Es ist im Fußball mittlerweile Usus, sich den Spielball beziehungsweise einen der zahlreichen Spielbälle zu sichern, mit denen man zuvor mindestens drei Treffer erzielt hat. Auch Robert Lewandowski schnappte sich am Mittwochabend nach Abpfiff ein Spielgerät, das zuvor im Rahmen des 7:1 des FC Bayern gegen den FC Salzburg zum Einsatz gekommen war.
Dass das Rückspiel des Champions-League-Achtelfinals zu einer derart klaren Angelegenheit wurde, war aus Bayern-Sicht einmal mehr dem Polen zu verdanken, der mit seinem rekordträchtigen Blitz-Hattrick zwischen der 12. und 23. Minute schon früh die Weichen auf Kantersieg gestellt hatte. Neben seinem Dreierpack leitete Lewandowski das Tor zum Endstand durch Leroy Sané sehenswert per Hacke ein.
"Er hat insgesamt sehr gut gespielt, auch mannschaftsdienlich", fasste Trainer Julian Nagelsmann die Leistung seines Knipsers, der zuvor eine Mini-Durststrecke von zwei torlosen Bundesligaspielen zu verkraften hatte, verhältnismäßig nüchtern zusammen.
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Salzburg-Coach Matthias Jaissle lobte den "Weltklassestürmer" Lewandowski. Keine sonderlich neue Erkenntnis, immerhin bewegt sich der ehemalige Dortmunder bereits seit etlichen Jahren auf einem Spitzenlevel. Seine Torquote und seine herausragenden Leistungen brachte Lewy sowohl 2020 als auch im vergangenen Jahr den Titel "FIFA Weltfußballer des Jahres" ein.

Lewandowskis neue Ballon-d'Or-Bewerbung

Geschielt hatte der Torjäger auch auf den eigentlich noch prestigeträchtigeren Ballon d’Or. Die goldene Kugel wurde aufgrund der Corona-Pandemie 2020 nicht vergeben, Ende November 2021 stach Lionel Messi den Bayern-Star aus.
Die Tatsache, dass "La Pulga" anstelle Lewandowskis mit der Trophäe bedacht wurde, löste eine hitzige Diskussion aus. Der Tenor vieler Fans und Experten: Diesmal hatte Messi die Auszeichnung nicht verdient, sondern Lewandowski. Derjenige, der Gerd Müllers vermeintliche Bestmarke für die Ewigkeit von 40 Bundesliga-Saisontoren gebrochen hatte.

Lionel Messi mit dem Ballon d'Or

Fotocredit: Getty Images

Während der 34-jährige Messi aufgrund seiner bisherigen Darbietungen für seinen neuen Klub Paris Saint-Germain mutmaßlich kein Kandidat auf einen abermaligen Triumph beim Ballon d’Or sein dürfte, bringt sich Lewandowski, mittlerweile mit 33 Jahren ebenfalls im gehobenen Fußballeralter, auch in dieser Spielzeit in beeindruckender Manier in Stellung: 42 Tore in wettbewerbsübergreifend 35 Spielen sprechen eine mehr als deutliche Sprache.
Die spanische Sportzeitung "Marca" titelte nach der Lewandowski-Gala gegen Salzburg, die von der Tatsache, dass zwei seiner Tore aus Elfmetern resultierten, nicht geschmälert wurde, entsprechend: "Lewandowski führt die Bayern ins Viertelfinale und beansprucht erneut ‚seinen‘ Ballon d’Or."

Lewandowski sendet klares Signal in Richtung Bosse

Neben seiner neuerlichen Bewerbung auf die größte aller individuellen Fußball-Auszeichnungen war Lewandowskis Auftritt auch ein klares Zeichen an seinen Arbeitgeber. Seit Monaten geistern Berichte durch die Medienwelt, wonach die Bayern-Verantwortlichen darum bemüht sind, den 2023 auslaufenden Vertrag mit ihrem Superstar zu verlängern.
Man wolle "alles dafür tun", um Lewandowski zu halten, sagte Hasan Salihamidzic zuletzt im Gespräch mit "Sky". Angesprochen auf die Aussagen des Sportvorstandes, erklärte Lewandowski: "Ich höre das zum ersten Mal." Aussagen, die ein Kommunikationsproblem nahelegen. Bisweilen lavieren die Bosse tatsächlich, sobald sie mit der Zukunft des Angreifers konfrontiert werden.
"Ich habe es mehrfach gesagt, dass wir jetzt im Frühjahr Gespräche führen wollen mit vielen unserer verdienten Spieler, natürlich auch mit Robert", sagte Vorstandschef Oliver Kahn vor wenigen Tagen im Vorfeld des Duells mit den Roten Bullen aus der Mozartstadt am "Sky"-Mikrofon.

Robert Lewandowski

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Man wolle sich zunächst "hundertprozentig auf das konzentrieren, um was es geht: Deutscher Meister werden und wir haben auch das Rückspiel gegen Salzburg im Auge. Danach werden wir schauen." Nicht wirklich aussagekräftig. Ex-Bayern-Profi Lothar Matthäus sparte später nicht mit Kritik. Kahns "Rumschieberei" könne "Unruhe in der Kabine verursachen." Früher, zu Zeiten der beiden Alphatiere Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge, hätte Lewandowski zu diesem Zeitpunkt bereits "Klarheit gehabt", sagte Matthäus.
Der Rekordnationalspieler führte aus: "Lewandowski gehört zum FC Bayern. Wenn Uli Hoeneß noch da wäre, hätte er nach dem Kahn-Interview gesagt: 'Hey, morgen früh kann er in meinem Büro sofort seinen Vertrag verlängern.' Da sind klare Worte gesagt worden." Matthäus wünsche sich von Kahn und Salihamidzic "ein bisschen mehr Emotionen und mehr klare Antworten."

Ex-Bosse werben für Vertragsverlängerung

Deutlicher wurden Hoeneß und Rummenigge, beide zwar nicht mehr in Amt und Würden, aber weiterhin mit Einfluss beim Rekordmeister in puncto Lewandowski-Verlängerung: "Ich bin beim FC Bayern nicht mehr auf dem Driver’s Seat", sagte Hoeneß Anfang des Jahres im Interview mit der "dpa". Er denke aber, dass die Protagonisten um Präsident Hainer, Kahn und Salihamidzic sich "der Thematik bewusst sind und versuchen werden, mit diesen Spielern zu verlängern."
Damit war ausdrücklich Lewandowski, aber auch Thomas Müller und Manuel Neuer gemeint, deren Arbeitspapiere ebenfalls 2023 auslaufen. "Derzeit kann ich mir die Jahre 2024 und 2025 ohne dieses Trio nicht vorstellen", so Hoeneß weiter. Sein langjähriger Kollege Rummenigge sagte mit Blick auf Lewandowski und eine mögliche Vertragsverlängerung: "Wir haben 2014 unglaublich viel in die Waagschale gelegt, um ihn zu bekommen. Ich kann dem FC Bayern nur wünschen, dass er über seine aktuelle Vertragslaufzeit hinaus bleibt."
Wünsche, die die Anhänger des FC Bayern teilen dürften. Lewandowski ist in Top-Form und macht keinerlei Anstalten, in naher Zukunft sowohl körperlich als auch mental abzubauen. Er ist kaum anfällig für Verletzungen und im Verein seit Jahren etabliert, Lewandowski ist die personifizierte Lebensversicherung. Das hat er gegen Salzburg einmal mehr unter Beweis gestellt. Ein wiederholtes Signal, dass man schnellstmöglich mit ihm verlängern sollte.
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