Olympia 2026 - Skispringen: Gregor Deschwanden holt Bronze - die verrückte Geschichte hinter dem Normalschanze-Coup
VonLukas Fegers
Publiziert 10/02/2026 um 12:08 GMT+1 Uhr
Mit Olympia-Bronze auf der Normalschanze feierte Skispringer Gregor Deschwanden den bislang größten Erfolg seiner Karriere. Dass es der Schweizer in Predazzo mit seinen beiden Sprüngen aufs Podium schaffte, hat er auch einem besonderen Mitstreiter zu verdanken: Björn Schneider. Der Servicemann ebnete mit einer Nacht-und-Nebelaktion den Weg für den Überraschungs-Coup. Die Geschichte dahinter.
Highlights: Raimund springt in die Geschichtsbücher
Quelle: Eurosport
800 Kilometer - bei Nacht und Nebel, Regen und Stau: Diese Strecke legte Servicemann Schneider spontan mit seinem Auto zurück, damit Deschwanden beim Olympia-Wettstreit von der Normalschanze die perfekten Ski zur Verfügung hatte.
Nach dem ersten Training sei es kurzzeitig hektisch bei Swiss Ski geworden, berichtet der "Blick". Skisprungtrainer Martin Künzle habe den Servicemann angerufen und sich erkundigt, ob ein bestimmtes Paar Ski vor Ort in Predazzo sei - doch dieser teilte ihm eine schlechte Nachricht mit.
Die gewünschten Bretter seien bei ihm zu Hause in Deutschland, so Schneider: "Schließlich können wir nicht jeden Ski immer mitnehmen."
Doch der Deutsche löste das Problem kurzerhand selbst. Noch am selben Tag habe er sich ins Auto gesetzt und sei in Richtung Deutschland losgefahren. "Es war eine strenge Fahrt", sagte Schneider, der zwischendurch nur eine dreistündige Schlafpause einlegte.
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Verblüffte auch sich selbst mit Olympia-Bronze: Gregor Deschwanden.
Fotocredit: Getty Images
Servicemann behält Ski-Geheimnis für sich
Ein riesiger Aufwand, der sich für das Schweizer Team allerdings mehr als lohnte: Hinter dem neuen Olympiasieger Philipp Raimund und Silbermedaillengewinner Kacper Tomasiak sprang Deschwanden auf einen mit Ren Nikaido geteilten dritten Rang.
Aus dem Nichts jubelte der 34-Jährige über Olympia-Bronze, segelte auf den bei Nacht und Nebel herbeigeholten Skiern sogar zum Schanzenrekord (107 Meter).
"Mir kamen die Tränen. Es war ein unglaublicher Moment", erzählte Schneider im "Blick"-Interview: "Schön zu sehen, dass wir für unsere Arbeit belohnt wurden."
Das Geheimnis hinter den Ski, einem "etwas anders" gebauten Modell, wollte der Servicemann aber nicht lüften. "Das ist Top-Secret", so Schneider, der sein Handwerk beim Skilanglauf lernte.
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Gregor Deschwanden (r.) teilte sich mit Ren Nikaido den dritten Rang.
Fotocredit: Getty Images
Support für Deschwanden auch bei der Siegerehrung
Bei seinem Bronze-Coup konnte sich Deschwanden derweil nicht nur auf Servicemann Schneider, sondern auch auf den Rest des Schweizer Teams verlassen.
Nach dem geglückten Normalschanze-Wettkampf musste er sich für die Siegerehrung die Zeremonie-Montur spontan borgen - weil er mit seinem Erfolg auch sich selbst völlig überrascht hatte.
"Ich habe es mir selbst fast nicht zugetraut. Ich habe meine Sachen nicht einmal mitgenommen für die Medaillenfeier. Ich dachte: 'Es wäre schön, aber ich bin doch ein wenig zu weit weg'", sagte Deschwanden dem "SRF" mit strahlendem Gesicht.
Und mit Blick auf seine Trainingsjacke fügte er lachend hinzu: "Ist alles ausgeliehen. Für das haben wir ja das Team."
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Quelle: SNTV
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