Österreich so stark wie seit Marcel Hirscher nicht mehr: ÖSV-Stars strahlen vor Olympia und ärgern die Schweiz
Update 30/12/2025 um 20:08 GMT+1 Uhr
Der Österreichische Skiverband schwebt zurzeit auf Wolke sieben: Mit acht Siegen haben die Skifahrer aus der Alpenrepublik einen bärenstarken Saisonstart erwischt, der an vergangene Zeiten mit Marcel Hirscher erinnert. Mittlerweile hören die Zugpferde auf die Namen Julia Scheib, Stefan Brennsteiner und Marco Schwarz, die dem Erzrivalen aus der Schweiz mächtig einheizen. Ein Makel bleibt trotzdem.
Highlights: Schwarz feiert zweiten Sieg in sechs Tagen
Quelle: Eurosport
Die Definition einer perfekten Woche? Die Antwort auf diese Frage lieferte der Österreichische Skiverband (ÖSV) rund um Weihnachten - und beschenkte sich sogleich selbst.
Ob in der Abfahrt von Val-d'Isère (Cornelia Hütter), den Riesenslaloms von Alta Badia (Marco Schwarz) und am Semmering (Julia Scheib) oder im Super-G in Livigno (Schwarz): In sieben Rennen kam der strahlende Sieger beziehungsweise die Siegerin viermal aus der Alpenrepublik.
Freilich handelt es sich dabei um eine Momentaufnahme, der rot-weiß-rote Saisonstart löst jedoch nostalgische Gefühle aus.
Auf acht Saisonsiege bis Ende Dezember kamen die österreichischen Skifahrer nämlich seit dem Weltcup-Winter 2018/2019 (9) nicht mehr. Mit anderen Worten: seit den großen Zeiten von Marcel Hirscher.
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Mit Blick auf die Olympischen Spiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo (6. bis 22. Februar live und on-demand bei discovery+) hätten die zurückliegenden Wochen nicht besser laufen können.
Positives Klima sorgt für Aufschwung
"So kann es natürlich weitergehen", wurde ÖSV-Sportdirektor Mario Stecher von der österreichischen Presseagentur "APA" zitiert. "Es war ein enormer Erfolg für Österreich. Man sieht, dass wir einen riesengroßen Schritt gemacht haben."
Woran der 48-Jährige festmacht, dass der legendäre Schlachtruf "Immer wieder Österreich" nun auch an der Spitze des Skisports skandiert werden darf? "Es herrscht ein irrsinnig positives Klima. Alle haben eine Freude", hob er hervor.
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"Maß der Dinge": Schwarz knackt Schweizer Speed-Stars
Quelle: Eurosport
Ein starker Kontrast zur vergangenen Saison, in welcher die Wogen innerhalb des Verbandes kaum zu glätten waren. Vor allem bei den Damen kassierte Cheftrainer Roland Assinger regelmäßig heftige Kritik. Seit der Installation des neuen Alpinchefs Christian Mitter im April gehören öffentliche Schlammschlachten der Vergangenheit an.
"Er hat sicherlich sehr, sehr viel mitgeholfen. Er ist einer, der im entscheidenden Moment die Ruhe bewahrt", erklärte Stecher.
Darüber hinaus freue man sich beim ÖSV über mehr Struktur. "In den Cheftrainern hat man wieder eine Figur, an der man sich anhalten kann, mit der man sich austauschen kann", lobte er die Arbeit von Assinger und Herren-Coach Marko Pfeifer.
Scheib und Brennsteiner werden zu Zugpferden
Zwar mögen Personalentscheidungen einen Anstoß für diese Entwicklung gegeben haben, für die Erfolge sorgen letzten Endes aber die Athleten auf der Piste. Dabei taten sich neben Schwarz vor allem Stefan Brennsteiner und Julia Scheib hervor.
Letztere lieferte beim Weltcup-Auftakt in Sölden mit ihrem Premierensieg die Initialzündung.
"Da würde ich alle anlügen, wenn ich sagen würde, ich will die Zweitbeste werden. Wenn man weiß, man hat Potenzial, hat einen schnellen Schwung, dann muss man es einfach irgendwann auch nutzen", erklärte die introvertierte Steirerin selbstbewusst. "Ich hatte letztes Jahr das Gefühl, mich unter Wert zu verkaufen. Den Fehler wollte ich auf keinen Fall noch einmal machen."
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Highlights: Heimsieg! Scheib fängt Hector im Finale noch ab
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Eine Herangehensweise, mit der sie ihre Mannschaftskameraden von Beginn an mitgezogen hat.
In Copper Mountain feierte schließlich Brennsteiner den ersten Weltcupsieg seiner Karriere, durch seinen Podestplatz in Alta Badia entriss er sogar Dominator Marco Odermatt das Rote Trikot im Riesenslalom.
Durch jene Erfolge legte der ÖSV nicht nur in irgendwelchen Statistiken zu, sondern gewann neben den weiteren Siegern namens Schwarz, Hütter und Vincent Kriechmayr zwei Zugpferde dazu.
Dem Erzrivalen Schweiz endlich eines auswischen
Ideale Voraussetzungen für die Olympischen Spiele im kommenden Februar. Tief in der österreichischen Seele überwiegt aber wohl auch die Genugtuung aufgrund einer anderen Momentaufnahme.
In der Nationenwertung der Damen und Herren liegt Österreich zurzeit nämlich 168 Punkte vor der Schweiz. In den vergangenen drei Jahren kassierte der ÖSV im Showdown mit dem ewigen Rivalen einen Dämpfer nach dem anderen, im Winter 2024/25 wurden die Österreicher komplett abgehängt.
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"Was für ein Rennen!" Scheib lässt Fans auf dem Zauberberg jubeln
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Die Schweiz sicherte sich Platz eins mit einem Vorsprung von 3364 Punkten und triumphierte damit zum fünften Mal in sechs Jahren im Nationencup, den Österreich zwischen 1990 und 2019 ununterbrochen für sich entschied.
Die 13 WM-Medaillen von Odermatt und Co. - darunter fünf goldene - auf österreichischem Boden im vergangenen Februar waren nur die Krönung der Schmach. Folgt nun die Revanche?
ÖSV strahlt - aber ein Makel bleibt
Neben den großen Triumphen gibt es aber auch einen Makel.
So warten die Herren seit Februar 2024 auf einen Podestplatz in der Abfahrt, der letzte Sieg datiert vom 15. März 2023. Auch im Slalom fällt die Performance - bei Damen sowie Herren - in diesem Winter äußerst mager aus.
"Ja, wir haben noch die eine oder andere Disziplin, wo wir noch weiter arbeiten müssen", räumte Stecher ein.
Die nächste Chance, auch in den schwächeren Disziplinen ein Zeichen zu setzen, bietet sich am 4. Januar im Damen-Slalom von Kranjska Gora (ab 9:30 Uhr im Liveticker). Einen Tag zuvor steht in Slowenien der Riesenslalom auf dem Programm - in dem Scheib wieder einmal für eine Initialzündung sorgen könnte.
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Mit Aufholjagd zum Sieg: Shiffrin hext am Zauberberg
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