Olympia 2026 - Ski alpin: Marco Odermatt wartet auf die Goldmedaille in Bormio - auf der Suche nach der Leichtigkeit

Marco Odermatt ist der Dominator in drei Alpin-Disziplinen, der beste Skifahrer der Gegenwart. Seit drei Jahren dominiert er im Weltcup in Riesenslalom, Super-G und Abfahrt, viermal in Folge gewann er den Gesamtweltcup, ein fünftes Mal ist so gut wie sicher. Bei den Olympischen Spielen in Bormio muss er sich bisher mit den Plätzen zwei, drei und vier begnügen. Eine Gold-Chance bleibt noch.

Super-G: Odermatt kann von-Allmen-Zeit nicht knacken und holt Bronze

Quelle: Eurosport

"Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß", heißt es unter Fußballern oft - ein Zitat, das Andi Brehme zugeschrieben wird. Im Falle von Odermatt glänzt diese "Scheiße" silbern und bronzefarben, es ist also weit weniger drastisch für den Schweizer als in der Welt des runden Leders.
Ein bisschen so wird sich der Dominator des Weltcups trotzdem vorkommen. In der Abfahrt landete er auf dem undankbaren vierten Platz - zwei Zehntel fehlten zu Bronze. In der Team-Kombination reichte es an der Seite von Loic Meillard für die Topfavoriten zu Silber, im Super-G musste Odermatt mit Bronze vorliebnehmen.
Jeweils war das erklärte Ziel die Goldmedaille, jeweils schrammte er daran mehr oder weniger knapp vorbei. Und immer war es sein Schweizer Landsmann Franjo von Allmen, der ganz oben auf dem Podium jubeln durfte. Im Super-G ging er mit Startnummer 10 ins Rennen, die Strecke ließ da schon etwas nach: "Unser Sport findet draußen statt", sagte er nüchtern im "SRF". "Wir wissen, dass die vorderen Nummern bei höheren Temperaturen schneller sind. Das sieht man sicher auch in der Rangliste. Die vorderen Nummern waren sicher kein Nachteil."
Als Ausrede ließ Odermatt das nicht gelten, vielmehr zeigte sich der Dominator als fairer "Verlierer" gegenüber von Allmen, der statt seines Teamkollegen zum Gesicht der alpinen Wettbewerbe dieser Spiele wird. "Bei Olympia muss man eine Medaille nehmen. Klar wollte ich Gold, aber Franjo ist einfach im Flow. Wenn man dann noch die ein, zwei kleinen Fehlerchen macht, reicht es nicht."
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Triple-Olympiasieger von Allmen: "Glück auf meier Seite"

Quelle: SNTV

Für Odermatt zählt nur der Sieg

Während von Allmen von Sieg zu Sieg eilt und sein Glück kaum fassen kann, muss Odermatt nach drei vergebenen Goldchancen ein wenig hadern und das Rampenlicht dem Landsmann überlassen.
Vor dem Riesenslalom, in den der Schweizer als Topfavorit gehen wird, ist er auf der Suche nach der Lockerheit der Vergangenheit. "Er wollte den Sieg in Kitzbühel und er will in Bormio die Goldmedaillen gewinnen", analysierte Eurosport-Experte Josef Ferstl die Auftritte des Weltcupführenden. "Da zählt kein zweiter und kein dritter Platz." Die knappe Niederlage beim Hahnenkammrennen gegen den Italiener Franzoni könnte mit Odermatts fehlenden Sekundenbruchteilen zu tun haben.
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Highlights: Von Allmen wie Urgewalt - Überraschung auf Platz zwei

Quelle: Eurosport

"Die Streif hat ihm ein bisschen einen Knacks gegeben", sagte Ferstl. "Die Lockerheit ist ein wenig weg, die Selbstverständlichkeit fehlt. Wenn man das mit von Allmen vergleicht, der so locker und lässig und ohne Druck drauflos fährt, das macht einen Unterschied."
Tatsächlich erscheint der Unterschied sichtbar: Von Allmen attackierte auch im Super-G jedes Tor, fuhr die direkteste und engste Linie - das konnte Odermatt, sonst derjenige, der perfekte Technik mit der besten Linie kombiniert, nicht kontern.
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Experte Ferstl analysiert: So holte von Allmen historisches Gold

Quelle: Eurosport

Letzte Chance Riesenslalom

Es ist natürlich Jammern auf allerhöchstem Niveau, das weiß auch der 28-Jährige, der aber eben an sich selbst den Anspruch eines Goldfahrers hat - und daraus zurecht keinen Hehl macht.
"Ich hatte unten auch beim sechsten Mal Runterfahren nicht die Geduld und die Coolness, um etwas mehr zu investieren. Bis dorthin wars eigentlich eine gute Fahrt. Dann bin ich ein, zwei Mal zu direkt und komme dadurch zu stark auf den Innenski", analysierte Odermatt selbstkritisch seine Fahrt im Super-G.
Eine Chance bleibt Odermatt noch, im Riesenslalom (Samstag ab 10:00 Uhr live auf Eurosport und HBO Max) gewann er 2022 in Peking die Goldmedaille, es war sein erstes Jahr in der absoluten Weltspitze. Sollte er dort die ersehnte Lockerheit finden, die ihm auf der Streif verloren ging, wäre ein kompletter Medaillensatz sicher mehr als ein Trostpreis für diese Olympischen Spiele.
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Quelle: Eurosport


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