WM 2022 in Katar - Leroy Sané von Beginn an gegen Costa Rica? Das sind die Optionen von Hansi Flick
Es geht um den ersten Sieg bei der WM 2022 in Katar für Deutschland, um möglichst viele Tore und den Einzug ins Achtelfinale. Entscheidend wird sein, wie Bundestrainer Hansi Flick die Offensive gegen Costa Rica aufstellt. Vieles spricht für einen Einsatz von Leroy Sané von Beginn an, nachdem der Bayern-Profi gegen Spanien überzeugte. Eurosport.de nimmt die Optionen für die Startelf unter die Lupe.
Flick vor Alles-oder-Nichts-Spiel: "Was heißt Druck?"
Quelle: Perform
Weltmeisterschaft, letztes Gruppenspiel, Heimflug oder Achtelfinale - die deutsche Nationalmannschaft hat sich in eine Position gebracht, die wie gemalt ist für die vielen Millionen "Bundestrainer" der Republik.
Die Aufstellung der DFB-Elf für die Partie gegen Costa Rica (Donnerstag ab 20:00 Uhr im Liveticker) ist plötzlich ein ganz heißes Eisen, was vor Beginn des Turniers nicht zu erwarten war.
Japan würde man schon schlagen, dann ein Punkt gegen Spanien und mit einem Pflichtsieg gegen Costa Rica souverän ins Achtelfinale. So in etwa war der Fahrplan. Es ist bekanntlich anders gekommen.
Nun muss an jeder Stellschraube gedreht und jede Personalie zweimal überdacht werden, will man den zweiten Gruppen-Knockout in Folge bei einer WM-Endrunde abwenden.
Füllkrug im Angriffszentrum Favorit
Vor allem in der Offensive kann Hansi Flick viel stellen und schrauben, wenngleich der Bundestrainer in Erklärungsnot geraten würde, fände sich Niclas Füllkrug auf der Bank wieder. Der Werder-Angreifer ist der einzige echte Neuner im Kader und nach dem Tor gegen Spanien der Mann der Stunde.
"Gegen Costa Rica würde er uns von Beginn an sehr guttun. Wir brauchen einen klaren Stürmer und seine Tore", fordert Ex-Nationalspieler Holger Badstuber exklusiv bei Eurosport.de. Füllkrug sei "einer, der die Bälle erwartet und der bewiesen hat, wie torgefährlich er ist. Das ist ein immens wichtiges Signal", so der 33-Jährige.
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Füllkrug scherzt über Tor-Glückwünsche: "Hatte kein W-Lan"
Quelle: MagentaTV
Ob Flick sich dieser Sichtweise anschließt, wollte er einen Tag vor der Partie auf der Pressekonferenz im Medien-Centre von Doha nicht verraten. Stattdessen brachte er Kai Havertz ins Spiel.
Der Chelsea-Stürmer agierte gegen Japan als Neuner, saß dann aber gegen Spanien auf der Bank. "Nicht wegen schlechter Leistungen, sondern weil er eine Erkältung hatte", begründete Flick. Dennoch dürfte Füllkrug die besseren Karten haben, Havertz wäre dann die Alternative.
Muss Müller auf die Bank?
Derweil tut sich dahinter im offensiven Mittelfeld eine hochinteressante Gemengelage mit Konfliktpotenzial auf. Denn: Thomas Müller könnte sich auf der Bank wiederfinden. Der Bayern-Star ist zwar unumstrittener Führungsspieler auf und neben dem Platz, nur läuft es bislang überhaupt nicht für den Weltmeister von 2014 - weder als Neuner gegen Spanien noch als Zehner gegen Japan konnte Müller überzeugen.
"Am Ende wirst du nach außen an Torbeteiligungen und Torszenen bewertet, da bin ich mit null Torschüssen nach zwei Spielen nicht zufrieden", zeigte sich der Routinier selbstkritisch. Die große Frage lautet: "Traut" sich Flick, Müller aus der Startelf zu nehmen?
Sané, Musiala und Gnabry im Mittelfeld?
Sportlich ließe sich das begründen. Überflieger Jamal Musiala als Zehner, Leroy Sané als Linksaußen und Serge Gnabry auf rechts würden ein Trio der Extraklasse im offensiven Mittelfeld bilden. Letzterer tut sich bei dieser WM zwar ebenfalls schwer, wäre mit seinem Tempo aber eine gute Option gegen einen Kontrahenten, der aller Voraussicht nach tief gestaffelt stehen wird.
Und dann ist da noch der WM-Held von 2014, Mario Götze. Der 30-Jährige sei schon "gegen Spanien eine Option" gewesen, gab Flick zu. "Wir sind immer noch sehr überzeugt von ihm." Für einen Auftritt von Beginn an dürfte es nicht reichen, als Joker aber könnte Götze durchaus zum Zug kommen.
Kimmich gesetzt - Bankplatz für Gündogan?
Im defensiven Mittelfeld lautet das Motto "Zwei aus Drei". Joshua Kimmich ist gesetzt. Als Partner kommen Bayern-Kollege Leon Goretzka und Ilkay Gündogan infrage.
Beide haben brauchbare Argumente für die Startelf. Gündogan machte seine Sache beim 1:2 gegen Japan sehr gut, war in einer schwachen DFB-Mannschaft bester Spieler.
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WM 2022 in Katar: Ilkay Gündogan trifft zum 1:0 für Deutschland gegen Japan
Fotocredit: Getty Images
Goretzka überzeugte in derselben Rolle gegen Spanien. In jenem Spiel also, in dem Gündogan weiter nach vorne gezogen wurde und im offensiveren Bereich arge Probleme hatte, Akzente zu setzen. Gut möglich, dass Goretzka gegen Costa Rica aufgrund seiner massiveren Physis den Vorzug erhält.
Zwei Rechtsverteidiger bieten sich an
In der Abwehr hat sich indes eine Formation mit nur einem Fragezeichen herauskristallisiert. Natürlich wird 2014-Weltmeister Manuel Neuer das Tor hüten, davor agieren die beiden Innenverteidiger Antonio Rüdiger und Niklas Süle.
Links dürfte David Raum nach seinen beherzten Auftritten ebenfalls gesetzt sein. Als Rechtsverteidiger haben sich hingegen Thilo Kehrer und Lukas Klostermann in Stellung gebracht. Hier dürfte Flick ins Grübeln kommen.
Nach dem schiefgegangenen Experiment zum Auftakt mit Süle auf rechts, beackerte Kehrer die Seite gegen Spanien 70 Minuten lang. Der 26-Jährige konnte die Problemzone zwar nicht zumachen und ließ Jordi Alba vor dem ersten Treffer durch Álvaro Morata flanken, hatte aber auch gute Momente beim Pressing der Iberer. Nach der Auswechslung übernahm Konkurrent Klostermann und betrieb als Initiator des Ausgleichstors durch Füllkrug gleich beste Werbung in eigener Sache.
Badstuber exklusiv: Warum Kehrer spielen muss
Das Ticket für die Startelf gegen Costa Rica? Nein, sagt Ex-Nationalspieler Holger Badstuber exklusiv bei Eurosport.de. "Lukas hat lange nicht gespielt und ist daher nicht im Spielrhythmus. Deshalb würde ich Kehrer auf der Position lassen", argumentiert der 33-Jährige.
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DFB-Nationalspieler Thilo Kehrer (re.) und Antonio Rüdiger (li.) bei der WM in Katar
Fotocredit: Imago
Es sei wichtig, Konstanz in die Kette zu bringen und die Mannschaft habe mit der Anfangsformation des Spanien-Spiels ein "gutes Gefühl" gewonnen, das es nun zu konservieren gelte. Damit bestünde die Abwehrreihe also aus Raum, Rüdiger, Süle und Kehrer.
Wie immer auch Flick aufstellen wird, die Marschroute steht fest. "Wir wollen versuchen, das Spiel früh klar zu machen und auf den anderen Platz Druck ausüben."
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Deutschland und Costa Rica im Vergleich: Chefs, Stars, Youngster
Quelle: SID
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