Bei Philippe Coutinho hat sich eine Menge Wut angestaut.
Das wurde Ende November deutlich. Beim 3:1-Sieg des FC Barcelona gegen den FC Villarreal erzielte der Südamerikaner seinen ersten Saisontreffer. "Es war ein Wutschrei, weil ich treffen musste, um Selbstvertrauen zu gewinnen", brach es aus Coutinho heraus. Der Barça-Star wähnte sich am Wendepunkt.
Ein Trugschluss.
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In den folgenden vier Ligaspielen durfte Coutinho ganze 68 Minuten ran, die beiden vergangenen Partien gegen den FC Elche und jüngst gegen den FC Sevilla (1:1) verfolgte er gar nur als Zuschauer.

Coutinho: Auch unter Xavi keine Beförderung

Besonders bitter: Das Reservistendasein zieht sich für den Nationalspieler durch, egal wer auf der Trainerbank sitzt.
Weder der Ende Oktober entlassene Ronald Koeman, noch Interimscoach Sergi Barjuan und der neue Cheftrainer Xavi Hernández trauen Coutinho einen Stammplatz zu. Während der Brasilianer in der vergangenen Saison Pech hatte und nach einem Außenmeniskuseinriss die komplette Rückrunde verpasste, sitzt er nun fit draußen.

FC Barcelona: Philippe Coutinho mit Coach Xavi Hernandez

Fotocredit: Imago

Dabei war es nicht so, dass man nicht vieles ausprobiert hätte. Bei seinen 16 Pflichtspieleinsätzen in der laufenden Spielzeit agierte Coutinho ebenso als offensiver und zentraler Mittelfeldmann wie auch als Links- und Rechtsaußen.

Experte warnt: Pedri-Comeback verschärft Situation

Trotzdem könnte es bald noch schlimmer kommen, wie Fußball-Experte Adrian Garcia von Eurosport in Madrid erklärt. "Wenn Pedri nach seiner Muskelverletzung zurückkommt, wird er mit großer Wahrscheinlichkeit in die Startelf rücken." Damit dürfte die Luft noch dünner werden für Coutinho, der in Barcelona noch bis 30. Juni 2023 unter Vertrag steht.
Es ist ob der außer Frage stehenden Klasse von Coutinho bemerkenswert, wie zäh es in den vergangenen Jahren läuft. Zur Saison 2018/2019 wechselte Coutinho für satte 135 Millionen Euro von Liverpool nach Barcelona. Nur ein Jahr später verliehen die Katalanen ihren Königstransfer für eine Saison an den FC Bayern. Trotz guter Leistungen und dem Triple-Gewinn verzichtete der deutsche Rekordmeister darauf, die Kaufoption über 120 Millionen Euro zu ziehen.
Für Coutinho ging es zurück nach Barcelona, wo er seitdem fußballerisch nicht glücklich wird. Stand der Marktwert des offensiven Mittelfeld- und Flügelspielers 2018 laut "transfermarkt.de" bei 150 Millionen Euro, so ist die Summe inzwischen auf 20 Millionen zusammengesurrt. Und das, obwohl Coutinho mit 29 Jahren noch immer im besten Fußballeralter ist.

Barcelona im Sinkflug - Xavi übt Kritik

Immerhin ist er nicht der einzige prominente Barcelona-Profi, der in einer sportlich desolaten Saison mit Gruppen-Aus in der Champions League und Platz sieben in der Meisterschaft Probleme hat.
"Auch bei Frenkie de Jong oder Marc-André ter Stegen hakt es. Sie sind blockiert", urteilt Garcia und verweist auf eine Pressekonferenz mit Xavi. "Viele der Spieler verstehen Barça und den Spielstil nicht", habe der Trainer moniert. Ob er damit auch Coutinho, der seine ersten Schritte als Profi bei CR Vasco da Gama in Brasilien machte, meinte, hat er nicht verraten.
Fakt aber ist, dass Coutinho in der Sackgasse steckt. Was also kann er tun?

England die einzige Option für Coutinho?

Garcia sieht nur eine echte Option. "Der einzige Weg für Coutinho ist ein Vereinswechsel im kommenden Wintertransferfenster", glaubt der Eurosport-Experte. Entsprechende Gerüchte sind bereits im Umlauf. Die "Daily Mail" will erfahren haben, dass Barcelona seinen Reservisten in England angeboten habe. Die Rede ist von Newcastle United und Tottenham Hotspur.
Doch selbst bei den finanziell hochpotenten Klubs der Premier League dürfte es schwer werden, eine dreistellige Millionensumme für Coutinho zu erzielen - was ob der sportlichen Entwicklung des Brasilianers in den vergangenen Jahren aber auch nicht mehr der Anspruch sein kann.
Aus sportlicher Sicht allerdings könnte sich ein Wechsel auf die Insel lohnen für den einstigen U20-Weltmeister. Allein schon deshalb, weil er von 2013 bis 2018 beim FC Liverpool bewiesen hat, dass er in der Premier League konstant auf hohem Niveau spielen kann.
Es wäre Coutinho zu wünschen, die Wut muss schließlich raus.
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