Die Bergankunft in Sega di Ala eröffnete die berüchtigte dritte Woche des Giro d'Italia mit einem Paukenschlag: Dan Martin (Israel Start-Up Nation) hielt sich Joao Almeida (Deceuninck – Quick-Step) und Simon Yates (Bike Exchange) vom Hals, um sich den Etappensieg zu sichern.
Egan Bernal (Ineos Grenadiers) zeigte erstmals größere Schwächen. Er konnte zwar das Rosa Trikot verteidigen, verlor aber 53 Sekunden auf Yates. Auch dahinter kam es zu großen Veränderungen im Gesamtklassement.
Martin schien sich heute von nichts stoppen zu lassen. Der Ire sprang zunächst in die Spitzengruppe, hielt am Passo di San Valentino fast allein das Tempo hoch und verteidigte in der Schlusssteigung seinen geringen Vorsprung gegen die heraneilenden Favoriten.
Giro d'Italia
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"Von meiner Besichtigung wusste ich, dass ich es bis zwei Kilometer vor dem Ziel schaffen musste. Also bin ich an den steilen Abschnitten mein eigenes Tempo gefahren, sodass ich auf dem letzten halben Kilometer alles geben konnte, um die Fahrer hinter mir zu killen“, erklärte Martin seinen Plan.
Mit seinem ersten Giro-Etappenerfolg wurde Martin der 102. Fahrer, der eine Etappe bei allen drei Landesrundfahrten gewinnen konnte. "Das Grand-Tour-Triple ist der Grund, für das ich überhaupt hier bin. Ich wusste, dass heute eine der letzten Chancen war“, erzählte Martin nach dem Zieleinlauf. "Wir hatten den Plan, mich in die Spitzengruppe zu bringen und alle haben ihren Teil dazu beigetragen“, verwies der 34-jährige auf die Leistung seiner Teamkollegen.

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"Es war eine Achterbahn für uns. Wir haben Krists Neilands früh verloren. Danach hatten wir viele zweite und dritte Plätze, dann ist de Marchi ausgefallen. Aber wir haben eine großartige Atmosphäre im Team. Das hat man heute gesehen“, führte Martin weiter aus. Israel Start-Up Nation gehört zu den Mannschaften, die nach einem schwierigen Frühjahr in diesem Mai das Ruder herumreißen konnten.

Bernal übersteht seine erste Krise

In der Favoritengruppe sah es bis drei Kilometer vor dem Ziel so aus, als ginge alles seinen gewohnten Gang und Ineos Grenadiers würde das Rennen wie gewohnt kontrollieren. Doch dann konnte Bernal einer Tempoverschärfung von Yates plötzlich nicht mehr folgen und durchlebte eine kleine Krise. "Heute war ein schwerer Tag für mich. Die letzten Kilometer waren sehr steil. Ich wollte Yates folgen, aber heute war er stärker als ich“, gab der Kolumbianer zu.

"Die Beine sind verdammt schwer": Hier bricht Bernal im Finale ein

Auf den letzten Kilometern konnte sich Bernal etwas erholen, auch dank der Unterstützung seines Edelhelfers Daniel Martinez. "Ich wollte mit Caruso mitfahren, weil er mein erster Verfolger im Klassement ist. Ich bin froh, dass ich gegenüber Yates nicht zu viel Zeit verloren haben. Gegenüber Caruso habe ich nur ein paar Meter eingebüßt. Ich muss mit ihnen nur nach Mailand fahren, dann gewinne ich den Giro“, meinte Bernal.

"Bin glücklich": Darum ist Bernal trotz Zeitverlust zufrieden

Giulio Ciccone verliert fast acht Minuten

Der größte Verlierer des Tages war Giulio Ciccone (Trek -Segafredo) der zunächst in einer Abfahrt stürzte und dann am letzten Anstieg fast acht Minuten kassierte.
Auch Hugh Carthy (EF Education - Nippo), Aleksandr Vlasov (Astana – Premier Tech) und Romain Bardet (DSM) hatten auf den steilen Rampen zur Sega di Ala zu kämpfen.
Yates rückte in der Gesamtwertung auf den dritten Rang vor, während Caruso unverändert Zweiter blieb.
Das Sprinttrikot blieb bei Peter Sagan (Bora – Hansgrohe). In der Bergwertung konnte Geoffrey Bouchard (AG2R – Cintroën) nach einem großen Kampf in der Spitzengruppe seine Führung weiter ausbauen. Der Franzose hat jetzt beste Chancen, das Trikot bis nach Mailand zu verteidigen. Bernal führt auch weiterhin die Nachwuchswertung an.

Harter Tag für Bernal in Rosa: Die Highlights der 17. Etappe

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