Deutsche Biathleten begeistern mit unerwarteter Podestserie in Östersund: Mit Doppel-Gelb in die Heimat?
Von "lächerlich" zum Maß aller Dinge: Die deutschen Biathleten haben in Östersund einen Sensationsstart in den Weltcup-Winter hingelegt und können diesen nun in den Verfolgungsrennen krönen. Erstmals seit fast 17 Jahren starten dabei zwei Deutsche in den Gelben Trikots der Führenden im Weltcup in die Loipe: Franziska Preuß und Philipp Nawrath haben dabei beste Chancen, diese auch zu verteidigen.
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Mit ihren Erfolgen in der Eiseskälte von Östersund heizen die DSV-Biathleten die Begeisterung der Fans in der Heimat mächtig an: Podiumsplätze in Serie - darunter die ersten Weltcupsiege von Roman Rees und Philipp Nawarth und ein Traum-Comeback von Franziska Preuß - mit einem solchen Saisonstart hatten weder Fans noch Fachleute gerechnet. Im Gegenteil: Nach dem Karriereende von Denise Herrmann-Wick wurde vielfach mit einer langen Durststrecke gerechnet, gelb würden nur die Mannschaftsjacken sein.
Noch kurz vor dem Auftakt bezeichnete Biathlon-Legende Ole Einar Björndalen den Auftritt der deutschen Männer im letzten Testrennen als "lächerlich", die einzige Frage schien zu sein, welcher der vielen Norweger die ersten Siege beim Auftakt am Storsjön-See einheimsen würde. Jetzt aber sind es drei Deutsche, die am ersten Advent die Weltcup-Gesamtwertung bei den Männern anführen und sich bei den Laufzeiten mit den Skandinaviern messen können, ebenso wie Preuß, die bei den Damen zusammen mit der Norwegerin Karoline Offigstad Knotten punktgleich vorne liegt.
"Wir waren schon vorher eine starke Mannschaft", sagte der neue Cheftrainer Uros Velepec: "Jetzt haben wir grad eine neue Energie, es passt einfach." Denn die Deutschen glänzen auch in der Breite: Mit Vanessa Voigt, Sophia Schneider, Benedikt Doll und Johannes Kühn lief ein weiteres Quartett schon in die Top Ten. Und die jungen Juwele Selina Grotian und Hanna Kebinger können derweil im Windschatten der erfahrenen Teamkolleginnen wertvolle Weltcuperfahrung sammeln.
DSV-Duo auf Spuren von Henkel und Greis
In den Jagdrennen am heutigen Sonntag (14:00/16:00 Uhr live bei Eurosport in TV und im Livestream) sind nun die nächsten Spitzenergebnisse greifbar: Nawrath hat mit fast 20 Sekunden einen massiven Vorsprung auf die ersten Verfolger, was ihn angesichts seiner aktuellen Laufstärke zum Topfavoriten über die 12,5 Kilometer macht. Preuß wiederum, die als Vierte in die Loipe gehen wird, hat in Östersund bisher sowohl mit schnellen Schießeinlagen als auch starken Laufzeiten überzeugt. Es sei "voll die Ehre und mega cool", nun mit dem Gelben Trikot an den Start zu gehen: "Das ist wirklich was Besonderes, wenn man das schafft."
Zuletzt waren es Michael Greis und Andrea Henkel, die am 7. Januar 2007 beim Heimspiel in Oberhof als deutsches Gelb-Duo bei einem Weltcup starteten, auch damals standen Verfolgungsrennen auf dem Programm. "Es ist unbeschreiblich von den Emotionen", sagte Nawrath im "ZDF" nach seinem ersten Sieg im Weltcup, dem nun nach Jahren vergeblichen Jagens des Podiums direkt der nächste folgen könnte. Denn der große Trumpf der Deutschen in den Tagen von Östersund, das herausragende Material, dürfte auch dann wieder stechen. Denn auch am Sonntag sind wieder Temperaturen von bis zu -15 Grad angesagt.
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Quelle: Eurosport
Wechsel in Gelb zu nächsten Deutschen?
Die überragende Arbeit des Technikerteams ist neben der "harten Arbeit im Sommer", die der am Schießstand als Schnellschütze glänzende Strelow hervorhebt, der Schlüssel zu den Spitzenergebnissen. "Unsere Skitechniker sind jeden Tag teilweise von der Früh um sechs an im Einsatz. Das ist die Basis dafür, dass wir hier solche Erfolge feiern", so Nawrath. Dabei sahen Experten im Vorfeld auch die Deutschen gerade dort angesichts des neuen Fluor-Verbots im Nachteil.
Nun aber kann sich die in großen Teilen neuformierte Führungsriege um Männer-Trainer Jens Filbrich, Chefcoach Velepec und Sportdirektor Felix Bitterling schon jetzt über den besten Saisonstart seit Jahren freuen. Die Ausgangslage ist sogar so gut, dass sowohl bei den Männern wie den Frauen am Sonntagnachmittag auch die nächsten Deutschen ins Gelbe Trikot schlüpfen könnten: Vanessa Voigt und Justus Strelow liegen in den Weltcup-Wertungen bei Frauen und Männern in Lauerstellung.
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