Es ist erst wenige Monate her, da schwärmte Barça-Coach Xavi von Ousmane Dembélé. "Er kann der beste Spieler der Welt auf seiner Position sein. Es gibt nur wenige Spieler mit seinen Eigenschaften", meinte der Weltmeister von 2010.
Der 25-Jährige sei ein "Unterschiedsspieler" mit einer Menge Potenzial. "Ich hoffe, dass er bei uns bleibt", erklärte Xavi. Dieser Wunsch erfüllt sich wohl nicht, denn nach Informationen von "AS" und "Cadena Ser" lehnte der Ex-Dortmunder das letzte Barça-Angebot ab.
Angeblich handelte sich um einen Einjahresvertrag mit einer Ausstiegsklausel von nur zehn Millionen Euro. Damit ist der Abschied von Dembélé, der in 149 Einsätzen 32 Tore erzielte, besiegelt. Sein Vertrag läuft Ende Juni aus.
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Doch der Weltmeister von 2018 hat mehrere Optionen für seine Zukunft.

Tuchel wirbt (erneut) um Dembélé

Sorgen muss sich Dembélé keine machen. Besonders der FC Chelsea soll großes Interesse an einer Verpflichtung haben. Laut der Online-Plattform "Football London" setzte sich Blues-Coach Thomas Tuchel bereits mit dem 25-Jährigen in Verbindung und erläuterte seine Pläne. Wie die "AS" berichtet, gab es zudem Gespräche mit Dembélé-Berater Moussa Sissoko. Eine Einigung könnte demnach schon in den kommenden Wochen anstehen.
Tuchel und der Franzose kennen sich aus der gemeinsamen Zeit bei Borussia Dortmund. Der deutsche Coach holte Dembélé 2016 zum BVB. Im Sommer 2017 verließen sowohl der Offensivakteur als auch Tuchel Dortmund. Dembélé streikte sich bekanntlich nach Barcelona.

Thomas Tuchel, Ousmane Dembélé - BVB

Fotocredit: Imago

Sollte Chelsea ernst machen, könnten Abschiede in der Offensive anstehen. Denn bei einem Transfer von Dembélé hätte Tuchel einen Platz weniger im Angriff frei. Romelu Lukaku, der erst im vergangenen Sommer verpflichtet wurde, soll vor einer Leihe stehen. Hauptinteressent ist angeblich Ex-Klub Inter Mailand.
Bei Christian Pulisic und Hakim Ziyech könnte es auch eng werden, erklärt Ben Thorne von Eurosport UK: "Pulisic hat nur noch zwei Jahre Vertrag und seine anhaltende Formschwäche könnte Chelsea dazu verleiten, ihn zu verkaufen, bevor er seinen Vertrag weiter auslaufen lässt." Auch Ziyech könne gehen, "da Tuchels Vertrauen in Spieler wie Mason Mount und Kai Havertz seine Spielzeit einschränkt und er noch nicht an seine Form bei Ajax anknüpfen kann".
Ein Wechsel nach London ist für Dembélé im Moment am wahrscheinlichsten. Laut "Mirror" kann sich auch der Franzose selbst einen Transfer zu Chelsea vorstellen.
  • Transferwahrscheinlichkeit: 80 Prozent

Liverpool, Man United oder PSG als Alternative?

Doch auch andere Klubs waren in den vergangenen Monaten laut diverser Medienberichte in der Verlosung. Allen voran der FC Liverpool soll Interesse gezeigt haben. Wie die spanische Zeitung "Sport" berichtete, nahmen die Reds-Bosse daher Kontakt zu den Beratern von Dembélé auf.
Der 25-Jährige war offenbar als Ersatz von Sadio Mané im Gespräch. Der Senegalese steht vor einem Wechsel zum FC Bayern. Ob mittlerweile aber noch Interesse von Seiten Liverpools an Dembélé besteht, ist fraglich. Am Dienstag verkündeten die Reds die Verpflichtung von Darwin Núñez.
Im März war zudem PSG an Dembélé dran, wie "RMC Sport" und "Footmercato" berichteten. Angeblich gab es sogar eine mündliche Vereinbarung zwischen dem spieler und PSG-Sportdirektor Leonardo. Die Franzosen sollen mittlerweile jedoch von einem Transfer Abstand genommen haben.
Somit bleibt einzig noch Manchester United übrig. Die Engländer legten vor Kurzem laut "El Chiringuito" ein Angebot über ein Netto-Jahresgehalt von bis zu 15 Millionen Euro vor. Doch offenbar haben auch die Red Devils eher keinen Bedarf mehr. Thorne meint: "Erik Ten Hag scheint anderen Positionen Priorität einzuräumen. Die Gespräche wegen Frenkie De Jong und Jurrien Timber laufen."
  • Transferwahrscheinlichkeit: 15 Prozent

Bayern: Zweite Chance bei Dembélé?

Auch der FC Bayern wurde in den vergangenen Jahren immer wieder mit dem Ex-Dortmunder in Verbindung gebracht. Im Jahr 2016 vor Dembélés Wechsel zum BVB waren die Münchener "auf einem guten Weg", wie Michael Reschke, der damalige technische Direktor des Rekordmeisters, im Podcast "Bayern Insider" verriet. Doch die Bayern erhielten eine Absage.
"Der Junge wollte einfach nach Barcelona. Und ihm war klar, dass der Weg zu Barça bei einem Wechsel nach München zugemauert gewesen wäre", so Reschke.
Daher habe sich Dortmund am Ende durchgesetzt. Durch das Interesse an Liverpool-Star Mané dürfte ein Transfer von Dembélé aktuell jedoch uninteressant sein. Zudem hat der 25-Jährige in Deutschland seit seinem Streik beim BVB das Image eines Problem-Profis.
  • Transferwahrscheinlichkeit: 1 Prozent
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