Der Superstar verließ mit gesenktem Kopf das Spielfeld des Camp Nou. Auf dem Weg in die Katakomben motzte Lionel Messi nach der 1:3 (1:1)-Heimniederlage des FC Barcelona im Clásico gegen Real Madrid und ließ seinem Unmut damit freien Lauf.

Messi zeigte zwar in der ersten Halbzeit eine ansprechende Leistung, tauchte aber nach der Pause fast völlig unter. Der Argentinier ist für Barça nicht mehr der Unterschiedmacher in den großen Spielen. Beim blamablen 2:8 gegen den FC Bayern in der Champions League in der Vorsaison blieb Messi bereits blass. Auch gegen Sevilla und in den zweiten 45 Minuten gegen Real Madrid war der sechsmalige Weltfußballer kaum zu sehen.

Premier League
Liverpool scoutet: Bundesliga-Spieler als van-Dijk-Ersatz?
25/10/2020 AM 13:17

"Zum Abschluss seines möglicherweise letzten Clásicos im Camp Nou sah Lionel Messi verloren aus. Ein Anblick, der für Fans von Barcelona inzwischen nur zu bekannt sein dürfte", urteile der englische "Guardian".

Gerade vor dem Tor wirkte La Pulga ungewohnt wenig zielstrebig. Mittlerweile ist der Argentinier bereits seit 515 Minuten ohne Treffer in Spielen gegen Real. Zuvor netzte er 26 Mal in 38 Partien. Doch seit dem Abgang von Cristiano Ronaldo von Madrid zu Juventus Turin vor zwei Jahren hat Messi weder ein Tor noch eine Torvorlage zu Buche stehen.

Lionel Messi verließ nach der Niederlage im Clásico gegen Real Madrid enttäuscht den Platz

Fotocredit: Getty Images

Barça - Real Madrid: Koeman zufrieden mit gezeigter Leistung

Nach der titellosen Vorsaison, der ersten seit der Spielzeit 2007/08, sowie der Messi-Saga im Sommer muss das erfolgsverwöhnte Barça eigentlich Ergebnisse liefern. Unter Neu-Trainer Ronald Koeman stehen nach den ersten fünf Partien in La Liga aber nur sieben Punkte auf der Habenseite. Das reicht lediglich zu Rang zwölf.

Koeman steht vor einer Herkulesaufgabe mit vielen Baustellen in Barcelona. Kreativ- und ideenlos präsentierte sich Barça gegen den FC Sevilla (1:1) und in Getafe (0:1) in der Liga. Auch der hohe Sieg in der Champions League gegen Ferencvaros Budapest (5:1), das über weite Strecken der Partie im Camp Nou das bessere Team war, täuscht nicht über die aktuellen Probleme der Katalanen hinweg.

Der Clásico war gegenüber den zuvor gezeigten Leistungen dahingehend ein Fortschritt. 60 Minuten lang war das Duell mit dem großen Rivalen eine Partie auf Augenhöhe. Nach dem unnötigen Trikotzupfer von Clément Lenglet an Sergio Ramos im Strafraum und dem anschließend verwandelten Elfmeter des Real-Kapitäns zum zwischenzeitlichen 2:1 für die Gäste (63.) fand Barça jedoch keinen Weg mehr zurück ins Spiel.

"Wir haben gut gespielt, Möglichkeiten geschaffen. Auch in der zweiten Halbzeit waren wir gut", analysierte Koeman überraschend. Solche Worte hat man nach Niederlagen bei den Katalanen in den vergangenen zehn Jahren selten gehört.

Koeman regt sich auf: "Real-Spieler tun alles für Elfmeter"

FC Barcelona: Antoine Griezmann bleibt weiterhin der größte Problemfall

Antoine Griezmann hat nach seiner schwachen Debütsaison im Camp Nou auch unter Koeman immer noch nicht zu seiner Form früherer Tage gefunden. Der Weltmeister bleibt das größte Sorgenkind in Barcelona.

Gegen Real ließ Koeman den französischen Torjäger 81 Minuten auf der Bank schmoren und setzte stattdessen neben Messi und Ansu Fati auf den erst 17-jährigen Pedri, der auf der Außenbahn agierte. Eine heftige Ohrfeige für Griezmann, der nach dem Abgang von Luis Suárez (Atlético Madrid) und dem Trainerwechsel im Sommer gehofft hat, endlich beim FC Barcelona anzukommen.

"Der Plan war, Spielkontrolle zu haben, Messis Position zu verändern und Ansu als Referenz für seine Geschwindigkeit ganz vorne spielen zu lassen", begründete Koeman, warum Griezmann auf der Ersatzbank Platz nahm.

In den finalen zehn Minuten der Partie konnte der Franzose das Spiel nicht mehr maßgeblich beeinflussen. Gelingt es Koeman nicht, Griezmann ins Barça-Spiel zu integrieren, wird das Thema den Coach die gesamte Saison begleiten. Falls die Katalanen den Weltmeister nicht im Winter abgeben sollten.

Ronald Koeman brachte Antoine Griezmann im Clásico erst ganz spät in der Schlussphase

Fotocredit: Getty Images

Barça-Erzrivale Real Madrid findet im Clásico Weg aus der Krise

Insgesamt reagierte der ehemalige Bondscoach sehr spät und brachte erst zwischen der 81. und 87. Minute vier frische Offensivkräfte ins Spiel. Zu spät. "Ronald Koeman wurde erneut daran erinnert, dass eine erfolgreiche Karriere als Trainer nicht unbedingt ein Ruhekissen für die Arbeit als Trainer sein muss", schrieb die "AS" nach dem Clásico.

Auch schlimm für Barça: Durch den Sieg im Camp Nou ist bei Erzrivale Real Madrid erst einmal wieder Ruhe hinter den Kulissen. Die Königlichen standen nach den peinlichen Niederlagen zu Hause in La Liga gegen Cádiz (0:1) und der Champions League gegen Schachtjor Donezk (2:3) gehörig in der Kritik. Startrainer Zinédine Zidane wurde gar angezählt.

Während Real nun aufatmen kann, ist Barcelona nach nur einem Sieg aus den vergangenen vier Pflichtspielen auf dem harten Boden der Tatsachen gelandet und mehr denn je unter Druck, den Turnaround zu schaffen. Die nächste große Aufgabe kommt bereits am Mittwoch, denn da muss Barça in der Champions League bei Juventus Turin (ab 21 Uhr im Liveticker) antreten.

Extra Time- Der Eurosport-Podcast:

Spotify oder Apple Podcast? Höre alle Folgen "Extra Time" auf der Plattform deines Vertrauens

Das könnte Dich auch interessieren: Lewandowski-Gala, Tor-Rekord und neue Sorgen beim FC Bayern

Zidane adelt Clásico-Torschütze Ramos: "Liebe seine Einstellung"

Bundesliga
Bürki oder Hitz? Favre "gefällt die Frage nicht"
25/10/2020 AM 12:13
La Liga
Drei Dinge, die im Clásico auffielen: Ohrfeige für Griezmann
24/10/2020 AM 17:24