"Ich glaube, es ist für das Turnier, für die anderen Spielerinnen und mein Wohlbefinden das Beste, wenn ich aussteige, sodass sich alle wieder auf Tennis in Paris fokussieren können", schrieb die Nummer zwei der Welt.
Sie leide seit den US Open 2018 immer wieder unter Depressionen, teilte Osaka am Montagabend in ihrem Statement mit. In Paris habe sie sich verletzlich gefühlt und sich schließlich mit ihrem vieldiskutierten Presseboykott schützen wollen.
"Ich akzeptiere es, dass mein Timing nicht ideal war und meine Botschaft klarer gewesen sein könnte", schrieb Osaka. Sie habe in Roland-Garros nie "eine Ablenkung" sein wollen.
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Osaka hatte mit ihrer Ankündigung, bei den French Open die obligatorischen Pressekonferenzen zu boykottieren, für Wirbel gesorgt. Die Entscheidung brachte ihr eine Menge Kritik von Experten und anderen Tennisprofis ein.
Nach ihrem Erstrundensieg war Osaka am Sonntag wie angekündigt der obligatorischen Pressekonferenz ferngeblieben.

"Wirft Fragen auf": Becker und Rittner sorgen sich um Osaka

"Musste seit 2018 mit Depressionen kämpfen"

Damit wollte sie auf die mentale Gesundheit von Profisportlern aufmerksam machen.
Der veranstaltende französische Tennisverband belegte die Athletin zunächst mit einer Geldstrafe von 15.000 US-Dollar und drohte mit Disqualifikation, sollte die Spielerin nicht einlenken.
Osaka unterstrich derweil, dass sie das Thema nicht trivialisieren wolle. "Die Wahrheit ist, dass ich seit den US Open 2018 mit Depressionen kämpfen musste und eine schwere Zeit hatte, damit umzugehen", schrieb der Superstar auf Twitter.

So reagieren die Eurosport-Experten auf Osakas Rückzug

Osaka entschuldigt sich bei der Presse

Osaka wandte sich in ihrer Erklärung auch direkt an die Medien.
"Die Tennis-Presse war immer nett zu mir", betonte die Japanerin. Sie wolle sich daher "bei allen coolen Journalisten entschuldigen, die ich verletzt haben mag".

Matchball Becker: "Federer ist wie ein Balletttänzer"

Eurosport-Experte Álex Corretja, einst auf Platz zwei der ATP-Weltrangliste notiert, zeigte sich betroffen. "Das ist absolut schockierend. Es ist eine traurige Nachricht, dass Naomi ausgestiegen ist. Das zeigt, dass wir vor allem Menschen sind, wenngleich die Leute oft nur den Tennisprofi sehen, der einen Ball auf dem Court schlägt. Was im Kopf der Aktiven vorgeht, gerät aber häufig in den Hintergrund", so der Spanier.
Auch Boris Becker sorgt sich um die Japanerin. "Das gab's noch nie, dass eine Spielerin so öffentlich mit ihren Problemen umgegangen ist. Dass sie Angstzustände hat, vor die Presse zu treten", so der Eurosport-Experte in Matchball Becker: "Aber das wirft natürlich andere Fragen auf. Kann sie den Beruf der Tennisspielerin fortführen? Kann sie Wimbledon spielen, kann sie die US Open spielen? Momentan sage ich eher nicht."
Sportlich begann das Turnier indes fast nach Wunsch. Osaka hatte in der 1. Runde zwar Mühe, rang Patricia Maria Tig aber dennoch mit 6:4 und 7:6 (7:4) nieder.
In Runde zwei wäre die Australian-Open-Siegerin auf Ana Bogdan aus Rumänien getroffen.
Dazu wird es nun nicht mehr kommen.
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1. Runde: Die besten Szenen zu Osakas Auftaktsieg

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