Werner Schuster exklusiv zu Andreas Wellinger und Felix Hoffmann - darauf kommt es für die beiden DSV-Adler nun an

Andreas Wellinger hat den Absprung in den Olympia-Winter im übertragenen Sinn verpasst. Der DSV-Adler war beim Weltcupstart in Lillehammer zwar dabei, erlebte bei den Wettkämpfen auf dem Lysgardsbakken aber herbe Rückschläge. Die lassen sich erklären, wie Ex-Bundestrainer Werner Schuster bei Eurosport.de ausführt. Bei Wellinger habe sich am Schanzentisch "ein hartnäckiger Fehler" eingeschlichen.

Wellinger erklärt Probleme: "... dann fällt mir das System runter"

Quelle: Eurosport

Die Krux ist der Absprung. Andreas Wellinger komme "nicht richtig weg vom Tisch", sagt Eurosport-Experte Werner Schuster.
Der 56-Jährige hat einen besonderen Blick auf den Topspringer aus Traunstein, schließlich holte Wellinger seine größten Erfolge, wie etwa Olympia-Gold 2018 in Pyeongchang, unter dem damaligen Bundestrainer Schuster.
Die Schanze in Lillehammer habe Wellingers aktuellen Fehler klar ersichtlich gemacht, zumal er dort "schon früher durchwachsene Ergebnisse hatte", so Schuster. "Es geht jetzt darum, die Ruhe zu bewahren, klar zu analysieren und ein Konzept zu erarbeiten."
Die Leistungsdelle bei Wellinger war indes abzusehen. "Schon der Sommer Grand Prix war, mit Ausnahme von Hinzenbach, wo ihm die Schanze liegt, nicht besonders rosig", blickt Schuster auf die Saisonvorbereitung zurück.

Schuster: "Wellinger hat rabenschwarzen Saisonstart erwischt"

Immerhin: "Bei einem Spitzenspringer lebt die Hoffnung, dass er sich im Wettkampfgeschäft steigern kann. Andi hat die motorischen Fähigkeiten und das Talent, unter höchster Anspannung in kurzer Zeit in die Spur zurückzufinden. Leicht wird es allerdings nicht, denn wenn man die Qualifikation nicht schafft, ist man weit weg", gibt Schuster zu bedenken.
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Andreas Wellinger hat noch viel Arbeit vor sich

Fotocredit: Imago

Die Ergebnisse sprachen tatsächlich eine eindeutige Sprache. Im ersten Weltcupspringen in Lillehammer scheiterte der 30-Jährige in der Qualifikation, im zweiten verpasste er als 40. den zweiten Durchgang und die Weltcuppunkte. "Andi hat einen rabenschwarzen Saisonstart erwischt", hält Schuster fest.

Schuster rät Hoffmann: "Auf der Welle bleiben"

Das sei aus seiner Sicht "überraschend und doch wieder nicht - quasi wie bei Felix Hoffmann, nur umgekehrt", schlägt der ehemalige Bundestrainer den Bogen zum Mann der Stunde im deutschen Team. Hoffmann nämlich erlebte ein Traumwochenende in Norwegen.
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Highlights: Hoffmann macht erstes Podium der Karriere perfekt

Quelle: Eurosport

Beim ersten Springen stellte er mit Platz zehn sein persönliches Weltcup-Topergebnis auf, ehe er am Sonntag richtig abhob und als Dritter seine Podiums-Premiere feierte. In den beiden Qualifikationen bewegte sich der 28-Jährige mit Rang drei und sieben ebenfalls in der Spitze.
"Es kommt immer wieder vor, dass junge Menschen mit Mitte, Ende 20 einen wirklichen Schub in der Persönlichkeit machen. Im Moment nimmt Felix eine super Entwicklung, hat einen tollen Saisonstart hingelegt. Man kann nur hoffen, dass er auf dieser Welle bleibt und sich tragen lässt", lobt Schuster den amtierenden Deutschen Meister.

Wellinger und Hoffmann greifen in Falun an

Er habe Hoffmanns "Durchbruch eigentlich schon früher erwartet". Das Talent des Thüringers sei schon "früh erkannt worden, er hat die Stufen im DSV durchlaufen und mit Anfang 20 einige Continental-Cup-Wettbewerbe gewonnen. Aber: Die deutsche Mannschaft ist sehr stark und es ist ihm zunächst nicht so recht gelungen, sich da zu etablieren", betont Schuster.
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"Kriegt keinen Druck drauf": Wellinger verpasst zweiten Durchgang

Quelle: Eurosport

Genau daran muss Hoffmann nun arbeiten, schon am Dienstag (ab 15:10 Uhr live im TV bei Eurosport und bei discovery+) bietet sich im schwedischen Falun auf der Normalschanze die Chance dazu.
Und während Schuster bei Wellinger zu einer klaren Fehleranalyse rät, hat er für Hoffmann einen entspannten Tipp parat: "Ich hoffe, dass Felix sich sie jetzt keinen großen Kopf macht und genießt, was er sich über lange Jahre erarbeitet hat."
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