PSG: Neymar und Kylian Mbappé sorgen bei Paris Saint-Germain für Unruhe - wie lange geht das (noch) gut?
Kylian Mbappé und Neymar werden aller Voraussicht nach auch in der kommenden Saison gemeinsam für Paris Saint-Germain auf Torejagd gehen. Dabei sind die Vorzeichen alles andere als optimal: Ausgerechnet Mbappé soll sich für einen Verkauf des Brasilianers ausgesprochen haben, was die Frage aufwirft, wie lange der Burgfrieden hält. Es wartet somit eine Mammutaufgabe auf Neu-Coach Christophe Galtier.
Kylian Mbappé (l.) und Neymar - Paris Saint-Germain
Fotocredit: Getty Images
Für einen kurzen Moment machte Neymar die Wechselgerüchte der vergangenen Monate rund um seine Person komplett vergessen.
Der Brasilianer erzielte am Sonntag beim imposanten 4:0 (2:0)-Sieg von Paris Saint-Germain im Super-Cup-Finale gegen Pokalsieger FC Nantes mit einem Freistoßtreffer der Marke Weltklasse das zwischenzeitliche 2:0 (45.+5). Seinen Gala-Auftritt krönte der 30-Jährige mit einem verwandelten Foulelfmeter zum Endstand (82.).
"Ich bin zufrieden. Wir haben überzeugt", bilanzierte Neymar kurz und knapp. Sein neuer Trainer Christophe Galtier, der bei seinem Pflichtspiel-Debüt für PSG gleich seinen ersten Titel bejubeln durfte, ging dagegen etwas mehr ins Detail und schwärmte in den höchsten Tönen von seinem Schützling.
"Wir wissen, dass er ein Weltklassespieler ist", erklärte Galtier. Neymar sei "gut vorbereitet und fit" zum Trainingsstart erschienen und habe seitdem keine Einheit verpasst, ergänzte der 55-Jährige. Von einem möglichen Abschied seines Weltstars wollte Galtier nichts wissen. Er könne zwar "nichts über den Austausch zwischen uns verraten", sagte der Coach, "aber ich habe einen fröhlichen, glücklichen und sehr professionellen Spieler".
In eine ähnliche Kerbe schlug auch Neymar selbst: "Ich hoffe, dass wir drei (Kylian Mbappé, Lionel Messi und Neymar; Anm. d. Red.) in dieser Saison bei PSG bleiben und dass es gut läuft. Wenn es Kylian, Leo und mir gut geht, wird es PSG auch gut gehen."
Genau das war in der Vorsaison jedoch bei Weitem nicht immer der Fall.
PSG: Das große Fragezeichen
Speziell das Verhältnis der beiden Superstars Neymar und Mbappé soll dem Vernehmen nach einige Risse bekommen haben. Vor wenigen Wochen machten Medienberichte die Runde, wonach sich der französische Weltmeister gar für einen Verkauf seines Teamkollegen ausgesprochen haben soll.
An eine Flucht aus Paris denkt Neymar laut eigenen Aussagen allerdings nicht. "Ich will beim Klub bleiben. Bis zu diesem Moment haben die Verantwortlichen nicht mit mir über einen Wechsel gesprochen, also weiß ich nicht, was ihre Pläne mit mir sind. Aber ich muss niemandem etwas beweisen", stellte er jüngst klar.
Es ist jedoch nicht von der Hand zu weisen, dass der einst als legitimer Nachfolger von Messi und Cristiano Ronaldo ausgerufene Brasilianer in der jüngeren Vergangenheit (zu) häufig im Schatten von Mbappé stand.
Die Nachricht vom Mai dieses Jahres, dass Mbappé entgegen vorheriger Spekulationen seinen Vertrag bei PSG um gleich drei Jahre bis 2025 zu astronomischen Bezügen verlängert, dürfte bei Neymar nicht nur für positive Resonanz gesorgt haben.
Wie lange der Burgfrieden in Paris hält, hängt letztlich vom Erfolg ab.
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Neymar (l.) und Kylian Mbappé - Paris Saint-Germain
Fotocredit: Getty Images
PSG: Das ist neu
Eben jener Erfolg blieb in der vergangenen Saison unter Trainer Mauricio Pochettino - mit Ausnahme des Meistertitels - weitestgehend aus, weshalb der ehemalige Tottenham-Coach Platz für Galtier machen musste.
Der 55-Jährige kommt mit der Empfehlung, ausgerechnet seinem neuen Arbeitgeber in der Spielzeit 2020/21 ein Schnippchen geschlagen zu haben, als er mit dem OSC Lille sensationell die Meisterschaft holte. In der Vorsaison führte er OGC Nizza in die Conference League.
Die Erwartungshaltung in der Hauptstadt ist allerdings freilich eine andere, was auch Sportdirektor Leonardo am eigenen Leib erfahren musste. Dem ohnehin umstrittenen Brasilianer wurde letztlich ausgerechnet die Vertragsverlängerung mit Mbappé, für die er aufgrund der exorbitanten Summen ordentlich Kritik einstecken musste, zum Verhängnis.
Der neue sportliche Leiter, Luís Campos, konnte mit den Verpflichtungen von Vitinha (FC Porto/41,5 Mio. Euro), Nuno Mendes (Sporting Lissabon/38), Renato Sanches (OSC Lille/15) und Nordi Mukiele (RB Leipzig/12) auf sich aufmerksam machen. Gemeinsam mit Coach Galtier soll er PSG nun in ruhigere Fahrwasser bringen.
PSG: Hier ist noch Bedarf
Dies ist auch bitternötig, immerhin sorgte der französische Vorzeigeklub immer wieder mit atmosphärischen Schwankungen für Schlagzeilen.
Negativer Höhepunkt war das denkwürdigen Achtelfinal-Aus in der Champions League gegen den späteren Sieger Real Madrid (1:0, 1:3), wonach die Stimmung in Paris bedenklich kippte. Die Verantwortlichen um Präsident Nasser Al-Khelaifi sollen daraufhin sogar im Innenraum randaliert haben.
Nicht selten hatte man in der Vergangenheit das Gefühl, elf Individualisten anstatt eines eingespielten Teams auf dem Platz vorzufinden. Die Hoffnungen ruhen nun auch ein Stück weit auf Führungsspieler Sergio Ramos, der nach einer komplett verkorksten Saison gemeinsam mit Kapitän Marquinhos für Ruhe und Ordnung sorgen soll.
Immerhin auf dem Transfermarkt präsentierte sich PSG anders als in den vergangenen Jahren, als die ohnehin prominent besetzte Mannschaft mit teuren Stars aufgewertet wurde, gemäßigt. Das Motto in diesem Sommer lautete bis dato Konstanz.
PSG: Die neue Hoffnung
Die langfristige Vertragsverlängerung mit Mbappé, so umstritten sie auch sein mag, verschafft den Verantwortlichen zum ersten Mal seit langer Zeit Planungssicherheit. Auch in der Causa Neymar scheint endlich Ruhe eingekehrt zu sein. Dies könnte dazu führen, dass in der Stadt der Liebe endlich wieder Harmonie Einzug hält.
Gerade Neymar präsentierte sich jüngst als Teamplayer, als er Offensivpartner Messi gegen anhaltende Kritik in der Öffentlichkeit verteidigte. "Ich finde, dass die Leute zu viel reden", so der 30-Jährige.
Der erste Schritt für mehr Einigkeit scheint gemacht zu sein, ob dies jedoch auch noch im Frühjahr 2023 der Fall sein wird, wenn der langersehnte Titel in der Champions League vergeben wird, bleibt abzuwarten.
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Lionel Messi (l.) and Neymar
Fotocredit: Getty Images
PSG: Das kommt auf den Trainer zu
Schließlich wird nichts weniger als der Gewinn des Henkelpotts von Galtier erwartet. Egal ob Pochettino, Thomas Tuchel, Carlo Ancelotti, Laurent Blanc oder Unai Emery - sie alle scheiterten zuvor an jener Aufgabe.
"Ich bin mir der Verantwortung bewusst, die auf mir lastet. Aber ich habe die Verantwortung übernommen, weil ich glaube, dass ich dazu in der Lage bin", sagte Galtier bei seiner Vorstellung selbstbewusst.
Um jedoch so viele Titel wie möglich an die Seine zu holen, muss der 55-Jährige jedoch zunächst eine richtige Einheit aus der von Stars gespickten Mannschaft formen, die auch mögliche Rückschläge wegstecken kann.
Gerade im Fall Mbappé/Neymar könnte sich dies als Mammutaufgabe herausstellen.
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