Vuelta a Espana 2026: "Überlegenheit als Risiko" - Experte Rolf Aldag warnt Tadej Pogacar und traut Felix Gall viel zu

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Tadej Pogacar greift bei der Vuelta a Espana 2026 nach dem einzigen großen Rundfahrtsieg, der ihm noch fehlt. Der Weltmeister ist dabei haushoher Favorit, doch für Eurosport-Experte Rolf Aldag liegt darin durchaus auch eine Gefahr während der Spanien-Rundfahrt. Besonders gespannt ist der Insider auf die Aufritte der deutschen Starter und etliche spannende Debütanten auf der GrandTour-Bühne.

Vuelta a Espana: Die Strecke der 21 Etappen von Monaco nach Granada

Quelle: Eurosport

Exakt sieben Jahre und zwei Tage nach seinem Debüt bei der Vuelta a Espana kehrt Tadej Pogacar zur Spanien-Rundfahrt zurück. Aus dem damaligen Wunderkind ist der absolute Dominator des Radsports geworden, der nun eine der wenigen verbliebenen Lücken in seiner Siegesliste füllen will.
Auch für Rolf Aldag ist der Weltmeister der glasklare Anwärter auf den Gesamtsieg - doch der Eurosport-Experte warnt genau deshalb: "Er ist natürlich der haushohe Favorit, aber in der Überlegenheit liegt auch ein Risiko", denn: "Der Fokus ist dann vielleicht nicht ganz so wie bei der Tour de France, andere Ziele wie die WM nach der Vuelta sind schon im Hinterkopf".
Ohne vollen Fokus aber ist ein Rennen wie die Vuelta selbst für Pogacar kein Selbstläufer: "Die 58.000 Höhenmeter fahren sich auch für Tadej nicht von alleine", gibt Aldag zu bedenken und ergänzt: "Auch wenn es banal klingt: Man muss erst einmal gesund und ohne Sturz durch solche drei Wochen kommen" - die Krankheiten in Pogacars UAE-Team während der Tour und das Aus von Florian Lipowitz und Jonas Vingegaard haben eindrücklich gezeigt, wie schnell Träume enden können.
Losgelöst davon wird für Aldag auch die Herangehensweise Pogacars an seine zweite GrandTour in diesem Jahr interessant werden: Will er wie beim Giro d'Italia 2024 das Rennen am liebsten von Start bis Ziel anführen und möglichst viele Tagessiege holen - oder macht er wie im Juli Geschenke, "als er die Chance auf insgesamt drei weitere Etappensiege nicht genutzt hat"?
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Tadej Pogacar und Primoz Roglic starten bei der Vuelta 2026

Fotocredit: Getty Images

Vuelta: Gall gegen Roglic im Vorteil

Neben Pogacar geht mit Primoz Roglic ein weiterer Slowene ins Rennen, der eine ganz besondere Verbindung zur Vuelta - und zu Aldag - hat: Unter der Leitung des Deutschen holte er 2024 für Bora-hansgrohe den letzten seiner vier Gesamtsiege und stellte damit die Bestmarke des Spaniers Robert Heras ein. Doch zum alleinigen Rekordhalter dürfte sich der inzwischen 36-Jährige nicht krönen können, glaubt Aldag.
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Das Ende der Vuelta 2024: Roglic feiert - Küng auch

Quelle: Eurosport

"Für ihn wird es ganz, ganz schwer, tatsächlich nach dem Rekordsieg zu greifen. Er ist inzwischen einfach weit von der Dominanz der anderen Jahre weg und seine Leistungen in dieser Saison machen ihn nicht direkt zu einem Podiumskandidaten. Gleichzeitig ist für ihn alles außer dem Sieg kaum ein lohnenswertes Ziel in der Gesamtwertung. Bevor er dort um Platz vier kämpft, sehe ich ihn eher auf Etappenjagd."
Als klaren Anwärter auf das Podest in Granada sieht der Aldag hingegen Felix Gall vom Décathlon-Team. "Ich traue ihm auf jeden Fall wieder ein Podium zu, das kann er absolut erreichen. Er ist so konstant und hat als Zweiter beim Giro d'Italia gegen Jonas Vingegaard gezeigt, wie hoch sein Niveau inzwischen ist", lobt er den Österreicher, der in einen illustren Kreis vorstoßen könnte: "Zweimal Podium bei GrandTours in einem Jahr wäre eine herausragende Bilanz!"
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Gall stolz nach Podium beim Giro: "Das große Ziel"

Quelle: Eurosport

Vuelta: Debütanten und Rückkehrer im Fokus

Neben den etablierten Klassementfahrern stehen bei der Spanien-Rundfahrt schon fast traditionell immer wieder auch junge Rundfahrt-Talente vor ihrer ersten Bewährungschance über drei Wochen - so wie 2019 der seinerzeit 20-jährige Pogacar. Bei der 81. Austragung zählt zu diesen GrandTour-Debütanten u.a. der Australier Luke Tuckwell von Red Bull, der im Juni während der Tour Auvergne-Rhône-Alpes als Zweiter der Gesamtwertung bei der Tour-Generalprobe auftrumpfte.
"Er ist ein ganz interessanter Fahrer und kann bei der Vuelta lernen und üben. Für ihn könnte ein Platz in den Top Ten möglich sein und ich würde lieber Achter mit ihm als Fünfter mit Roglic", meint Aldag über den 22-jährigen Kletterer. Aus seiner Sicht "spiegelt auch die Aufstellung bei Red Bull-Bora-hansgrohe diesen Ansatz wider".
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Luke Tuckwell

Fotocredit: Getty Images

Ein anderer Bergspezialist, den Bora einst auch gerne verpflichtet hätte, ist Jarno Widar (Lotto). Der Belgier gibt ebenfalls seine Premiere und wird seit Jahren als neuer Stern am Radsporthimmel gehandelt.
"Seine Leistung wird spannend zu beobachten sein - auf ihn waren so viele Topteams extrem heiß, auch wir seinerzeit. Seit dem Triumph beim Giro d'Italia Next Gen war seine Entwicklung aber nicht linear. Deshalb sehe ich ihn (noch) nicht als Kandidat für die Top 5, aber er bringt ein riesiges Potenzial mit", so Aldag über das 20-jährige Leichtgewicht.
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Jarno Widar

Fotocredit: Getty Images

Ebenfalls noch jung, aber schon als Tour-Vierter des Vorjahres als herausragender Rundfahrer bekannt, ist der Brite Oscar Onley. Die Frankreich-Rundfahrt verpasste er durch einen furchteinflößenden Sturz, nun gibt er sein Comeback über drei Wochen. Dabei lasten große Erwartungen auf dem Netcompany-Kapitän. "Für ihn lief die Saison bislang alles andere als nach Plan und nach den Rückschlägen steht er jetzt doppelt unter Druck: Er selbst erwartet auf jeden Fall viel von sich, aber auch das Team braucht dringend Erfolge", ordnet Aldag ein, "Onley muss sich bewährend und zeigen, dass er seine tolle Tour aus dem letzten Jahr jetzt bei der Vuelta bestätigen kann."
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Drei Siege beim Debüt: Pogacars fulminanter Vuelta-Auftritt 2019

Quelle: Eurosport


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