Dominic Thiem (Österreich/Nr. 2) war im Halbfinale gegen Daniil Medvedev (Russland/Nr. 3) bereits Mitte des zweiten Satzes ausgerutscht und umgeknickt. Später tauschte der 27-Jährige seine Schuhe aus, rutschte aber noch einige weitere Male weg.

"Meine Achillessehne hat ziemlich weh getan", sagte der Österreicher, der sich teilweise mächtig über sein Schuhwerk aufregte: "Ich verstehe nicht, wie man auf Hardcourt so herumrutschen kann. Das hat mich frustriert."

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Thiem biss sich jedoch durch und verwandelte nach 2:55 Stunden seinen zweiten Matchball. "Ich habe jetzt keine Schmerzen", sagte er nach seinem Sieg. "Ich hoffe, es ist nicht nur das Adrenalin und der Fuß fühlt sich morgen auch noch gut an."

Dominic Thiem fightet sich in zwei Sätzen zurück

In Satz eins gelang Thiem das vorentscheidende Break zum 4:2. Im zweiten Satz führte Medvedev bereits 5:3, ehe Thiem sich zurückfightete. Im Tiebreak wehrte der Österreicher bei 5:6 und Aufschlag Medvedev einen Satzball ab. Auch im dritten Durchgang lag der Russe bereits Break vor (5:2) und servierte bei 5:4 zum Satzgewinn - wieder kam Thiem zurück.

Highlights | Thiem fightet sich gegen Medvedev mehrfach zurück

"Nach dem ersten Satz war das großartiges Tennis von uns beiden", sagte der Österreicher. "Immer, wenn er zum Satzgewinn serviert hat, habe ich tatsächlich mein bestes Tennis zeigen können." Nach 5:1-Führung im Tiebreak des dritten Satzes wackelte Thiem noch einmal kurz, verwandelte dann aber bei Aufschlag Medvedev seinen zweiten Matchball zum 7:5. "Die Tiebreaks waren unglaublich, mental total hart", sagte Thiem.

Medvedev verpasste damit den zweiten Finaleinzug bei den US Open in Folge. Im Vorjahr war der Russe erst von Rafael Nadal im Endspiel gestoppt worden.

Im Finale 2020 am Sonntag (22:00 Uhr live bei Eurosport) trifft Thiem auf den Deutschen Alexander Zverev (Hamburg/Nr. 5), der Pablo Carreño Busta 3:6, 2:6, 6:3, 6:4, 6:3 besiegte.

Thiem freut sich auf Endspiel gegen Zverev

In Melbourne war Zverev im Januar in seinem ersten Major-Halbfinale an Thiem gescheitert (6:3, 4:6, 6:7, 6:7). Thiem wiederum verlor das Endspiel in fünf Sätzen gegen Novak Djokovic und ist in drei Grand-Slam-Finals noch sieglos.

Bei einem Erfolg wäre Zverev der erste deutsche Grand-Slam-Sieger im Herren-Einzel seit Boris Becker, der 1996 die Australian Open gewonnen hatte. Becker war 1989 auch der bislang letzte Deutsche, der in New York den Titel geholt hatte. Auf einen Finaleinzug bei einem der vier wichtigsten Tennisturniere mussten die deutschen Herren seit Rainer Schüttler 2003 bei den Australian Open warten.

Thiem wäre derweil der erst zweite Österreicher nach Thomas Muster (French Open 1995), der einen Grand-Slam-Titel gewänne.

"Ich liebe diese großen Matches einfach", sagte er mit Blick auf Sonntag:

"Ich freue mich auf das Endspiel gegen Sascha. Wir haben eine tolle Freundschaft und auch eine tolle Rivalität auf dem Platz. Es ist unglaublich, dass wir uns in einem Grand-Slam-Finale gegenüberstehen. Es heißt Alles oder Nichts, es wird ein komplett offenes Match. In Australien war es super, super eng. Sein erster Aufschlag ist nicht von dieser Welt, so schnell, so präzise. In erster Linie muss ich also gut returnieren und den Ball ins Spiel bringen."

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