Linus Straßer sucht vor Olympia 2026 seine Form - Slalom-Weltcup in Kitzbühel und Schladming als einzige Chance

Linus Straßer sucht vor Olympia weiter nach seiner Bestform. Dem WM-Dritten im Slalom bleiben nur noch zwei Rennen: der Slalom in Kitzbühel und das Nachtrennen in Schladming. Straßer kämpft nach einem riskanten Materialwechsel um Vertrauen in Ski, Bindung und Setup, bisher ist Rang acht sein bestes Saisonergebnis. Im Training läuft es besser, im Rennen fehlt ihm noch das "Aha-Erlebnis".

Straßer und sein Material: "Jeder Tag auf Skiern ist ein gewonnener Tag"

Quelle: Eurosport

Linus Straßer steht unter Zeitdruck. Zwei Rennen noch. Am Sonntag Kitzbühel. Am Mittwoch dann Schladming. Mehr Gelegenheiten wird der Münchner nicht bekommen, um kurz vor den Olympischen Spielen noch so eine Art Erweckungserlebnis zu haben.
Die Slalom-Rennen auf dem Ganslern und der Planai gehören zu den Klassikern im Weltcup, Straßer hat auf beiden schon gewonnen, und sogar nacheinander, 2024 war das. "Ja, ich fahre dort gern", sagt der WM-Dritte im deutschen Team-Hotel in Kirchberg, "das ist vom Mentalen her sicher hilfreich."
Er kann jede Hilfe dringend brauchen, denn nach einem ziemlich riskanten Manöver geht ihm weiter das Selbstvertrauen ab, ohne das er keine Rennen gewinnen kann:
Vor der Saison hat er den Wechsel auf neues Material gewagt, um "das Letzte" aus sich herauszukitzeln. Doch der "Prozess", wie er seinen Umstieg nennt, verläuft nicht wie gewünscht. Die beste Platzierung des 33-Jährigen in dieser dann doch eher "schwierigen" Saison ist ein achter Rang.

Straßer sucht nach dem perfekten Setup

Das Skifahren hat Straßer nicht verlernt - aber die Komplexität des Umstiegs offenkundig unterschätzt. Wer sein Material wechselt, muss es erst einmal penibel abstimmen: Die Komponenten Schuh, Bindungsplatte, Bindung, Ski und Kantenschliff müssen dem eigenen Fahrstil angepasst werden - und dann noch von Rennen zu Rennen den wechselnden Bedingungen.
Es ist eine Wissenschaft für sich. Bei der Problemlösung ist Straßer die Zeit davongelaufen - noch fehlt ihm das "Zutrauen" ins Material.

Kitzbühel wird für Straßer zum Test

Immerhin: "Ich weiß ja, wie es zu funktionieren hat", sagt Straßer vor dem Slalom in Kitzbühel am Sonntag (10:30 Uhr live auf Eurosport und HBO Max). Im Training klappe es schon "sehr, sehr gut", was er noch brauche, sei ein Aha-Erlebnis im Rennen, bei dem er merke: "Hey, das passt jetzt alles."
Er sucht diese Selbstverständlichkeit, am Limit fahren zu können und trotzdem noch Spielraum zu haben. Im Moment ist es noch so: "In dem Bereich, wo ich hin müsste, habe ich null Spielraum. Es ist mental nicht ganz einfach."

Olympia 2026: Straßer geht "All-In"

Bleibt die Frage: Warum musste er unbedingt das Material wechseln, warum vor einem olympischen Winter "All-In" gehen? Wenn man so denke, sagt Straßer, werde es eh nichts. Er habe bewusst seine Komfortzone verlassen wollen, denn bei Olympia, betont er, gehe es ja in Wahrheit nur um eines:
"Am Schluss", sagt Straßer, "zählt der Olympiasieg. Wenn man irgendwo auf der Welt mit den Leuten ins Gespräch kommt und die erfahren, dass du Olympiasieger bist, dann kann jeder was damit anfangen." Kann man so sehen: Wer weiß schon, dass Straßer 2022 Olympiasilber gewonnen hat - im Team-Wettbewerb.
(SID)
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Quelle: Eurosport


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