Tatjana Maria und Jule Niemeier schreiben Wimbledon-Märchen - warum jetzt alles möglich ist

Tennis-Deutschland reibt sich verwundert die Augen. Obwohl Angelique Kerber nicht mehr in Wimbledon dabei ist, kommt es im Viertelfinale am Dienstag zu einem deutschen Duell. Tatjana Maria und Jule Niemeier schreiben im All England Club von London parallel an zwei sportlichen Märchen. Die Konsequenz: Eine von beiden wird um den Einzug ins Endspiel des berühmtesten Turniers der Welt kämpfen.

"Was für eine Geschichte!" Schett erklärt das Phänomen Maria

Quelle: Eurosport

Jule Niemeier dachte im bislang größten Moment ihrer Karriere zuerst an ihre britische Gegnerin und eroberte damit die Herzen der Fans - Tatjana Maria fliegen im All England Club ohnehin die Sympathien zu.
Die beiden unwahrscheinlichen Wimbledon-Heldinnen aus Deutschland hat ihr märchenhafter Triumphzug bis ins Viertelfinale geführt.
Am Dienstag treffen sie nun aufeinander, die Debütantin aus Dortmund und die zweifache Mutter aus Bad Saulgau.
Somit steht fest: Nach Angelique Kerber im vergangenen Jahr spielt erneut eine Deutsche um den Einzug ins Wimbledon-Finale. Eine, mit der vor dem Turnier niemand gerechnet hatte.
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Schett analysiert Niemeiers Stärken: "Perfektes Rasentennis"

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Und warum sollte die Turniersiegerin in diesem Jahr nicht aus Deutschland kommen?
Gerade einmal zwei Spielerinnen aus den Top Ten der Setzliste sind noch im Wettbewerb, der Ausgang des Rasenklassikers ist völlig offen. Deutschland darf sich ganz leise und vorsichtig Hoffnungen auf einen Grand-Slam-Titel machen.

Maria macht Fans in Wimbledon Liebeserklärung

Überheblich wird deshalb aber niemand. Das wurde schon beim On-Court-Interview mit Niemeier deutlich. "Sorry, dass ich heute eine Britin rausgeworfen habe", sagte die 22-Jährige etwas verlegen. Kurz zuvor hatte sie Heather Watson auf dem Centre Court mit 6:2, 6:4 geschlagen, an einem ganz besonderen "middle sunday", an dem das Jubiläum anlässlich des 100. Bestehens des allerheiligsten Platzes des Tennissports mit allerlei Prominenz und Prunk begangen wurde.
Wenige Meter nebenan hatte Maria zwei Matchbälle abgewehrt, ein schon verloren geglaubtes Match gegen die Lettin Jelena Ostapenko noch gedreht und nach dem 5:7, 7:5, 7:5 den Fans und ihrer Familie eine Liebeserklärung gemacht.
Ohne die Zuschauer hätte sie das nicht geschafft, sagte Maria: "Sie waren immer da, und wenn sie an mich glauben, dann glaube ich auch an mich."
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Schett schwärmt von Maria: "Eine Inspiration für alle"

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Immer da ist auch ihre Familie. Ihr Mann Charles Edouard und die beiden Töchter Charlotte und Cecilia. "Es macht mich so stolz, eine Mama zu sein, das ist die beste Sache der Welt. Ich liebe es, ich liebe meine Kinder und die Möglichkeit, das mit ihnen zusammen zu erleben", sagte Maria.

Rittner begeistert: "Ich habe immer gesagt ..."

Bundestrainerin und Eurosport-Expertin Barbara Rittner sieht sich derweil in der Arbeit, die in Deutschland geleistet wird, bestätigt.
"Ich habe immer gesagt: Wir brauchen etwas Geduld. Da kommen auch noch mehr nach", betonte die 49-Jährige gegenüber dem "SID".
Maria etwa habe "mit einer taktischen Meisterleistung und einem riesigen Kämpferherz das Viertelfinale erreicht". Das sei schlicht "unglaublich".

Maria nervt Ostapenko mit dem Slice

Während nebenan Stars und Champions - darunter auch Kerber - das 100-jährige Bestehen des Centre Courts feierten und Niemeier auf ihr Match wartete, hatten sich Maria und Ostapenko ein hochspannendes Duell geliefert.
Die 34-Jährige entnervte dabei die frühere French-Open-Siegerin mit ihren unterschnittenen Vorhand- und Rückhandschlägen, die so eklig tief auf Rasen abspringen.
Mit dem Slice hatte sie vorher Sorana Cirstea (Rumänien/Nr. 26) und Maria Sakkari (Griechenland/Nr. 5) entzaubert.

Niemeier glänzt am historischen "middle sunday"

Niemeier bewies indes erneut, dass sie bereit ist für die ganz große Bühne.
An diesem denkwürdigen Tag war sogar Rekordchampion Roger Federer gekommen. Und in dessen Gefolge zwei Dutzend Turniersieger und Turniersiegerinnen wie Kerber, Björn Borg, Rod Laver oder Billie Jean King.
Als Gäste begrüßte der All England Club an diesem "middle sunday", der bei der 135. Auflage der Championships erstmals ein offizieller Spieltag war, überdies Geflüchtete aus der Ukraine, Afghanistan und Syrien sowie Helferinnen und Helfer aus dem Gesundheitssystem, die COVID-Helden der Insel.
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Schett exklusiv: Das macht Niemeier in Wimbledon so stark

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Sie alle sahen eine furchtlose Newcomerin, angriffslustig, aufschlagstark. So wie in den ersten beiden Runde und spielerisch deutlich verbessert im Vergleich zum Zittersieg über Lesia Zurenko am Freitag.
Die historische Bühne, die Stars und Superstars und auch die Tausenden Heimfans der Britin Watson: All das schien Niemeier nur zu motivieren.
(mit SID)
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Schett sicher: Kerber wird in Wimbledon noch einmal angreifen

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