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Carlos Alcaraz und Jannik Sinner vollziehen Regierungswechsel - Zverev, Medvedev und Co. müssen sich hinten anstellen
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Update 14/06/2024 um 08:12 GMT+2 Uhr
Carlos Alcaraz und Jannik Sinner habe das Zepter auf der Tour endgültig von Novak Djokovic übernommen. Das U23-Duo aus Spanien und Italien überzeugt nicht nur mit großen Titeln, sondern vor allem mit der Fähigkeit, Widrigkeiten zu trotzen und Siege zu erzwingen. Keine Frage: Alcaraz und Sinner sind nicht auf Kurzbesuch an der Weltspitze. Sie sind nach oben gekommen, um dauerhaft zu bleiben.
Top 5 Shots from the final day of the French Open featuring Alcaraz brilliance
Quelle: Eurosport
Es ist sage und schreibe 21 Jahre her, dass die erste Hälfte einer Grand-Slam-Saison über die Bühne ging, ohne dass ein Spieler der "Big Three" um Novak Djokovic, Rafael Nadal und Roger Federer einen Major-Titel geholt hat.
So gesehen erleben wir 2024 eine Zäsur. Jannik Sinner gewann die Australian Open, Carlos Alcaraz die French Open. Holte Djokovic 2023 noch drei von vier Major-Kronen, hat sich nun endgültig der Machtwechsel vollzogen.
Und auch die Weltrangliste bestätigt inzwischen: Sinner ist die Nummer eins, Alcaraz die zwei - Djokovic spielt "nur" noch die dritte Geige.
Die Art und Weise, wie die beiden U23-Profis in diesem Jahr ihre Titel eingefahren haben und wie sie mit Widrigkeiten umgegangen sind, legt den Schluss nahe, dass es sich dabei keineswegs um eine Momentaufnahme handelt.
Alcaraz überwindet die eigenen Zweifel
Gerade Alcaraz habe in Roland-Garros gezeigt, dass "er in der Lage ist, gegen die Besten der Welt zu gewinnen, auch wenn er selbst nicht sein bestes Tennis spielt", erklärt der siebenmalige Grand-Slam-Turniersieger Mats Wilander bei Eurosport.
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Finale: Alcaraz besiegt Zverev in fünf Sätzen - Highlights
Quelle: Eurosport
Tatsächlich war bis kurz vor Beginn der French Open nicht klar, ob und in welcher Verfassung der 21-Jährige in Paris aufschlagen kann. "Es gab viele Zweifel", gab Alcaraz zu. Das Training habe gelitten, ideal sei die Vorbereitung beileibe nicht gelaufen. Dennoch fand der Spanier stets einen Weg.
So auch im Finale gegen Alexander Zverev. Er habe in einigen Phasen gemerkt, dass seine "Schläge den Gegner nicht unter Druck setzen. Es war an der Zeit, die richtige Taktik und Lösungen zu finden", führte der Champion im Eurosport-Interview aus.
Becker: Alcaraz mit 21 Jahren besser als Big Three
Alcaraz' Reife - spielerisch wie mental - ist beeindruckend. Es ist kein Zufall, dass er in seinen bisherigen drei Grand-Slam-Endspielen dreimal als Sieger vom Platz ging.
"Carlos ist in meinen Augen mit 21 besser als es Nadal, Djokovic oder Federer im gleichen Alter waren", lobt Eurosport-Experte Boris Becker den Mann aus Murcia.
Für Wilander ist er sogar die eigentliche Nummer eins der Welt, obwohl dieser Status qua Ranking Sinner gebührt. Dies sei aus seiner Sicht aber "nur eine Frage des Computers, nur Daten", erläutert der Schwede gegenüber der "L'Équipe". Es sein ein Merkmal "der Größten", dass sie auch dann die wichtigsten Matches gewinnen, wenn es nicht optimal laufe.
Sinner: Quantensprünge trotz aller Probleme
Diese Fähigkeit stellte auch Sinner unter Beweis. Als der 22-Jährige am 28. Januar in Melbourne ins bis dato größte Spiel seiner Laufbahn ging, lief zunächst alles gegen ihn. Sinner war im Finale der Australian Open gegen Daniil Medvedev zwei Sätze lang meilenweit von seinem Können entfernt.
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Tennis : Roland-Garros 2024 : Top 5 Carlos Alcaraz in his semi-final
Quelle: Eurosport
Der Traum vom ersten Grand-Slam-Titel drohte zu platzen. Dann kam die Wende. "Du hast es geschafft, dein Niveau zu steigern und einen großartigen Job gemacht", zollte Medvedev dem Südtiroler Respekt, nachdem der einen 0:2-Satzrückstand in einen 3:6, 3:6, 6:4, 6:4, 6:3-Erfolg umgewandelt hatte.
"Das ist ein Quantensprung für ihn. Ich hatte ihn für einen Grand-Slam-Sieg 2024 auf dem Zettel, aber wie reif und erwachsen er hier aufgetreten ist, war beeindruckend", staunte Nick Kyrgios, der den sogenannten Happy Slam als TV-Experte für Eurosport begleitete.
Sinner begeistert: "Es war ein Kindheitstraum"
Den nächsten Quantensprung hat Sinner nun in Roland-Garros gemacht. Das Halbfinale gegen Alcaraz verlor er zwar in fünf Sätzen, dafür gelang ihm als erstem Italiener der Tennis-Historie der Sprung auf Platz eins im ATP-Ranking Geschichte. "Es war ein Kindheitstraum, aber ich habe in jungen Jahren nicht wirklich daran geglaubt", sagte Sinner bei Eurosport.
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Sinner's top 5 shots at the Australian Open
Quelle: Eurosport
Wie bei Alcaraz galt auch beim Südtiroler: Der Start in Paris war fraglich, der Körper angeschlagen. "Ich hatte eine schwere Zeit, war lange krank. Ich habe fast drei Wochen keinen Tennisschläger angefasst, was sehr viel ist vor einem Grand-Slam-Turnier. Ich hatte nur neun Tage, um mich vorzubereiten", berichtete Sinner, der sich mit Hüftproblemen plagte.
Alcaraz und Sinner regieren
Wie Alcaraz hat auch er einen Weg gefunden, Hürden zu überwinden und Erfolge festzuzurren. Für Djokovic und das Heer der Jäger um Zverev, Medvedev, Stefanos Tsitsipas, Andrey Rublev oder Casper Ruud sind das keine guten Nachrichten.
Da bahnt sich eine neue Weltordnung im Tennis an. Alcaraz und Sinner regieren, der Rest reagiert und muss sich erst einmal hinten anstellen.
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Matchball Becker: So lief Alcaraz' Aufholjagd gegen Sinner
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