Alexander Zverev: Die große Bilanz des deutschen Tennis-Stars im Jahr 2025 - Onkel-Toni-Effekt als Lichtblick

Die ATP Finals sind Geschichte, für Alexander Zverev neigt sich eine "unglaublich unbefriedigende Saison" dem Ende entgegen. Zum ersehnten Grand-Slam-Erfolg hat es wieder nicht gereicht, insgesamt steht für den Deutschen nur ein einziger Titel im Jahr 2025 zu Buche. Allerdings auch Platz drei in der Weltrangliste. Wie ist Zverevs Saison also wirklich zu bewerten? Und was macht Hoffnung auf 2026?

Frühes Aus besiegelt! Zverev hadert und scheitert an Auger-Aliassime

Quelle: Eurosport

"Das war eine unglaublich unbefriedigende Saison." Das war der Satz, mit dem Alexander Zverev einen Strich unter das lange Tennis-Jahr 2025 machte.
Ja, die deutsche Nummer eins wird noch bei der Davis-Cup-Endrunde in Bologna aufschlagen. Aber für den Einzelspieler Zverev war das verlorene "Gruppen-Endspiel" gegen Félix Auger-Aliassime bei den Finals in Turin das letzte - und gleichzeitig "schlechteste Match, das ich in den vergangenen Monaten gespielt habe", wie er selbst danach analysierte.
Zverev neigt dazu, hart mit sich selbst ins Gericht zu gehen. Manchmal vielleicht etwas zu hart. Auch medial ist der Druck auf Deutschlands besten Tennis-Spieler groß. Die Kritik deutlich, wenn der 28-Jährige "unterperformt", was 2025 - geht es nach Zverev - zu oft der Fall war: "Die Tennissaison ist lang, mit vielen Ups und Downs, aber für mich gab es diesmal nicht viele Ups."
Auf der einen Seite steht "nur" ein Titel zu Buche. Sein großes Ziel, ein Major zu gewinnen, hat der Hamburger erneut verpasst.
Dem gegenüber steht eine starke Bilanz von 55 Siegen zu 25 Niederlagen, die gleichbedeutend mit Weltranglistenplatz drei zum Jahresende ist. Nur einmal (2024) war Zverev in seiner Karriere besser. Wie ist seine Saison also wirklich zu bewerten? Und wo kann er für 2026 ansetzen? Eine Aufarbeitung.

Alexander Zverev im Jahr 2025: Das lief gut

Ein ausgeruhter, ein körperlich und mental frischer Zverev ist der beste Zverev. Das zumindest spiegelt das Jahr 2025 wider.
Was logisch klingt, galt für Zverev nicht immer. Der 28-Jährige zählt zu den absoluten Vielspielern auf der Tour, holte sich seine Form oft über kontinuierliche Matchpraxis. In diesem Jahr aber spielte er sein bestes Tennis zu Jahresbeginn in Melbourne, wo er zum dritten Mal in seiner Karriere ein Grand-Slam-Finale erreichte, und nach einer Pause im Sommer.
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Finale: Zverev beißt sich an Sinner die Zähne aus - Highlights

Quelle: Eurosport

Nach seinem Erstrunden-Aus in Wimbledon hatte Zverev tief blicken lassen. "Ich fühle mich generell gesprochen ziemlich alleine in meinem Leben", sagte der Deutsche und machte psychische Probleme offen. Auf dem Tennisplatz holte er sich während seiner kurzen Auszeit neue Impulse in Manacor, bei Rafael Nadals Onkel Toni.
Eine Zusammenarbeit, die fruchtete. "Ich fand's gut, dass er bei Toni Nadal war und mal einen anderen Blickwinkel gesehen hat", sagte auch der sechsmalige Grand-Slam-Sieger Boris Becker im Podcast "Becker Petkovic". Eine feste Zusammenarbeit ergab sich aus der Stippvisite (noch) nicht. Auch wenn Zverev den 64-Jährigen, der jahrelang seinen Neffen und 22-maligen Grand-Slam-Sieger Rafael coachte, gerne von einem längeren Engagement überzeugt hätte. Für 2025 blieb sein Werben ohne Erfolg. Aber 2026? "Ich glaube, die Diskussionen laufen noch", so Becker.
Bei den darauffolgenden Masters in Toronto und Cincinnati erreichte Zverev jeweils das Halbfinale.
Zudem konnte der Deutsche auch 2025 wieder auf seinen Aufschlag bauen. Auf dem Serverranking Leaderboard der ATP landete Zverev insgesamt auf Platz sieben, weist mit 72,1 Prozent sogar die beste Quote bei ersten Aufschlägen auf.
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Alexander Zverev (r.) mit Toni Nadal

Fotocredit: Instagram

Alexander Zverev 2025: Das lief nicht so gut  

So steil es zu Jahresbeginn bergauf ging, so schnell ging es auch wieder bergab. Nur zwei Wochen nach seinem Final-Einzug in Melbourne schlug Zverev am anderen Ende der Welt in Buenos Aires und Rio auf. Zwei Mal kam er nicht über das Viertelfinale hinaus, rieb sich gegen die argentinischen Sandplatzspezialisten Francisco Cerúndolo und Francisco Comesaña im Hexenkessel auf, statt sich Selbstbewusstsein zu holen. Ein Fehler, wie Zverev später selbst zugab: "Südamerika war hart für mich."
Zverev verlor die Form und fand sie - mit Ausnahme von München, seinem einzigen Turnier-Triumph des Jahres - bis zu den French Open nicht wieder.
"Ich bin nicht immer glücklich mit seinem vollen Terminplan", meint auch Becker.
Eine weitere Folge des eng getakteten Kalenders: Auch der Körper streikte 2025 mehr als in den Jahren zuvor. Rücken, Schulter und Zeh machten dem Deutschen im Herbst zu schaffen. Und als die Form Anfang November beim Masters in Paris endlich wieder stimmte, kam auch noch das Sprunggelenk hinzu, an dem er sich 2022 die Bänder gerissen hatte.
Die Folge: Eine 0:6, 1:6-Niederlage gegen Jannik Sinner, den er im Finale von Wien eine Woche zuvor noch am Rande einer Niederlage gehabt hatte.  
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Bagel in Satz eins - Highlights zum Zverev-Aus gegen Sinner

Quelle: Eurosport

Zverev und das Problem mit den "Angstgegnern"

Zudem fiel auf, dass Zverev immer wieder mit den gleichen Gegnern Probleme hatte. Das Wort "Angstgegner" kann der Olympiasieger von 2021 mittlerweile bestimmt nicht mehr hören.
Jedoch scheinen Taylor Fritz (fünf Siege, neun Niederlagen), Daniil Medvedev (8:14) oder Francisco Cerúndolo (1:3) tatsächlich den Zverev-Code geknackt zu haben. 2025 kamen zudem Auger-Aliassime (zwei Niederlagen) und Arthur Rinderknech hinzu, gegen den der 28-Jährige überraschend zum Auftakt in Wimbledon und in der dritte Runde von Shanghai verloren hatte. Dabei sollte doch eigentlich Zverev als Nummer drei der Angstgegner für andere Top-Spieler sein …
Dass Zverev mit einer Siegquote von 69 Prozent entgegen seiner Weltranglisten-Position nur Platz acht belegt, kommt also nicht von ungefähr.

Alexander Zverev: Darauf wird es 2026 ankommen

Zverev ist einer der, wenn nicht DER beste Tennis-Spieler der Geschichte, der in seiner Karriere noch keinen Grand Slam gewinnen konnte. Daran ändert auch die komplizierte Saison 2025 nichts. Die große Frage ist: Kann er diesen Makel 2026 endlich ablegen?
"Wenn er ein, zwei Kleinigkeiten verändert", meint Becker, sei Zverev "verdammt nah dran an der Nummer eins und an einem Grand-Slam-Sieg". Die Frage sei allerdings, ob er überhaupt "etwas verändern will? Das weiß ich momentan nicht."
Die Saison 2025 lässt zumindest vermuten, dass ein abgespeckter Kalender und externe Ratgeber helfen könnten. Auch Ex-Profi Tim Henman fordert "neue Impulse". Aktuell hoffe Zverev, "dass seine Gegner Fehler machen", doch damit "kommt man auf diesem Niveau nicht durch", so Henman. Vor allem gegen Gegner wie Sinner und Carlos Alcaraz, die nicht nur seit zwei Jahren den Tennis-Zirkus dominieren, sondern sich auch ständig verbessern. "Ich habe das Gefühl, dass er sich zurückziehen und neu erfinden muss."
Vielleicht ja mithilfe von Onkel Toni? "Ich möchte, dass er mit nach Australien kommt", bekräftigte Zverev seinen Wunsch Ende September.

Petkovic: Hoffe, dass Zverev die "innere Kraft und Ruhe wiederfindet"

Nach dem Davis Cup steht erst einmal eine Auszeit an. Vermutlich auf den Malediven, wo Zverev bereits in den vergangenen Jahren urlaubte. Dort wolle er über die Saison nachdenken.
 "Ich hoffe, dass er sich erholt, dass er zu sich kommt. Dass er die innere Kraft und Ruhe wiederfindet", sagt Andrea Petkovic, die Zverev gut kennt: "Ich glaube, man unterschätzt, wie wichtig das ist."
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Tennis zum Zungeschnalzen: Sinner zieht Alcaraz im Endspiel den Zahn

Quelle: Perform


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