Paris - Roubaix: Tadej Pogacar wartet auf den Monument-Grand-Slam - das macht die Hölle des Nordens so kompliziert
Update 13/04/2026 um 18:13 GMT+2 Uhr
Es hat wieder nicht gereicht: Tadej Pogacar wird bei Paris - Roubaix im zweiten Anlauf zum zweiten Mal Zweiter. Diesmal fehlten ihm nur wenige Radlängen im Sprint gegen Wout van Aert. Die Hölle des Nordens birgt für den Weltmeister die größten Risiken und Unwägbarkeiten aller fünf Monumente. Eurosport-Experte Jens Voigt ist sich nicht einmal sicher, ob es der Slowene weiterhin versuchen wird.
Pogacar: "Ich hatte nicht mehr die Frische in den Beinen"
Quelle: Eurosport
"Nach dem Rennen ist Pogacar erschöpft, müde, hungrig, durstig - und ehrlich", sagte Voigt im Exklusiv-Interview über den geschlagenen Dominator und seine Aussagen im Velodrom von Roubaix. "Er hat nicht ganz klar gesagt, dass er zurückkommt und das Rennen gewinnen will, er hat das sehr vage gehalten. Es gibt keine Garantie, dass Pogacar sagt, ich komme auf jeden Fall wieder, bis ich hier gewonnen habe."
Der Slowene möchte das Monument-Quintett in seiner Karriere unbedingt komplettieren. Der Sieg bei Mailand - Sanremo gelang ihm in diesem Jahr erst im sechsten Anlauf, in Roubaix zeigte er mit zwei zweiten Plätzen, dass er sehr nah dran ist am Gewinn des Pflastersteins. "Ich kann nicht nein sagen", sagte er im Interview nach dem Rennen über eine Rückkehr 2027.
Die "Königin der Klassiker" ist etwas völlig anderes als das erste Monument des Jahres in Italien. "Es ist denkbar, dass er nach zwei Jahren sagt: 'Dieses nervige Rennen, dieses Pech, dieser Stress und so viel Vorbereitung, und dann braucht man auch noch Glück, um das Ziel zu erreichen – eigentlich will ich diesen Scheiß gar nicht mehr fahren'", meinte Voigt.
In Roubaix - das zeigten die zahlreichen Defekte und das Drama um den dreifachen Sieger Mathieu van der Poel - zählt Glück ebenso wie Technik und physische Fähigkeiten zu den Erfolgsfaktoren.
Van Aert cooler als Pogacar
Ein Teil der Frustration Pogacars könnte darin begründet sein, dass er sich wenig vorwerfen kann und dennoch nicht gewinnen konnte. So etwas passiert dem 27-Jährigen sonst nicht. "Er ist sehr gut gefahren, annähernd perfekt", sagte auch Voigt.
Ein paar Unterschiede wurden gerade im Vergleich zum Sieger van Aert trotzdem deutlich. Beide mussten sich nach Defekten wieder zur Spitzengruppe zurückkämpfen. Der Belgier nahm sich dafür Zeit, fuhr neun Kilometer hinterher und konnte sogar auf Unterstützung des Red Bull-Bora-hansgrohe-Duos Jordi Meeus und Laurence Pithie setzen.
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Brenzlige Situation im letzten Pavé: Pogacar entgeht Sturz knapp
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Pogacar raste sogar am Begleitfahrzeug mit dem geduldig wartenden van Aert vorbei, gab sichtlich alles, um schnell wieder aufzuschließen. Diese Energiereserven können nach 258 Kilometern, darunter 55 Kilometer über Kopfsteinpflaster, in einem Zielsprint entscheiden.
Voigt kritisierte in diesem Zusammenhang das UAE Emirates-Team um Pogacar: "Das war taktisch eigentlich eine Katastrophe. Das beste Beispiel dafür ist, dass Pogacar zwischenzeitlich auf dem neutralen Shimano-Rad unterwegs war. Wann hat man je einen namhaften Fahrer auf so einem Rad gesehen? Niemals, die nimmt keiner. Sein Team ist manchmal nicht so auf der Höhe wie Tadej selbst."
Pogacar investierte viel vor dem Sprint
Van Aert wirkte wie ein Mann auf Mission, der dieses Rennen kennt und perfekt vorbereitet ankam. Seine Attacke rund 50 Kilometer vor dem Ziel kam wie aus dem Lehrbuch in einen Pavé-Sektor mit vorangehender Schikane hinein, Pogacar und Mads Pedersen konnten als einzige folgen.
Pogacar versuchte danach ein ums andere Mal, den Belgier loszuwerden. Der ließ sich nicht abschütteln und war im Sprint der klar Stärkere. Laut dem Eurosport-Experten Juan Antonio Flecha lag an dieser Stelle der entscheidende Fehler des Slowenen.
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Highlights: Dramen und Defekte - "Hölle des Nordens" bietet Spektakel
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"Der entscheidende Fehler war, dass Tadej als Solist gewinnen wollte, aber auch wenn das die Strategie war, wäre dieser Sprint verbesserungswürdig", sagte der Roubaix-Zweite von 2007. "An diesem Sprint muss man hart arbeiten, und van Aert hatte ihn mental viel besser einstudiert. Tadej hatte das nicht so sehr im Blick."
So bleibt Pogacar unvollendet, obwohl er auch im zweiten Anlauf ein sehr gutes Rennen über das Kopfsteinpflaster Nordfrankreichs zeigte. Damit bleibt für Radsport-Fans zu hoffen, dass er auch 2027 an den Start zurückkehrt - aller Enttäuschung und Frustration zum Trotz. Die Hoffnung sollte er auf keinen Fall fahren lassen, denn wie Roubaix-Fachmann John Degenkolb sagte: "Wenn man zweimal Zweiter wird, kann man auch gewinnen."
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Episches Duell im Velodrom: Van Aert schlägt Pogacar im Sprint
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