Boris Becker glaubt nicht, dass Jannik Sinner im letzten Jahr absichtlich gedopt hat: "Ich vertraue ihm vollkommen"
VonNiklas Bien
Publiziert 03/11/2025 um 10:39 GMT+1 Uhr
Von Februar bis Mai 2025 war Jannik Sinner nicht auf der ATP-Tour unterwegs - der Italiener war wegen Dopings für drei Monate gesperrt. Weil nach Ansicht der Weltantidopingagentur (WADA) keine Absicht vorlag, fiel die Sperre so kurz aus. Auch Boris Becker glaubt weiterhin daran, dass Sinner das Medikament Clostebol nicht wissentlich eingenommen hat. Er "vertraue ihm vollkommen", so Becker.
Sinner ringt Auger-Aliassime im Finale nieder - Highlights
Quelle: Perform
Im Interview mit der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" hat Becker nicht nur über sein mögliches Engagement als Trainer von Sinner gesprochen, sondern auch über die Dopingthematik, welche die neue, alte Nummer eins der Welt seit über einem Jahr begleitet.
Zu Beginn des Jahres - Sinner hatte gerade die Australian Open gewonnen - einigten sich die WADA und Sinner auf einen Vergleich. Die Verantwortlichen folgten Sinners Darstellung, dass die Einnahme des Medikaments ohne Absicht erfolgt ist.
Der Italiener wurde nur drei Monate gesperrt, verpasste keinen Grand Slam und spielte sich bei den French Open gleich wieder ins Finale, das er spektakulär gegen Carlos Alcaraz verlor.
Für Becker besteht ebenfalls kein Zweifel daran, dass Sinner unabsichtlich gedopt hat. "Doping ist meilenweit von seinem Charakter entfernt. Ich vertraue ihm vollkommen", betonte Becker.
Becker: "Ich bin eher misstrauisch gegenüber Spielern, die..."
Gerade die große Konstanz des 24-Jährigen sei ein Indiz. "Ich bin eher misstrauisch gegenüber Spielern, die plötzlich eine Saison lang explodieren oder zwei oder drei Turniere lang phänomenal spielen. Solche Dinge kommen mir etwas seltsam vor. Aber Jannik gehört seit Jahren zu den Besten", sagte der sechsfache Grand-Slam-Sieger.
Die Dopingkontrollen heutzutage seien extrem streng, gerade für die Topspieler sogar "eine enorme Einschränkung der Freiheit", so Becker.
Sinner hat mit diesen Maßnahmen in der Vergangenheit schon intensivere Erfahrungen gemacht, ist seit seinem Comeback im Mai aber weiterhin stark unterwegs.
Im Juli schnappte sich der Italiener den Wimbledon-Titel, am Sonntag siegte Sinner beim Masters in Paris im Finale mit 6:4, 7:6 (7:4) gegen Félix Auger-Aliassime und ist damit wieder die Nummer eins der Weltrangliste.
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Quelle: Perform
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