Vierschanzentournee 2025/26: Philipp Raimund und Felix Hoffmann blasen zum Vollangriff im Kampf mit Domen Prevc

Felix Hoffmann und Philipp Raimund lauern bei der Vierschanzentournee ab sofort auf einen Ausrutscher von Domen Prevc. Das Auftaktspringen in Oberstdorf hat jedenfalls gezeigt: Es könnte sich lohnen. Angesichts der strengen Anzugkontrollen ist mit einer Disqualifikation ab sofort jederzeit zu rechnen, doch auch ohne halten die beiden DSV-Adler im Kampf um das Podium sehr gute Karten in der Hand.

Eisenbichler exklusiv: "Ein Warnschuss für die Besten"

Quelle: Eurosport

Nach seinem unverhofften Sprint auf das Podium verließ Felix Hoffmann Oberstdorf bester Laune. Mit "einem schönen Pokal" und noch mehr "positiver Energie" machte sich der Senkrechtstarter der DSV-Skispringer nach dem gelungenen Auftakt bei der Vierschanzentournee auf die Reise nach Garmisch-Partenkirchen.
Im deutschen Doppelpack mit Philipp Raimund will Hoffmann nach dem größten Erfolg seiner Karriere auf der Olympiaschanze nachlegen - und die Jagd auf Dominator Domen Prevc eröffnen.
Zusammen, sagte Raimund vor dem Neujahrsspringen am Donnerstag (ab 14:00 Uhr live und on-demand bei discovery+) forsch, gehe man auf "Vollangriff, immer". Hoffmann als Dritter des Gesamtklassements, Raimund als Fünfter - getrennt nur durch knapp einen Meter.
Dass anders als in den vergangenen Jahren gleich zwei DSV-Adler zur Spitzengruppe gehören, sei ein "Riesenvorteil", schwärmte Bundestrainer Stefan Horngacher nach dem Wettkampf am Schattenberg: "Die Leistung, die die beiden heute gebracht haben, war außergewöhnlich gut."

Prevc glänzt wie einst Schlierenzauer

Dass die Träume vom Ende der 24 Jahre währenden Tournee-Durststrecke der DSV-Adler aber trotzdem fast schon wieder ausgeträumt sind, hat vor allem mit einem Mann zu tun. "Was Prevc macht", sagte Horngacher, "können wir nicht beeinflussen".
Der Topfavorit aus Slowenien sprang in Oberstdorf in einer anderen Liga, fast zehn Meter liegt er bereits vor dem zweitplatzierten Titelverteidiger Daniel Tschofenig. Seit Gregor Schlierenzauer 2011 hatte niemand nach dem ersten Springen einen so gewaltigen Vorsprung.
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Tournee schon vorentschieden? Prevc schockt die Konkurrenz

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Für ihn sei das Ganze dadurch natürlich "sehr viel einfacher" geworden, gab Prevc zu: "Die Tournee ist lang, da kann dieser Vorsprung sehr nützlich werden". Dahinter ist derweil schon jetzt Spannung garantiert, fünf Springer trennen umgerechnet nur zweieinhalb Meter. Bis Platz zwei, betonte Raimund, sei "noch alles drin".
Oder geht da doch noch mehr? "Der Domen", sagte der Oberstdorfer, "muss auch erstmal acht Sprünge runterbringen".

Anzugkontrollen wie ein Damoklesschwert

Und nebenbei darauf achten, dass sein Anzug passt. Denn obgleich Prevc derzeit unantastbar scheint, die Disqualifikation seines Teamkollegen Timi Zajc wird auch für ihn ein Weckruf gewesen sein. "Wir agieren alle am Limit, da kann schnell etwas schiefgehen", sagte Prevc.
Mit Tschofenig punktgleich auf Rang zwei liegend, wurde Zajc nach dem Springen ausgeschlossen. Der Grund? Sein Anzug war am Bein drei Millimeter zu groß. "Das ist nicht viel, aber zu viel", urteilte Mathias Hafele, Chefkontrolleur des Weltverbands FIS. Hoffmann hetzte kurzfristig aus der Interviewzone zur Siegerehrung.
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Highlights Oberstdorf: Hoffmann stark - aber der "Domenator" schockt sie alle

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"Mir ist es auch schon passiert, dass ich disqualifiziert wurde. Bei der Tournee ist das natürlich doppelt hart. Aber es ist auch ein Zeichen dafür, dass der Wettkampf fair über die Bühne geht und nichts dem Zufall überlassen wird", erklärte Eurosport-Experte Markus Eisenbichler. "Es ist ein Warnschuss für die Besten. Jetzt weiß jeder, dass scharf kontrolliert wird."
Horngacher schlug in dieselbe Kerbe. Rund zehn Monate nach dem Anzugskandal um das norwegische Team und den in der Folge verschärften Regeln habe man nun gesehen, so der Österreicher, "dass hier keiner verschont wird. Wenn irgendetwas nicht passt, dann passt es nicht und dann gibt es Konsequenzen."

Raimund und Hoffmann kaschieren DSV-Misere

Für Raimund und Hoffmann heißt das: Aufpassen beim Anzug, natürlich. Aber auch: Auf keinen Fall nachlassen - wer weiß, was Prevc noch widerfährt.
Doch die Gefahr bestehe ohnehin nicht, glaubt Horngacher. Die beiden Vorzeigespringer könnten "definitiv noch etwas drauflegen", betonte der Trainer: "Sie können jetzt frei aufspringen und haben eigentlich keinen Druck mehr."
Anders als ihre Teamkollegen. Fast ging am Schattenberg unter, dass erstmals seit 2009 nur zwei deutsche Springer in Oberstdorf den zweiten Durchgang erreicht hatten.
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Hoffmann: "Podest ist das i-Tüpfelchen für heute"

Quelle: Eurosport

Die teils extrem schwachen Vorstellungen von Karl Geiger, der bereits in der Qualifikation gescheitert war, Andreas Wellinger und Co. dürfe "die Leistung der anderen zwei aber nicht schmälern", betonte Horngacher - und schürte weiter Hoffnungen.
Denn: "Es ist eher die Oberstdorfer Schanze, die die zwei ein bisschen vor Probleme stellt", sagte der 56-Jährige: "Garmisch liegt ihnen deutlich besser."

DSV-Adler überzeugten im Herbst in Garmisch

Davon zeigte sich auch Eisenbichler überzeugt. "In der Vorbereitung im Herbst habe ich gesehen, wie Felix Hoffmann und Philipp Raimund die Schanze gemeistert haben", so Eisenbichler. "Da bin ich guter Dinge. Lassen wir uns überraschen", unterstrich er bei Eurosport.
"Es ist eine Fliegerschanze und ähnlich rhythmisch wie Oberstdorf", führte Eisenbichler weiter aus. "Der Tisch ist etwas kürzer und der Radius knackiger. Der Sprung kann aggressiver angegangen werden."
Und: Hoffmann und Raimund haben Heimspiel-Atmosphäre.
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Schmitt adelt Hoffmann: "Ein herausragender Start"

Quelle: Eurosport


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