Masters Monte Carlo: Alexander Zverev gelingt im Viertelfinale tolle Aufholjagd gegen Jannik Sinner
Alexander Zverev (Hamburg) hat nach einem großen Kampf beim ATP-Masters-1000-Turnier in seiner Wahlheimat Monte Carlo das Halbfinale erreicht. Der an Zwei gesetzte Deutsche setzte sich im Viertelfinale in 3:07 Stunden gegen den Weltranglisten-Zwölften Jannik Sinner (Italien) 5:7, 6:3, 7:6 (7:5) durch. Zverev trifft im Halbfinale auf Titelverteidiger Stefanos Tsitsipas (Griechenland/Nr. 3).
Eruption beim Matchball: Zverev besiegt Sinner
Quelle: Perform
Alexander Zverev musste sich im zweiten Satz am rechten Oberschenkel behandeln lassen. Jannik Sinner hatte nach seinem Achtelfinal-Sieg gegen den an Fünf gesetzten Russen Andrey Rublev (5:7, 6:1, 6:3) über Blasen am Fuß geklagt.
Zverev lag im zweiten Satz schon Break zurück (5:7, 1:2), kämpfte sich dann aber regelrecht in die Partie im Monte Carlo Country Club, der sich im französischen Roquebrune-Cap-Martin befindet.
Zverev schlug bei 5:4 im dritten Satz schon zum Matchgewinn auf und war bei 30-30 nur noch zwei Punkte vom Sieg entfernt, ließ sich dann aber doch noch sein Service zum insgesamt fünften Mal abnehmen. Bei 5:5 vergab der Deutsche dann einen Breakball.
Im Tiebreak lag Zverev 3:2 und 5:4 mit Minibreak vorne, zweimal glich Sinner aus - ehe ein leichter Vorhandfehler des Italieners das Pendel endgültig in Richtung Zverev ausschlagen ließ. Nach 3:07 Stunden Spielzeit verwandelte der Deutsche seinen ersten Matchball und stellte im Direktvergleich mit dem 20 Jahre alten Südtiroler auf 3:1-Siege.
Zverev happy über Erfolgserlebnis
"Dieser Sieg bedeutet mir sehr viel - besonders nach dem, wie es bisher für mich dieses Jahr gelaufen ist", sagte Zverev nach dem Marathonmatch: "Ich habe schon viele solcher Spiele dieses Jahr verloren. Ich bin sehr happy, auch wenn das Niveau nicht so hoch war."
Zverev gab zu, bei 5:4 im dritten Satz einen "schweren Schläger" gehabt zu haben: "Das meine ich eben - ich habe so viele enge Matches dieses Jahr schon verloren und das war bei mir im Hinterkopf. Ich denke, dieser Sieg wird mir helfen."
Nach dem frühen Aus des Weltranglistenersten Novak Djokovic (Serbien/Nr. 1) ist Zverev der am höchsten gesetzte Spieler in Monte Carlo und kann im Kampf um die Führung im Ranking Punkte gutmachen.
Publikum ganz klar für Sinner
Ein "Heimspiel" war es für den in Monaco lebenden Zverev gegen Sinner bei weitem nicht: Die Sympathien der Zuschauer lagen beim Match auf dem Court Rainier III nahe der italienischen Grenze ganz klar beim Südtiroler.
Als Zverev im dritten Satz einen Aufschlag von unten ins Netz servierte und danach prompt einen Doppelfehler machte, tönten zunächst Pfiffe und dann hämischer Applaus von den Rängen. Immer wieder schallte es zudem "Jannik! Jannik!"-Rufe.
Teilweise glich die Atmosphäre früherer Davis-Cup-Matches. Schon beim Einlaufen war Zverev ausgepfiffen worden.
Zverev-Doppel mit Melo abgesagt
Inwieweit die Oberschenkelprobleme für Zverev im Halbfinale ein Hindernis sein könnten, konnte der 24-Jährige selbst nicht sagen.
Das Doppel-Viertelfinale mit Kumpel Marcelo Melo (Brasilien) gegen das Duo Marcelo Arévalo / Jean-Julien Rojer (El Salvador/Niederlande), das für den Abend angesetzt war, wurde abgesagt. Offizielle Begründung: Melo habe Rückenprobleme.
Da auch Tim Pütz an der Seite von Michael Venus (Neuseeland) gegen das top-gesetzte Doppel Rajeev Ram / Joe Salisbury (USA/Großbritannien) 4:6, 3:6 verlor, findet das Doppel-Halbfinale ohne deutsche Beteiligung statt.
Zverev kommt in Form
Zverev hatte durch einen souveränen Zwei-Satz-Sieg gegen Pablo Carreño Busta (Spanien/Nr. 13) die Runde der letzten Acht bei dem Sandplatzklassiker erreicht.
Zverev hatte vor dem Turnier in Monaco 2022 außer beim ATP Cup noch keinen Top-40-Spieler schlagen können - diese Scharte wetzte er aber bereits mit dem Auftaktsieg über Federico Delbonis (Argentinien/35.) aus. Zverev erreichte in diesem Jahr bislang einzig im Februar in Montpellier das Finale eines Turniers.
Nach einem bisher schwachen Frühjahr auf den Hartplätzen in Australien und den USA scheint Zverev im Fürstentum nun aber in Form zu kommen. Nach Monte Carlo reist er weiter zu einem weiteren "Heimspiel" in München. Die French Open, Höhepunkt der Sandsaison, beginnen am 22. Mai in Paris (live bei Eurosport).
Sollte Zverev in Monte Carlo gewinnen, würde er mit insgesamt 8105 Punkten in der Weltrangliste ganz nach an den derzeit verletzten Daniil Medvedev (Russland/8230) und Djokovic (8340) heranrücken. Die Weltranglistenführung wäre dann schon nach dem Turnier in München greifbar.
Zverev stand schon 2018 in Monte Carlo im Halbfinale
Der 24-Jährige war in Monte Carlo bereits 2018 im Halbfinale gestanden - damals verlor er gegen den Japaner Kei Nishikori (6:3, 3:6, 4:6).
Zverev hat drei seiner fünf Titel bei Mastersturnieren auf Sand geholt. In Madrid gewann er zweimal, in Rom einmal. In Monte Carlo steht er zum zweiten Mal nach 2018 im Halbfinale. Im Vorjahr war Zverev in der dritten Runde am Belgier David Goffin gescheitert.
Im Halbfinale geht es nun gegen Stefanos Tsitsipas, der Diego Schwartzman (Argentinien/Nr. 12) in einer nicht weniger dramatischen Partie 6:2, 6:7 (4:7), 6:4 besiegte. Gegen den Griechen hat Zverev eine negative Bilanz von 3:6-Siegen, 0:2 davon auf Sand.
Das zweite Halbfinale bestreiten Djokovic-Bezwinger Alejandro Davidovich Fokina (Spanien) und Grigor Dimitrov (Bulgarien).
Davidovich Fokina setzte seinen Lauf nach dem Erfolg über Djokovic fort und zog durch das 2:6, 6:4, 6:3 gegen Indian-Wells-Champion Taylor Fritz (USA/Nr. 10) erstmals unter die besten Vier bei einem Masters ein. Dimitrov schlug Hubert Hurkacz (Polen/Nr. 11) 6:4, 3,6: 7:6 (7:2).
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Viertelfinale: Davidovich Fokina sorgt weiter für Furore
Quelle: Perform
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(mit SID)
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Viertelfinale: Dimitrov ringt Hurkacz nieder
Quelle: Perform
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