Tour de France: Nächtliche Dopingkontrollen bei weiteren Mannschaften - Tests auch bei Red Bull-Team von Lipowitz
Die nächtlichen Dopingkontrollen bei der Tour de France 2026 haben sich nicht nur auf Spitzenreiter Tadej Pogacar und den zweifachen Gesamtsieger Jonas Vingegaard beschränkt. Dies bestätigte die zuständige Kontrollbehörde International Testing Agency (ITA) der britischen Zeitung "The Guardian": "Weitere Mannschaften wurden Tests in der Nacht oder am frühen Morgen unterzogen", so die ITA.
Aldag und Voigt mit Einblicken zu Dopingtests: Zeitfenster im Fokus
Quelle: Eurosport
In seinem Bericht führt der erfahrene Radsportinsider Jeremy Whittle aus, dass neben UAE und Visma bis zu fünf weitere Tour-Rennställe betroffen seien. Namen von Fahrern oder Mannschaften nennt er aber nicht. Hingegen will die französische Tageszeitung "Libération" erfahren haben, dass ein nächtlicher Test in der ersten Tour-Woche beim Bahrain-Rennstall durchgeführt wurde. Zudem soll es noch beim Tour-Auftakt in Spanien eine nächtliche Kontrolle gegeben haben.
Bestätigt wurde derweil auch, dass es zu Tests beim deutschen Rennstall Red Bull-Bora-hansgrohe kam. "Auch wir sind heute Nacht besucht worden. Die Rennfahrer haben zum Teil schon geschlafen und haben die Kontrollen mitgemacht", berichtete Team-Manager Ralph Denk im "ZDF"-Morgenmagazin. Allerdings sollen die Tests nicht wie bei Pogacar und Vingegaard mitten in der Nacht stattgefunden haben, sondern zwischen 22:15 und 23:00 Uhr, wie Red Bull-Profi Mattia Cattaneo gegenüber Eurosport bestätigte.
Sie fielen damit nicht in das Zeitfenster zwischen 23:00 Uhr und 06:00 Uhr morgens, in welchem Kontrollen laut Reglement nur bei "ernsthaften und konkreten Verdachtsmomenten, dass der Fahrer in Dopingaktivitäten verwickelt sein könnte" erlaubt sind. Das bestätigte auch ein Sprecher des Teams dem "SID".
"Es hindert natürlich schon die Regeneration", betonte Denk, signalisierte aber auch sein Verständnis für die Maßnahme: "Primär haben wir eine schwarze Vergangenheit im Radsport und deshalb ist es gut, dass hier kontrolliert wird", sagte der Vorgesetzte von Hoffnungsträger Florian Lipowitz und dem Gesamtzweiten Remco Evenepoel. "Dass tief in der Nacht kontrolliert wird, gibt das Reglement her. Es sorgt dafür, dass unser Sport sauber ist, dass er glaubhaft ist und deshalb gehört das auch dazu."
Wie "Libération" vermeldet, seien in einer konzertierten Großaktion am Abend des Ruhetags alle noch im Rennen befindlichen Fahrer aller 23 Teams kontrolliert worden - also über 160 Profis. Ein solches Vorgehen sei in der Geschichte der Tour "beispiellos", zitiert das Blatt den einstigen Tour-Arzt Jean-Pierre de Mondenard.
Nächtliche Dopingtests nur bei Verdacht
Der Zeitpunkt ist für das Team durchaus unglücklich. Am Dienstag steht das einzige Einzelzeitfahren der Rundfahrt an. Olympiasieger Evenepoel gilt als hoher Favorit auf den Tagessieg - er will seine Ambitionen im Kampf um das Podium in Paris untermauern.
Für Dopingkontrollen zwischen 23:00 und 06:00 Uhr müssen besondere, konkrete Verdachtsmomente vorliegen, sie können nicht einfach zu Abschreckungszwecken oder Ergänzung anderer Kontrollen durchgeführt werden. Der belgische Décathlon-Profi Oliver Naesen erklärte gegenüber dem Newsportal "HLN" in Belgien, es gebe Dopingsubstanzen, die nur innerhalb von drei Stunden nachweisbar seien.
Für die bislang bekannten Tests bei Pogacar und Vingegaard hatte sich die ITA die Zulässigkeit der nächtlichen Kontrollaktion von einem Pariser Richter bestätigen lassen.
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Pogacar reagiert exklusiv auf Dopingkontrolle in der Nacht
Quelle: Eurosport
Die Ergebnisse der Blut- und Urintests beider und weiterer Fahrer würden derweil nur dann veröffentlicht, wenn ein Dopingverstoß vorliegen würde, präzisierte die ITA - so wie stets in den Kontrollverfahren. Wie schnell die Analyseergebnisse vorliegen, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Vorliegen sollen die Testergebnisse von Pogacar und Vingegaard am Mittwoch, jene der am Ruhetag kontrollierten Fahrer am Donnerstag, so die Informationen der Tageszeitung "Ouest France".
Die ungewöhnlichen Kontrollen hatten für große Diskussionen im Fahrerfeld und Umfeld der Tour gesorgt. Neben vielen kritischen Stimmen gab es inzwischen auch offene Unterstützung und Verständnis für die Maßnahme, etwa von Jonathan Vaughters. Der Ex-Profi und Teamchef des EF-Rennstalls schrieb auf "X", Tests in der Nacht seien "ein sehr effektiver Weg" um Doping mit Mikrodosierungen zu verhindern.
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(mit SID)
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Quelle: Eurosport
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