Den Dortmundern wurde heute ganz übel mitgespielt. Die Regel besagt, dass wenn du dir selbst an den Arm köpfst, ist es nicht strafbar. Da gibt es keinen Interpretationsspielraum. Deswegen ist das für mich skandalös. Als Fußballfan kann ich das nicht mehr akzeptieren, weil die Leute das nicht mehr verstehen. Der Videobeweis wurde für mich heute begraben."
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Terzic hadert: "Für mich kein strafbares Handspiel"

Der ehemalige Bundesliga-Trainer Ewald Lienen pflichtete Hamann bei. "Wir haben Interpretationen, die für mich geisteskrank sind. Diese ganzen Handsachen sind für mich lächerliche Geschichten, womit ich ganze Meisterschaften entscheide", kritisierte der 67-Jährige und betonte im Hinblick auf das nicht gegebene Tor von Bellingham aus dem Hinspiel: "Wieso ist das von Bellingham Foul im ersten Spiel? Das ist albern."
Auch BVB-Trainer Edin Terzic bewertete die umstrittene Szene rund um die 55. Minute als Fehlentscheidung von Schiedsrichter del Cerro Grande und dessen Gespann. "Hand ist immer eine schwere Kiste, immer eng, das zu bewerten. Uns wurde vor der Saison ganz klar gesagt, dass es nicht als regelwidrig angesehen wird, wenn man sich selbst anköpft. Es ist sehr ärgerlich und für mich kein strafbares Handspiel. So ein Tor wirft dich aus dem Konzept."

Mahrez trifft zum Ausgleich für City gegen den BVB

Fotocredit: Getty Images

Reus pflichtet Gündogan und Guardiola bei

Naturgemäß anders sah dagegen City-Coach Pep Guardiola die Szene. "Ganz klar Elfmeter. Der Ball ist an der Hand", erklärte der Katalane, räumte jedoch ein, dass die "Regel klarer sein sollte".
Ilkay Gündogan schloss sich der Meinung seines Übungsleiters an. "Ich hatte das Gefühl, dass sein Arm sehr weit draußen war. Er kommt zwar mit dem Kopf an den Ball, aber ich weiß nicht, ob sein Arm da draußen was zu suchen hat. Die Reaktion der Dortmunder hat auch gezeigt, dass sie nicht viel einzuwenden hatten gegen den Elfmeter", zeigte sich der Ex-BVB-Profi durchaus verwundert.

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Tatsächlich beurteilte auch BVB-Kapitän Marco Reus die Szene ähnlich wie sein ehemaliger Mannschaftskollege. "Für mich war das Hand. Wenn es auf der anderen Seite dazu gekommen wäre, hätten wir auch lautstark protestiert", gestand der 31-Jährige.
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