Philipp Coutinho bekommt beim FC Barcelona eine zweite Chance

Philippe Coutinho hat in seinen zwölf Monaten beim FC Bayern viele persönliche Auf und Abs erlebt. Sportlich lief es mit dem Team und dem Triple allerdings überragend, auch wenn der Brasilianer nicht mehr als ein Rollenspieler unter Hansi Flick war. Nun kehrt der 28-Jährige zu seinem Stammverein nach Barcelona zurück, will sich dort durchbeißen. Ein Abschied von Lionel Messi wäre kein Nachteil.

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"Ich bin überglücklich über diesen Titel. Das war mein letztes Spiel in diesem Trikot", erklärte Philippe Coutinho dem brasilianischen TV-Sender "Esporte Interativo".
Der 28-Jährige hatte kurz vorher mit dem FC Bayern München den größten sportlichen Erfolg in seiner Karriere gefeiert. Gegen Paris Saint-Germain krönte sich Coutinho im Trikot der Münchner zum Champions-League-Sieger 2020.
Danach verkündete er persönlich das, was schon bereits länger feststand: Seinen Abschied aus der bayerischen Landeshauptstadt nach einem Jahr.
"Die Kaufoption ist abgelaufen, und wir haben sie nicht gezogen", bestätigte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge schon Ende Mai im "Spiegel". Die einjährige Leihe des Brasilianers wird offiziell zum 31. August beendet sein.
Beim Champions-League-Finalturnier ließ Coutinho aber noch einmal seine unbestrittene Klasse aufblitzen. Gegen seine eigentliche Liebe FC Barcelona brauchte er nur eine Viertelstunde für zwei eigene Treffer und eine Torvorlage.

Coutinho will sich beim FC Barcelona durchbeißen

Auch gegen Olympique Lyon im Halbfinale und im Endspiel gegen Paris Saint-Germain wusste Coutinho seine begrenzte Einsatzzeit mit vielen guten Aktionen zu nutzen. Insgesamt stand er dabei aber nur 52 Minuten in Lissabon auf dem Feld.
"Es war ein Jahr mit vielen Höhen und Tiefen", beschrieb der Offensivspieler seine Zeit in München, in der er in insgesamt 38 Pflichtspielen elf Tore erzielte und neun weitere vorlegte.
Dabei spielte Coutinho allerdings nur elfmal über 90 Minuten und verpasste fast den kompletten Bundesligaendspurt mit Sprunggelenksproblemen. Allerdings gewann er mit dem FC Bayern eben auch als Rollenspieler das Triple. Nun geht es wieder zu seinem Stammverein.

Coutinho hat Lust auf Barcelona

"Ich kehre mit viel Lust nach Barcelona zurück. Barcelona war immer der Klub, von dem ich geträumt habe", bekundete Coutinho seine Liebe in Richtung der Katalanen. Dabei konnte er dort in anderthalb Jahren an der Seite von Lionel Messi nie überzeugen und seine Ablösesumme von 145 Millionen Euro nie rechtfertigen.
Das soll sich in seiner zweiten Zeit beim FC Barcelona ändern. "Ich werde dafür arbeiten, dass mir die Dinge, die bisher nicht eintraten, nächste Saison gelingen", kündigte Coutinho bereits vollmundig an. Bei Barça sprachen insbesondere auch die Statistiken gegen den brasilianischen Nationalspieler, der in 76 Partien lediglich 21 Tore und elf Vorlagen verbuchte. Zu wenig für die hohen Ansprüche.

Koeman plant mit Coutinho in Barcelona

Dabei überzeugte er vorher in der Premier League. Beim FC Liverpool war Coutinho unter Jürgen Klopp unangefochtener Stammspieler. Der Offensivakteur sei ein "fußballerisch sehr dominanter Spieler, der einer Mannschaft richtig weiterhilft, sie prägen kann", sagte der deutsche Trainer einst dem "Kicker".
Auch Neu-Barça-Coach Ronald Koeman, der zwischen 2014 und 2017 den FC Southampton sowie den FC Everton in England trainierte und dabei mehrmals die Wege mit Coutinho kreuzte, hält offenbar viel vom Brasilianer.
Nach einem Bericht der spanischen "Mundo Deportivo" meldete sich der frühere Bondscoach bereits am Morgen nach dem Champions-League-Triumph höchstpersönlich am Telefon bei Coutinho. Dabei soll Koeman dem 28-Jährigen nicht nur zum Titel gratuliert haben, sondern ihm auch versichert haben, dass er in der kommenden Saison in Barcelona auf ihn setze.
Während Luis Suárez, Arturo Vidal, Ivan Rakitic und Samuel Umtiti sich angeblich einen neuen Verein suchen können und auch Sergio Busquets vor dem Aus steht, spielt Coutinho eine wichtige Rolle in Koemans Plänen. Daher soll der Brasilianer nach ein paar Tagen Heimaturlaub offenbar bereits am kommenden Montag pünktlich zum Trainingsstart der Katalanen wieder auf dem Platz stehen.

Das System von Koeman passt zu Coutinho

Das System des Niederländers ist dabei auf den ersten Blick definitiv maßgeschneidert für Coutinho. Denn der Ex-Liverpool-Akteur fühlt sich im Zentrum deutlich wohler als auf der Außenbahn, wo ihn Ex-Barça-Trainer Ernesto Valverde überwiegend verordnete.
Koeman setzt in der Regel zwar auch auf das für Barça typische 4-3-3-System, lässt dabei zumeist aber zwei offensive Mittelfeldspieler im Zentrum agieren. Ein ähnliches System wie es Barcelona-Legende Johan Cruyff einst geprägt hatte.
Darüber hinaus agiert Koeman zudem noch mit nach innengerückten Flügelstürmern, die nicht als klassische Außen auf den Seiten kleben sollen. Damit kommen für Coutinho im System von Koeman gleich vier potenzielle Positionen in Frage.
Die rechte Angriffsseite war bislang allerdings unantastbar. Denn dort regierte seit weit über einem Jahrzehnt Lionel Messi. "Messi ist der beste Spieler der Welt. Du willst ihn in deinem Team haben", machte Koeman bei seiner Antrittsrede in Barcelona vor Wochenfrist auch unweigerlich klar.

Messi-Abgang würde Coutinhos Chance in Barcelona erhöhen

Doch nach einem persönlichen Gespräch, in dem der 57-Jährige dem Argentinier seine Pläne mit den Katalanen vorgestellt hat, soll Messi laut dem Radiosender "RAC1" bereits angedeutet haben, dass er Barcelona gerne verlassen würde.
Mit Manchester City, Inter Mailand und Paris Saint-Germain warf die "Marca" gleich drei finanzkräftige Klubs ins Rennen, die angeblich Interesse am Superstar haben. Ein möglicher Abschied der Barça-Legende steht bevor.
Für Coutinho persönlich wäre ein Abgang der Barça-Legende sicherlich kein Nachteil. Denn schließlich würde dann nicht nur eine weitere Position frei werden, die der Brasilianer bekleiden könnte, sondern der Fokus der spanischen Startruppe würde weg vom argentinischen Zauberkönig fallen und die Verantwortung auf viele Schultern verteilt werden. Coutinho hätte so die Chance, aus dem Schatten Messis zu treten.

FC Arsenal angeblich an Coutinho interessiert

Falls Messi aber doch bleiben sollte und Coutinho auch nicht unter Koeman den erhofften Durchbruch in Barcelona schafft, würden die Katalanen dem 28-Jährigen dann sicher bei einem passenden Angebot keine Steine in den Weg legen.
Dies wäre allerdings nur eine sinnvolle Lösung, falls die Beziehung zwischen dem Brasilianer und Barça endgültig ins Leere zu laufen droht. Vorher kann er sich allerdings in Barcelona unter Koeman beweisen. Sein Vertrag ist auch noch langfristig bis 2023 datiert.
Vorerst hat Coutinho mit Barcelona aber die Chance, ähnlich wie mit dem FC Bayern, große Erfolge zu feiern und Titel zu holen.
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