Marion Bartoli schätzt Trennung von Carlos Alcaraz und Juan Carlos Ferrero ein: "Gründe nicht nur finanzieller Natur"
VonNiklas Bien
Update 22/12/2025 um 18:43 GMT+1 Uhr
Die Trennung von Carlos Alcaraz und Erfolgstrainer Juan Carlos Ferrero ist weiterhin das große Gesprächsthema im Tenniskosmos. Die frühere Wimbledonsiegerin Marion Bartoli hat sich im Gespräch mit "RMC Sports" ausführlich zum überraschenden Ferrero-Abschied geäußert. Der Zeitpunkt der Trennung werfe Fragen auf, die Gründe seien - anders als kolportiert - nicht ausschließlich finanzieller Natur.
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Quelle: Perform
Kurz vor Weihnachten und damit nur rund einen Monat vor dem Start der Australian Open (live bei Eurosport und im Stream bei discovery+) gab Alcaraz über Instagram die Trennung von seinem langjährigen Trainer bekannt.
Der Zeitpunkt werfe "große Fragen und Bedenken auf", so Bartoli: "Niemand beschließt, wie sie es getan haben, am 17. Dezember den Trainer zu wechseln. Das bedeutet, dass beide Parteien sicher waren, dass sie die Saison 2026 gemeinsam beginnen würden."
Würden ein Trainer und ein Spieler die Zusammenarbeit geplant beenden, so geschehe das aus Sicht der Wimbledonsiegerin von 2013 unmittelbar nach dem Ende der Saison, nicht aber in der frühen Vorbereitungsphase auf den ersten Grand Slam des kommenden Jahres.
In sieben Jahren gewann Alcaraz unter Ferrero sechs Grand-Slam-Titel und steht aktuell wieder auf Platz eins der Weltrangliste. Über die genauen Gründe der Trennung des Erfolgs-Duos herrscht in der Branche derzeit noch Unklarheit.
Zu viele Exhibition-Matches als Trennungsgrund
Alcaraz' erster Trainer Carlos Santos vermutete im exklusiven Gespräch mit Eurosport Spanien, dass finanzielle Gründe letztlich ausschlaggebend gewesen seien.
Bartoli hat derweil eine andere Erklärung für die plötzliche Scheidung. "Die tieferen Gründe, warum Juan Carlos und Carlos keine Einigung erzielen konnten, sind nicht ausschließlich finanzieller Natur. Es gibt tatsächlich ein Problem hinsichtlich des von Carlos Alcaraz und seinem Umfeld gewählten Turnierplans", sagte die Französin.

Juan Carlos Ferrero und Carlos Alcaraz feierten unter anderem sechs Grand-Slam-Titel gemeinsam.
Fotocredit: AFP
Gerade mit den vielen Exhibition-Matches sei der spanische Erfolgscoach nicht einverstanden gewesen.
"Nach den US Open entschied sich Carlos Alcaraz, nicht nach Asien zu reisen und nicht an den dortigen Turnieren teilzunehmen. Anschließend spielte er ein Exhibition-Match in Riad und kam zum Paris Masters, wo er überhaupt nicht in Form war - er war nicht bereit zu spielen", so Bartoli. Kurz darauf verletzte sich Alcaraz bei den ATP Finals in Turin und verpasste den Davis Cup.
Ferrer, Moyá - oder sogar Nadal?
Gerade dadurch, dass Alcaraz so dynamisch und kraftvoll spiele, sei er anfälliger für Verletzungen. "Daher ist er nicht sorgfältig genug bei der Planung echter Erholungsphasen und nimmt immer mehr Exhibition-Spiele an, obwohl er eigentlich trainieren sollte", erklärte Bartoli.
Im Januar tritt der Spanier etwa in Seoul gegen Jannik Sinner an. Eine Entwicklung, mit der Ferrero nicht zufrieden gewesen sein soll.
Fakt ist: Ferrero ist nicht länger Trainer des Weltranglistenersten. Samuel Lopéz, der seit Anfang 2025 Teil des Alcaraz-Teams war, wird das Traineramt für die erste Phase des neuen Jahres interimsweise übernehmen.
Die Anforderungen an den dauerhaften Ferrero-Nachfolger sind speziell. "Auf jeden Fall muss Carlos jemanden haben, der ihn betreut. Er ist ein absolutes Genie. Man muss aber wissen, dass Juan Carlos Ferrero zwischen jedem Punkt mit ihm spricht. Zwischen jedem Punkt sagt er ihm, was er taktisch tun soll", sagte die ehemalige Nummer sieben der WTA-Weltrangliste.
Sinner trainiert in Dubai
Seit die Trennung in der vergangenen Woche publik geworden ist, kursieren einige Namen für die Nachfolge: Spaniens Davis-Cup-Kapitän David Ferrer sei ein Kandidat, genau wie Carlos Moyá, der ehemalige Trainer von Rafael Nadal. Sogar Nadal selbst oder Roger Federer wurden bereits genannt.

Zwei spanische Ausnahmekönner: Carlos Alcaraz und Rafael Nadal.
Fotocredit: Getty Images
Alcaraz' Qualitäten sind ohne Zweifel riesig, die Trainerentscheidung ist dennoch wegweisend - gerade im direkten Duell mit seinem italienischen Widersacher Sinner.
"Ich denke, er wird die Intelligenz haben, sich mit einem Team zu umgeben, aber er braucht es unbedingt. Andernfalls wird er gegen die Qualitäten, die Jannik Sinner entwickelt, der jeden Tag in Dubai trainiert, nicht konkurrenzfähig sein. Ich kann Ihnen sagen, dass ein enormes Trainingspensum sein Spiel weiter verbessert hat", betonte Bartoli.
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Quelle: SNTV
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