Im Interview mit dem russischen Portal "TeleSport" antwortete Anfissa Reszowa auf die Frage, ob Alexander Bolschunow auch bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking die Norweger schlagen kann: "Wahrscheinlich nicht" - und sieht den Grund in den zunehmenden Star-Allüren des Wintersportlers,
Und sie ist sich nicht mal sicher, ob der Gesamtweltcup-Sieger bei Olympia überhaupt eine Einzelmedaille gewinnen wird. Angesprochen auf die russischen Erfolgschancen in Peking sagte Reszowa: "Ich denke, es wird zwei Medaillen geben. Eine in der Staffel, möglicherweise Silber bei den Männern. Das zweite Edelmetall wird eine Einzelmedaille sein, aber ich weiß noch nicht, wer sie holen wird."
Dabei gewann Bolschunow in der abgelaufenen Saison mit sehr großem Vorsprung den Gesamtweltcup vor Landsmann Ivan Yakimushkin. Mit 1765 Punkten holte er mehr als doppelt so viele Punkte wie der Zweitplatzierte (800). Auch der Distanz-Weltcup ging souverän an Bolschunow.
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Diese eindeutigen Triumphe lagen jedoch auch daran, dass die eigentlich dominierenden Norweger aufgrund der Corona-Pandemie auf zahlreiche Weltcup-Wochenenden verzichteten.

Bolschunow krönt sich in Oberstdorf erstmals zum Weltmeister

Bei der WM in Oberstdorf kam es schließlich zum Showdown zwischen Bolschunow und den Skandinaviern. Dort ließ Bolschunow im 30km-Skiathlon zwar alle Norweger hinter sich und krönte sich erstmals zum Weltmeister, doch in allen anderen Rennen hatte er gegenüber Johannes Hösflot Kläbo und Co. das Nachsehen.

Endlich Weltmeister! Bolschunow hält Norweger-Duo in Schach

Kläbo holte dreimal Gold (Sprint, Teamsprint, Staffel), über die 15 Kilometer Freistil siegte Hans Christer Holund und der WM-Titel im 50km-Massenstart ging an Emil Iversen, nachdem sich Bolschunow und Kläbo im Zielsprint kollidierten.

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Bolschunow brach der Stock und hatte so keine Chance mehr um Gold zu kämpfen. Kläbo lief als Erster über die Ziellinie, wurde aber anschließend disqualifiziert. Bolschunow gewann Silber, war darüber aber nicht wirklich glücklich. Das galt auch für Bronze im Teamsprint und Silber mit der Staffel.

Reszowa: "Bolschunow ist nur jetzt der König"

Die anderen russischen Langläufer holten in Oberstdorf in den Einzelrennen gar kein Edelmetall. Deshalb sorgt sich Reszowa auch um die Zukunft und fordert ein Umdenken: "Wir müssen eine neue Generation heranwachsen lassen. Es scheint so, als gäbe es nur Bolschunow und das war's. Und was ist mit Bolschunow? Führt sich auf wie der König. Er ist natürlich der König, aber nur im Jetzt. Wir müssen junge Leute fördern."

Duell der Superstars: Kläbo und Bolschunow kämpfen um Staffel-Gold

Reszowa gewann als Langläuferin bei den Olympischen Winterspielen 1988 in Calgary Gold mit der Frauen-Staffel. Vier Jahre später nahm sie als Biathletin an den Spielen von Albertville teil und wurde Olympiasiegerin im Sprint. 1994 gelang es ihr dann auch mit der Damen-Staffel im Biathlon, Olympia-Gold zu holen.
Jenes Gold fehlt Bolschunow noch in seiner Vita. Sein bisherige Olympia-Bilanz lautet: Dreimal Silber und einmal Bronze in Pyeongchang 2018. Zweimal wurde er auch da von den Norwegern geschlagen.

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