Tour de France: Diese Chancen haben die deutschen Fahrer um Florian Lipowitz, Emanuel Buchmann, Pascal Ackermann und Co.

Die Tour de France 2025 steht ganz im Zeichen des fünften Duells zwischen Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard - und auch Remco Evenepoel und Primoz Roglic wird ein Großteil der Aufmerksamkeit zuteil. Den deutschen Fahrern wird in diesem großen Kampf um die Gesamtwertung eher eine Nebenrolle zuteil. Über drei Wochen und 21 Etappen können sie sich trotzdem immer wieder zeigen.

Watch: Stage-by-stage guide as Tour de France 2025 route revealed

Quelle: Eurosport

Große Namen beherrschen die Frankreich-Rundfahrt in der öffentlichen Wahrnehmung. Jedes Jahr können die Fahrer aus der "zweiten Reihe" ein Stück Ruhm einheimsen.
Sei es durch wertvolle Helferdienste für ihre Kapitäne, durch eine Überraschung im Kampf um den Etappensieg oder aus einer Ausreißergruppe heraus.
Viele deutsche Fahrer werden im Hintergrund arbeiten müssen - einige der zehn Starter aus der Bundesrepublik können aber auf verschiedenen Etappen ihre Chance suchen. Und - wie im Falle von Florian Lipowitz - sogar in der Gesamtwertung für Aufsehen sorgen.
"Wir haben aktuell vielleicht - abgesehen von Lipowitz - keine Kandidaten für das Gesamtklassement aus deutscher Sicht", sagte Jens Voigt im Eurosport-Interview: "Aber ich glaube, dass die Fahrer im Peloton und bei ihren Kapitänen aufgrund ihrer soliden Arbeit sehr beliebt sind." Der symbolische Kandidat dafür ist Nils Politt. Der UAE-Emirates-Profi verhalf im vergangenen Jahr mit einer sensationellen Leistung Pogacar zum Tour-Sieg - das soll er in diesem Jahr wieder tun, auch wenn persönlicher Ruhm dabei auf der Strecke bleiben würde. Fünf deutsche Kandidaten im Check.

Die rechte Hand - oder noch mehr? Florian Lipowitz

Spätestens nach Lipowitz' furiosen Auftritt beim Critérium du Dauphiné mit Platz drei in der Gesamtwertung träumt die deutsche Radsport-Welt wieder von einem "ihrer" Fahrer auf dem Podium der Grand Boucle.
Als Mann für die Gesamtwertung ist beim Team Red Bull-Bora-hansgrohe eigentlich Primoz Roglic vorgesehen, aber Lipowitz könnte in seinem Fahrwasser mitschwimmen und ebenfalls oder anstelle des Slowenen eine Topplatzierung erreichen.
Eurosport-Experte Voigt tippte den Ulmer sogar aufs Podium: "Pogacar vor Vingegaard und Lipowitz überrascht und wird Dritter. Ich hoffe auch, dass Roglic durchkommt, aber vielleicht ist der Deutsche einfach stärker. Er ist selbstbewusst dank der Dauphiné – nicht viele können von sich behaupten, Evenepoel bei einer Rundfahrt zu schlagen", sagte Voigt.
Bei der Tour-Generalprobe war er der drittbeste Bergfahrer hinter den beiden großen Topfavoriten - eine Grand Tour ist noch einmal eine andere Herausforderung. Aber in den Bergen - ob an der Seite von Roglic oder allein - ist mit dem Ex-Biathleten auf jeden Fall zu rechnen.

Der Bergspezialist: Emanuel Buchmann

Das Prädikat "Deutsche Hoffnung" war in den vergangenen Jahren meist Buchmann vorbehalten. Der 32-Jährige verpasste 2019 als Vierter das Tour-Podium nur knapp. Seither blieb er zumeist ohne Fortune in den Grand Tours.
Nach neun Jahren bei Red Bull-Bora-hansgrohe wagte der Kletterer den Schritt zu neuen Ufern. Und es dauerte eine Weile, um sich beim französischen Rennstall Cofidis zurechtzufinden, inzwischen ist seine Form voll da.
Bei der Dauphiné wurde er - fast unbemerkt im Schatten von Lipowitz - Elfter in der Gesamtwertung und Achter auf der Königsetappe.
Für seine Equipe ist er der Fahrer, der ein Topergebnis in der Gesamtwertung anstreben soll. Seine Fahrweise ist selten spektakulär, aber in den Bergen gibt es nur wenige, die den Ravensburger abhängen können.
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Emanuel Buchmann will sich in den Bergen zeigen

Fotocredit: Getty Images

Der Traum von Gelb: Pascal Ackermann

3, 3, 3, 4, 6, 6, 9: Das waren die Top-Ergebnisse im Sprint von Ackermann im vergangenen Jahr. Der Profi von Israel-PremierTech kam 2024 in bestechender Form zur Tour und verpasste den ersehnten Etappensieg nur knapp.
"Ackermann hat bereits bewiesen, dass er in Massensprints bei Grand Tours gewinnen kann", sagte auch Voigt. Der 31-Jährige hat bereits drei Giro- und zwei Vuelta-Etappensiege im Palmarès - der große Traum wäre es, auch in Frankreich zu jubeln.
Für die Sprinter bietet sich in diesem Jahr eine seltene Gelegenheit: das Gelbe Trikot. Die erste Etappe rund um Lille sollte in einem Massensprint enden - der Etappensieger wird garantiert auch das erste Maillot Jaune der Tour 2025 überstreifen.
Für Ackermann könnten sich also zwei Träume auf einmal erfüllen. Die Konkurrenz ist mit Jasper Philipsen, Tim Merlier, Jonathan Milan und Co. sehr stark - aber alle konnte der Deutsche in seiner Karriere schon schlagen. Es ist angesichts weniger echter Flachetappen keine Tour für die Sprinter, aber "Ackes" kann seine Chancen nutzen.
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Tour-Strecke, 1. Etappe: Jagd auf Gelbes Trikot beim Auftakt in Lille

Quelle: Eurosport

Der Deutsche Meister: Georg Zimmermann

Stärker als Nils Politt, Max Schachmann, Lennard Kämna und viele mehr. Der Titel bei der Deutschen Meisterschaft in Linden wurde Zimmermann nicht auf dem Silbertablett gereicht, der 27-Jährige musste für das Trikot mit den schwarz-rot-goldenen Streifen hart arbeiten.
Nach 198 Kilometern erwies er sich als der stärkste Fahrer - und geht somit in Topform an den Start in Lille. 2023 wurde er aus einer Ausreißergruppe heraus schon Zweiter bei einer Tour-Etappe. Gerade auf den mittelschweren Etappen, die zu schwer für die Sprinter, aber nicht schwer genug für die Klassement-Favoriten sind, könnte er aus einer Gruppe heraus ein Top-Ergebnis einfahren.
Sein Team Intermarché-Wanty verfolgt aber auch andere Ziele. Im vergangenen Jahr war Biniam Girmay mit drei Etappensiegen und dem Gewinn des Grünen Trikots der Shootingstar der Tour 2024. Diesen Erfolg zu wiederholen, wird schwer, aber nichtsdestotrotz das Ziel der belgischen Equipe sein.
"Zimmermann ist stark genug für einen Etappensieg, aber er muss wohl viele Helferdienste leisten", meinte auch Voigt zu seinen Aussichten.

Helfer oder Etappenjäger? Max Schachmann

Schachmann fährt aktuell seine beste Saison seit vier Jahren. Die Rückkehr zu Soudal-Quickstep nach sechs Jahren bei Red Bull-Bora-hansgrohe hat offensichtlich den "alten" Schachmann geweckt.
Bei der Baskenland-Rundfahrt gewann er das Auftaktzeitfahren und trug anschließend drei Tage das Gelbe Trikot. Das Rennen beendete er auf einem starken dritten Platz. Als "Generalprobe" vor der Tour wurde Schachmann Deutscher Meister im Einzelzeitfahren.
Das Zeitfahren in Caen könnte dem Berliner sehr gut liegen und auch auf fast allen anderen Etappen, die nicht im Sprint enden, sind ihm Chancen auf den Etappensieg zuzutrauen.
Die Frage ist, wieviele Freiheiten der 31-Jährige im Tour-Verlauf an der Seite von Mitfavorit Remco Evenepoel erhalten wird. Schachmann dürfte als einer der wichtigsten Helfer des Belgiers eingeplant sein - in der belgischen Equipe setzt man aber selten alles auf eine einzelne Karte, die Gelegenheiten könnten kommen.
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Tour de France 2025: Die Strecke der 21 Etappen bis nach Paris

Quelle: Eurosport


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