Karl Geiger analysiert seinen Fehler - und hakt Sieg bei der Vierschanzentournee ab

Karl Geiger arbeitet seinen Patzer bei der Vierschanzentournee in Innsbruck auf, tut sich aber schwer damit. "Es war eine Verkettung unglücklicher Umstände", erklärte der Skiflug-Weltmeister nach Platz 16 am Bergisel. Den Gesamtsieg in der Tournee muss er abschreiben. Für das abschließende Springen in Bischofshofen will er sich nach dem Ruhetag aber nochmal so richtig aufraffen.

Karl Geiger enttäuscht in Innsbruck 2021

Fotocredit: Imago

Karl Geiger kann auch einen Tag nach dem Bergiselspringen nicht so richtig verstehen, was ihn am Sonntag in Innsbruck um alle Chancen auf den Sieg in der Vierschanzentournee gebracht hat.
"Ich habe es nicht verstanden, was da passiert ist", schilderte der 27 Jahre alte DSV-Springer die Momente nach seinem ersten Sprung, den er nur auf 117 Meter gesetzt hatte.
Vom Mitfavoriten der Tournee zum Geschlagenen – das hat ihn gewurmt. "Vorher habe ich mir noch gedacht: Wenn nicht jetzt, wann dann?", erklärte Geiger seine Gefühlsachterbahn: "Danach ist es ziemlich über mir eingeschlagen."
Vor allem das "Warum" beschäftigte ihn sehr. Nach einer Nacht im Hotel in Innsbruck und einer Fehleranalyse ist der nun nur noch Vierte der Gesamtwertung zumindest etwas schlauer.
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Der Spielfilm vom Bergisel: Drama um Geiger und Granerud

Quelle: Eurosport

Karl Geiger: Kleiner Fehler, große Wirkung

"Es war eine Verkettung unglücklicher Umstände", sagte Geiger: "Der Sprung war nicht ganz ideal, da brauchen wir nicht drüber reden. Aber er war besser als der erste Durchgang in Garmisch." In Garmisch-Partenkirchen hatte Geiger nach Durchgang eins auf Rang 14 gelegen, konnte sich mit einem guten zweiten Sprung aber noch auf Platz fünf retten.
Das gelang ihm in Innsbruck nicht. Die Crux: Auf der Bergiselschanze sei es einfach "brutal, wenn man kleine Fehler macht. Dann saugt es einen an den Hang hin und man steht unten und versteht die Welt nicht mehr. Das ist bitter und schwer hinzunehmen." In der Konsequenz bedeutete das nur Zwischenrang 30. Ohne K.o.-Format wäre Geiger sogar ausgeschieden.
"Er war mental vielleicht nicht ganz online und beim Absprung ein bisschen hinterher", analysierte Bundestrainer Stefan Horngacher den fatalen Geiger-Sprung.
Dass ihn nach einem leicht verspäteten Absprung in der Luft Rückenwindbedingungen erwarteten, hatte den Weitenverlust potenziert. "Der Bergisel ist eine schwere Schanze, auf der man keinen Fehler machen darf. Dann streut die Schanze nämlich extrem, auch wenn sie sehr klein ist", so Geiger.
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"Herber Schlag" für Geiger: Die Analyse zum Bergiselspringen

Quelle: Eurosport

Eine bittere Pille für Karl Geiger

Als 30. des ersten Durchgangs musste er nach einer sehr kurze Vorbereitungsphase schnell wieder ran. Abgehetzt saß er nur 34 Minuten nach dem ersten Sprung schon wieder auf dem Balken. Seine Brille beschlug, alles nicht optimal. Trotzdem landete Geiger mit 128,5 Meter plötzlich wieder im Bereich der Top-Leute (Platz vier im zweiten Durchgang).
"Was mich richtig fuchsig gemacht hat, war, dass ich im zweiten Durchgang ohne ideale Vorbereitung einen gescheiten Sprung hinkriege, der 11,5 Meter weiter geht", sagte er am Montag zerknirscht. Alles in allem sei der verkorkste Wettkampf von Innsbruck mit nur Rang 16 "eine bittere Pille, die ich schlucken muss. Aber dem stelle ich mich. Es ist schon öfter vorgekommen, dass ich durch den Schlamm waten musste und da werde ich jetzt auch durchmarschieren."
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Enttäuschter Geiger haut im zweiten Durchgang eine "Granate" raus

Quelle: Eurosport

Für das abschließende Springen in Bischofshofen (Mittwoch um 16:45 Uhr live bei Eurosport) rechnet er sich in Sachen Tourneewertung angesichts von 24,7 Punkten Rückstand auf den Führenden Kamil Stoch nichts mehr aus.
"Den Blick auf die Gesamtwertung muss ich weglassen", sagte der Skiflug-Weltmeister: "Klar - durch ist es erst, wenn der Letzte unten gelandet ist. Aber es müsste schon viel passieren, dass man die Polen da vorne noch abfangen kann. Denen müsste schon ein großer Bock passieren und dafür schätze ich sie zu gut ein. Das sind herausragende Athleten."

Karl Geiger springt um Platz zwei in der Tourneewertung

Im Idealfall kann Geiger aber noch Vorjahressieger Dawid Kubacki und den Weltcupführenden Halvor Egner Granerud abfangen und damit nach Platz drei im Vorjahr als Zweiter sein bestes Tourneeergebnis einfahren. Kubacki liegt 9,5 Punkte vor Geiger, Granerud 4,1. Im Vorjahr war Geiger in Bischofshofen hinter Kubacki auf Platz zwei gelandet.
"Ich werde alles geben, alle verbliebenen Kräfte mobilisieren und dann mal schauen, was rauskommt", sagte Geiger: "Es wird schon nochmal eine Challenge. Es ist kein Selbstläufer. Ich muss mich gut regenerieren und vom Schädel her runterfahren. Ich brauche lockere Sprünge."
Die Paul-Außerleitner-Schanze in Bischofshofen sie eine Anlage, die mit nichts zu vergleichen ist, "weil sie so einen langen, flachen Anlauf hat, fast wie eine Autobahn". Erst gehe "es gemütlich los, aber man muss sich schon richtig zusammenreißen, dass man den Absprung nicht verpasst". Unten könne man dann aber "richtig schön ins Gleiten kommen". Gut für einen Skiflug-Weltmeister.
Am Ende gelte aber: "Die Qualität des Sprunges ist entscheidend." Und er wolle "wieder die Sprünge zeigen, die ich zeigen kann".
Die Vierschanzentournee 2020/21: Alle Springen - Qualifikation und Wettkampf - in Oberstdorf (28.12./29.12.), Garmisch-Partenkirchen (31.12./1.1.), Innsbruck (2.1./3.1.) und Bischofshofen (5.1./6.1.) LIVE im Free-TV bei Eurosport 1 und bei Eurosport auf Joyn!
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Geiger patzt in Innsbruck: "Ganz weit hinten"

Quelle: Eurosport

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