Australian Open - Carlos Alcaraz bringt die Zweifler zum Schweigen und wird zum besten 22-Jährigen der Geschichte
Carlos Alcaraz hat mit seinem ersten Titel bei den Australian Open Geschichte geschrieben. Dabei widerlegte er die Kritiker, die den Spanier ohne Erfolgscoach und ohne Vorbereitungsturnier auf einem Irrweg wähnten. Mit dem Halbfinal-Marathon gegen Alexander Zverev und dem gedrehten Endspiel gegen Novak Djokovic fegte Alcaraz alle Zweifel vom Tisch. Er ist der beste 22-Jährige der Tennis-Historie.
Alcaraz entzaubert Djokovic - die Top-5-Schläge im Finale
Quelle: Eurosport
Exakt 47 Tage ist es her, da setzte Carlos Alcaraz in den sozialen Medien eine Botschaft ab, die für Kopfschütteln sorgte. Der 22-Jährige teilte mit, fortan nicht mehr mit Coach Juan Carlos Ferrero zusammenzuarbeiten.
Der Mann, der bei allen bisherigen sechs Grand-Slam-Titeln an seiner Seite stand, war raus. Weil es "bestimmte Dinge gab, die ich so, wie ich bin, nicht akzeptieren konnte", wie Ferrero mitteilte.
Vor allem Alcaraz' Vorliebe, bei Show-Events aufzuschlagen, anstatt sich aufs Training, die Erholung oder Genesung nach Verletzungen zu fokussieren, sollen dem Trainer gegen den Strich gegangen sein.
Die Trennung wurde in der Szene allgemein als Schwächung für Alcaraz interpretiert. Vergaloppiert sich da ein Jahrhundert-Talent? Verzichtet Alcaraz ohne Not auf den wichtigsten Faktor seiner Erfolgsgeschichte?
Becker zur Causa Ferrero: "Entscheidung war richtig"
"Es war eine schwierige Entscheidung, aber nach 14 Tagen wissen wir nun: Sie war richtig", urteilte Eurosport-Experte Boris Becker, nachdem Alcaraz durch ein 2:6, 6:2, 6:3, 7:5 im Australian-Open-Finale gegen Novak Djokovic seinen siebten Grand-Slam-Titel im achten Finale einspielte.
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Becker-Analyse: So hat Alcaraz das Finale gegen Djokovic gedreht
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Es geht also auch ohne Ferrero - und mit Samuel Lopéz. Der Spanier gehörte bereits zum Team und wird den Superstar in den ersten Monaten der Saison als Headcoach betreuen. Alcaraz geht dabei weiter unbeirrt seinen Weg.
Alcaraz: "Froh, allen Leuten das Gegenteil bewiesen zu haben"
Obwohl er den Happy Slam in Melbourne mehrfach als oberste Priorität des Jahres klassifiziert hatte, spielte er in der Vorbereitung kein Turnier und nahm stattdessen zusammen mit Jannik Sinner bei einer Show-Veranstaltung in Seoul teil.
Eine gewisse Genugtuung darüber, dass der Plan am Ende aufging, konnte der Weltranglistenerste nicht verhehlen. "Jetzt, wo ich es geschafft habe, bin ich einfach froh, allen Leuten das Gegenteil bewiesen zu haben. Ich habe nicht über die Leute nachgedacht, die daran gezweifelt haben", betonte Alcaraz auf der Pressekonferenz in Melbourne.
Alcaraz stellt mit Karriere-Grand-Slam Rekord auf
Er hätte auch gar nichts sagen können und die Zahlen sprechen lassen. Mit 22 Jahren und 272 Tagen ist der Mann aus Murcia nun der jüngste Spieler der Geschichte, der den Karriere-Grand-Slam komplettiert hat. Er überbot damit eine Marke, die Don Budge vor 88 Jahren aufgestellt hatte.
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Carlos Alcaraz - Novak Djokovic | Finale | Highlights
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Hinzu kommt: Nie zuvor gab es bei den Männern einen Profi, der in so jungem Alter bereits sieben Major-Titel sein Eigen nennen konnte - was zur nächsten Zahl führt. Bei 35 Prozent seiner Grand-Slam-Teilnahmen (20 Turniere) holte das Tennis-Genie die Krone.
Djokovic rollt Alcaraz roten Teppich aus: "Historisch und legendär"
Ebenso beeindruckend ist Alcaraz' spielerische und mentale Reife. So gewann er sieben seiner ersten acht Major-Endspiele, den Umgang mit Druck beherrscht er wie kaum ein anderer. Und auch strategisch ist der Youngster längst auf Weltklasse-Niveau, wie im Endspiel gegen Djokovic zu beobachten war.
Der Serbe manövrierte den Branchenprimus im ersten Satz clever aus, diktierte die Ballwechsel mit der Vorhand und ließ seinen jungen Gegner ziemlich alt aussehen.
Doch Alcaraz reagierte. "Carlos nimmt das Tempo aus den Schlägen, wenn er Djokovic auf der Vorhand anspielt. Er zeigte da eine große Variabilität, die Novak überhaupt nicht mag", analysierte Eurosport-Expertin Barbara Schett während der Partie.
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Djokovic wendet sich nach Niederlage an Nadal: "Fühlt sich komisch an"
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Der 38-Jährige, selbst ein Mann unzähliger Rekorde, zeigte Größe in der Niederlage. Was Alcaraz erreicht habe, könne man "nur so beschreiben: historisch und legendär."
Grand Slam im Jahr 2026? Alcaraz vorsichtig, aber ...
Und tatsächlich gibt es da im Hinblick auf die vier Majors noch einen Coup, den weder Djokovic noch Rafael Nadal oder Roger Federer realisieren konnten: den Grand Slam, den Triumph in Melbourne, Paris, Wimbledon und New York innerhalb einer Saison.
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Becker zum Finale: "Sagenhaft, wie Alcaraz unter Druck gespielt hat"
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Die Frage danach war auf der Pressekonferenz fast unvermeidlich. Alcaraz blieb nachvollziehbarer Weise vorsichtig.
"Das wird eine große Herausforderung. Das sind große Worte, um ehrlich zu sein", erklärte der Champion. Groß, aber nicht unbedingt zu groß. Denn: Der 22-Jährige hat eben auch gesagt, dass die Jagd auf dieses ultimative Ziel "großartig" werde.
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Alcaraz huldigt Djokovic nach Finale: "Eine große Inspiration"
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