Der Pole Dawid Kubacki (282,1 Punkte) - Gesamtsieger 2019/20 - siegte vor dem norwegischen Gesamtweltcupführenden Halvor Egner Granerud (274,9) und seinem Landsmann Piotr Zyla (260,4).

Kamil Stoch (260,0) komplettierte als Vierter das tolle polnische Ergebnis.

Innsbruck
Zahn-OP am Silvesterabend: Tournee-Aus für Lindvik wahrscheinlich
01/01/2021 AM 11:21

"Der erste Sprung war etwas spät am Schanzentisch. Aber unterm Strich war ich mit dem Wettkampf sehr zufrieden", sagte Geiger. "Ich hätte nicht gedacht, dass es so weit nach vorne geht."

"Karls Sprung muss man sehr hoch einschätzen", sagte Martin Schmitt bei Eurosport über Geigers Satz auf 138 Meter im zweiten Durchgang:

"Kubacki ist bei Aufwind gesprungen - umgerechnet müsste man Karl rund fünf Metern drauf rechnen, dann ist er schon bei 143 Metern. Karl war mit seinem Sprung absolut auf Augenhöhe."

"Bester Sprung der Saison!" Kubacki segelt zum Schanzenrekord

Karl Geiger mit Aufholjagd in Garmisch

Geiger hatte allerdings bereits im ersten Durchgang seine Gesamtführung eingebüßt.

Zum Nachlesen: So lief das Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen

Der Oberstdorfer, im Vorjahr Zweiter in Garmisch-Partenkirchen und bei dieser Tournee Auftaktsieger in Oberstdorf, landete bei seinem ersten Sprung bei 131 Meter und damit nur auf Zwischenrang 14.

"Da verliert er viele Punkte": Geiger tut sich mit Windbedingungen schwer

Mit seinem Top-Sprung im zweiten Durchgang hievte sich Geiger aber noch neun Plätze nach oben (259,9 Punkte) und hielt den Rückstand in der Gesamtwertung auf Granerud mit 4,0 Punkten minimal.

In der Tournee-Wertung hat Geiger damit nach vor Chancen auf den ersten deutschen Gesamtsieg seit Sven Hannawald vor 19 Jahren.

"Wirklich gut!" Geiger startet Aufholjagd mit Sprung auf 138 Meter

"Ich bin sehr zufrieden", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher in der "ARD": "Karl Geiger hat im zweiten Durchgang einen sehr guten Sprung gezeigt und sehr viel aufgeholt. Eisenbichler war heute nicht ganz so gut. Auch der letzte Sprung war nicht optimal."

Markus Eisenbichler nicht ganz zufrieden

"Es ist alles noch eng", analysierte Schmitt für Eurosport: "Dawid Kubacki hat sich mit einem Wahnsinnswettbewerb ins Rennen gebracht. Er riskiert alles und geht all in. Das muss man zeigen, wenn man bei der Tournee noch eine Chance haben will."

Analyse zu Garmisch: "Geigers Sprung war bärenstark"

Eisenbichler verlor dagegen nach Zwischenrang vier mit einem Sprung auf 134 Meter im zweiten Durchgang etwas an Boden (257,2) und liegt in der Gesamtwertung nun schon 23,5 Punkte hinter Granerud.

"Habe die Ehre": Eisenbichler angefressen nach verpasstem Podest

"Ich bin nicht ganz zufrieden, muss ich ehrlich sagen", sagte der 29-Jährige bei Eurosport: "Der zweite Sprung hat sich besser vom Tisch als der erste angefühlt. Ich wäre natürlich gerne aufs Podest gehupft - ich weiß, dass ich's drauf hab. Es war ein untypischer Wettbewerb für Garmisch."

Geiger und Eisenbichler angriffslustig für Innsbruck

In der Gesamtwertung sei noch alles drin, meinte Eisenbichler: "Ich kann angreifen. In Innsbruck habe ich schon mal mit 16 Punkten Vorsprung gewonnen. Es ist alles möglich. Immer. Karl und ich sind immer noch dabei. Wir sind immer noch eine Speerspitze – zu zweit."

"Ich kann angreifen": Eisenbichler trotz Rückstand optimistisch

Lachend fügte er hinzu: "Wir werden den Norwegern und Polen schon noch zeigen, wo der Bartl den Most holt."

Geiger meinte: "Die Schanze in Innsbruck ist nicht ganz einfach. Ein bisschen Glück braucht man auch. Eisei und ich haben da beide schon ins Klo gegriffen, aber auch viele gute Erinnerungen von der WM." Bei der Nordischen Ski-WM 2019 war Eisenbichler am Bergisel auf der Großschanze zum WM-Titel gesprungen, Geiger holte Silber.

Lob gab's von Eisenbichler in Garmisch noch für Sieger Kubacki: "Wenn er die Verhältnisse hat, wissen wir alle, dass er saugut ist. Ich ziehe meinen Hut: Telemark beim neuen Schanzenrekord, das macht nicht jeder."

"Super fliegt er!" Eisenbichler startet stark ins neue Jahr

Freund scheitert in Durchgang eins

Das dennoch gute deutsche Ergebnis komplettierten Martin Hamann (11.), Pius Paschke (16.) und Richard Freitag (27.) in den Punkten. "Mannschaftlich waren wir wieder viel, viel besser", sagte Horngacher: "Martin Hamann ist heute toll gesprungen. Pius Paschke war viel besser, Richard Freitag war im Finale. Wir haben heute keinen Spitzenplatz erreicht, aber wir waren mit unseren Top-Leuten heute wieder vorne dabei."

Severin Freund (123 m, 39.), Moritz Baer (116,5 m, 43.), David Siegel (117,5 m, 45.) und Constantin Schmid (114,5 m, 47.) schieden dagegen aus.

Spielfilm mit klarem Hauptdarsteller: So lief das Neujahrsspringen

Andreas Wellinger, Kilian Märkl und Luca Roth hatten sich an Silvester nicht unter den Besten 50 der Qualifikation platziert und somit den Wettkampf verpasst.

Vorjahressieger Marius Lindvik musste derweil nach einer Zahn-OP passen.

"Markus hadert ein bisschen": Bundestrainer Horngacher zieht Halbzeit-Fazit

Die Top 10 in Garmisch-Partenkirchen:

PLATZNAME1. DG2. DGPUNKTE
1Dawid Kubacki (POL)139,0144,0282,1
2H. E. Granerud (NOR)137,0136,0274,9
3Piotr Zyla (POL)129,5137,0260,4
4Kamil Stoch (POL)135,0132,0260,0
5Karl Geiger (GER)131,0138,0259,9
6P. Aschenwald (AUT)130,0136,5257,7
7Ryoyu Kobayashi (JPN)133,5132,0257,2
7M. Eisenbichler (GER)137,5134,0257,2
9J. A. Forfang (NOR)128,5139,0256,2
10Andrzej Stekala (POL)133,5133,0253,7

Gesamtwertung Vierschanzentournee:

PLATZATHLET (NATION)GESAMTPUNKTE
1.Halvor Egner Granerud (Norwegen)555,0
2.Karl Geiger (Deutschland)551,0
3.Kamil Stoch (Polen)548,3
4.Dawid Kubacki (Polen)546,4
5.Markus Eisenbichler (Deutschland)531,5
6.Philipp Aschenwald (Österreich)530,7
7.Andrzej Stekala (Polen)527,0
8.Ryoyu Kobayashi (Japan)522,4
9.Anze Lanisek (Slowenien)520,8
10.Piotr Zyla (Polen)517,1

Vierschanzentournee bei Eurosport: Ergebnisse, Zeitplan, Gesamtwertung

Die Vierschanzentournee 2020/21: Alle Springen - Qualifikation und Wettkampf - in Oberstdorf (28.12./29.12.), Garmisch-Partenkirchen (31.12./1.1.), Innsbruck (2.1./3.1.) und Bischofshofen (5.1./6.1.) LIVE im Free-TV bei Eurosport 1 und bei Eurosport auf Joyn!

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