Juventus Turin: Was für und gegen einen Abgang von Cristiano Ronaldo spricht
Die Corona-Pandemie macht der italienischen Serie A und Juventus Turin finanziell zu schaffen. Glaubt man einem Bericht der Tageszeitung "Il Messaggero", könnte die Alte Dame im Sommer sogar dazu gezwungen sein, Superstar Cristiano Ronaldo zu verkaufen. Ein realistisches Szenario? Es gibt mindestens zwei gute Gründe, die dagegen sprechen.
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Cristiano Ronaldo polarisiert selbst in Krisenzeiten.
Auch wenn der fünfmalige Weltfußballer aufgrund der in Italien besonders stark wütenden Corona-Pandemie nicht durch Leistungen auf dem Platz für Schlagzeilen sorgen kann, ist der Portugiese aus dem Sportteil der Gazetten nicht wegzudenken. Ronaldo bleibt präsent, auch wenn er derzeit nicht einmal in Italien, sondern bei seiner Familie auf Madeira verweilt.
Sei es durch den beispiellosen Gehaltsverzicht von ihm und seinen Mannschaftskollegen bei Juventus Turin, die gemeinsam mit Coach Maurizio Sarri auf rund 90 Millionen Euro verzichten, um Verein und Mitarbeiter vor einem massiven wirtschaftlichen Schaden zu bewahren. Sei es durch die Wutrede von Juves Ex-Präsident Giovanni Cobolli Gigli, der Ronaldo vorwirft, in seiner Heimat "nur noch Fotos am Pool zu machen", statt sich fit zu halten.
Oder eben durch diesen einen Transferbericht der Tageszeitung "Il Messaggero", der in den vergangenen Tagen für Aufregung unter den Fans der Bianconeri sorgte.
Muss Juve Ronaldo ziehen lassen?
Ronaldo, der Hoffnungsträger, der Superstar – bereits nach zwei Saisons wieder Geschichte?
Laut des Berichts könnte Juve gezwungen sein, den 35-Jährigen im Sommer zu verkaufen, sollte die derzeitige Ausnahmesituation noch länger anhalten. Rund 31 Millionen Euro pro Jahr verdient Ronaldo in Turin, sein Vertrag läuft noch bis 2022. Inkludiert man die Ablöse, würde Juve durch einen Verkauf wohl deutlich über 100 Millionen Euro einsparen. Eine Summe, die der Verein an anderen Fronten gut gebrauchen könnte.
Wann in der Serie A wieder Fußball gespielt werden kann, ist derzeit noch nicht abzusehen. Italiens Verbandspräsident Gabriele Gravina hatte jüngst den 20. Mai als potentielles Datum genannt. Angesichts der weiter drastisch steigenden Infizierten und Todeszahlen in Italien, ist eine Aufhebung des landesweiten Lockdowns aber bislang nicht in Sicht.
Bei Saisonabbruch würden Juve und Co. laut "Corriere dello Sport" Einbußen in Höhe von 225 Millionen Euro drohen.
Auch Juves Geldgeber, zu denen unter anderem der Autohersteller Fiat zählt, sind massiv bedroht, Werke wurden geschlossen. Die Aufrechterhaltung eines Fußballvereins dürfte derzeit deren geringste Sorge sein.
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Juve kann Ronaldo sportlich nicht ersetzen
Dass die Alte Dame soweit gehen würde, das Aushängeschild des Klubs im Sommer mehr oder weniger kampflos herzugeben oder gar zu verscherbeln, ist trotzdem schwer vorstellbar.
Zu viel Geld und Mühe hat der Klub 2018 in Ronaldo investiert. Der Portugiese ist eine Marke, dessen Verpflichtung dem Klub einen enormen Push gegeben hat - und heute noch gibt.
Neben nicht zu vernachlässigenden Marketing- und Merchandise-Erlösen hebt CR7 Juventus vor allem auf dem Rasen auf ein anderes Niveau. Dass der 35-Jährige weiterhin sein Geld wert ist, stellte Ronaldo von Dezember bis Anfang März einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis.
Nachdem im Herbst 2019 Zweifel am alternden Superstar aufgekommen waren, ließ dieser seine Kritiker mit 18 Toren in 16 Spielen schnell wieder verstummen. "Niemand auf der ganzen Welt kann ihn ersetzen", adelte Coach Sarri daraufhin seinen Schützling.
Der biologische Alterungsprozess scheint bei Ronaldo zudem etwas langsamer abzulaufen, als bei anderen Personen. "Ich denke, dass ich locker bis 40 spielen kann", erklärte er in einem Interview mit der "Marca". Wirft man einen Blick auf seinen durch und durch mit Muskeln besetzten Körper, neigt man dazu, ihm das ohne Widerworte zu glauben.
Kein Wunder also, dass "Tuttosport" noch Mitte März berichtet hatte, die Alte Dame wolle den Vertrag mit Ronaldo sogar über 2022 hinaus verlängern.
Wohin soll Ronaldo? Es fehlt schlichtweg der Markt
Ein noch gravierenderer Punkt, der gegen einen frühzeitigen Abgang des Portugiesen spricht, ist die Frage: Wo sollte Ronaldo überhaupt hinwechseln?
Genau wie Juventus sind auch die anderen europäischen Top-Klubs durch die Coronakrise und die ausbleibenden TV-Einnahmen stark gebeutelt. Die 70 Millionen Euro, die die Alte Dame laut des "Il Messaggero"-Berichts für Ronaldo haben will, müsste ein Verein im kommenden Sommer erst einmal stemmen.
Experten rechnen mit stark fallenden Preisen und deutlich geringeren Transferaktivitäten. Zudem haben sich die Klubs, die theoretisch in der Lage wären, einen Ronaldo-Deal zu realisieren, schon auf andere Ziele eingeschossen.
Ronaldos Ex-Klub Real Madrid jagt den 14 Jahre jüngeren Kylian Mbappé, ManUnited den noch jüngeren Jadon Sancho. Barça lässt bei Neymar nicht locker. Bliebe einzig PSG - immer vorausgesetzt, Mbappé und oder Neymar kehren Paris den Rücken.
Nein, viel wahrscheinlicher ist, dass Ronaldo - unabhängig aller finanzieller Probleme - auch in der kommenden Saison das schwarz-weiße Trikot der Alten Dame tragen wird.
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