Hansi Flick geht weiter in die Offensive.

Obwohl sich der FC Bayern in der Liga aktuell auf Rekordjagd und damit auf dem besten Wege befindet, die aktuelle Saison zu einer historischen werden zu lassen, blickt der 55-Jährige bereits auf die kommende Spielzeit voraus und formuliert ungewohnt deutlich seine Transferwünsche für den kommenden Sommer.

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"Wenn ich eine Position nennen müsste, wäre es die Außenbahn. Sowohl offensiv und defensiv wäre etwas mehr Breite gut. Zusätzlich würde auch Tempo helfen", erklärte der Erfolgstrainer auf der Pressekonferenz vor dem DFB-Pokal-Halbfinale gegen Eintracht Frankfurt (20:45 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de).

FC Bayern: Wenig Alternativen auf den Flügeln

In der Tat ist die Personaldecke des Rekordmeisters auf den Flügeln recht dünn. Im Offensivbereich etwa stehen Flick mit Kingsley Coman, Serge Gnabry und Ivan Perisic lediglich drei Alternativen zur Verfügung. "Wenn man ganz große Ziele hat, ist das vielleicht schon ein bisschen zu wenig", mahnte Flick.

Zumal beim kroatischen Vize-Weltmeister nach wie vor offen ist, ob er über den Sommer hinaus in München bleibt.

Fakt ist, der Kader des FC Bayern benötigt weitere Verstärkungen, damit Flick sein flügelorientiertes und temporeiches Angriffsspiel auch in Zukunft aufziehen kann.

So verwundert es nicht, dass sich die Bayern-Verantwortlichen seit Monaten mit einer Verpflichtung von Leroy Sané (Manchester City) beschäftigen. Der Nationalspieler würde dem Rekordmeister besonders mit seinen Qualitäten im Eins-gegen-Eins weiterhelfen.

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Coman, Gnabry und Co.: Wer müsste für Sané weichen?

Doch wer müsste aus der aktuellen Erfolgself für Sané weichen?

Vieles deutet auf Coman hin, der in der laufenden Spielzeit im Gegensatz zu Gnabry, seinem effektiven Pendant auf der linken Seite (32 Scorer-Punkte), mit zwölf Torbeteiligungen (sechs Treffer, sechs Assists) nicht vollends überzeugen konnte.

Bayern-Star Kingsley Coman

Fotocredit: Getty Images

Ernsthafte Gedanken um seinen Platz in der ersten Elf macht sich der 23-Jährige jedoch auch im Falle eines Sané-Transfers im Sommer nicht. "Als ich zum FC Bayern gekommen bin, hatten wir Franck Ribéry, Arjen Robben, Douglas Costa und mich. Und ich war noch ein junger Spieler, vor mir die Legenden Ribéry und Robben! Daran sehen Sie, dass das kein Problem für mich ist. Es ist besser für die Mannschaft, wenn es viele Spieler auf diesem Niveau gibt", erklärte Coman gegenüber der "Sport Bild" und betonte:

"Wenn Sané käme, wäre das kein Problem! Außer der Klub sagt zu mir, dass sie mich nicht mehr brauchen. Aber ich glaube, dass der Verein weiß, was er an mir hat. Die Situation von Leroy Sané hat nichts mit meiner eigenen Zukunft zu tun."

Ob seine Zukunft allerdings weiterhin in München liegt, ließ der Franzose offen. "Ich habe einen Vertrag bis 2023, das heißt: Wir haben also Zeit. Ich möchte die Saison zu Ende spielen, danach, im Sommer, kann ich über meine Situation nachdenken: Was ich machen will, welche Entscheidung gut ist", so Coman weiter.

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FC Bayern: Dest als Upgrade für Pavard?

Eine Reihe dahinter muss sich wohl auch Landsmann Benjamin Pavard bald auf einen Konkurrenzkampf einstellen. Obwohl sich sowohl der französische Weltmeister als auch Alphonso Davies in der laufenden Spielzeit auf den Außenverteidiger-Positionen zu echten Leistungsträger entwickelten, besteht auch dort quantitativ Handlungsbedarf.

Links hinten würde den Bayern ein Back-up für den formstarken Davies, der seit Ende Oktober ununterbrochen in allen Wettbewerben in der Startelf stand, gut zu Gesicht stehen - unabhängig davon, ob David Alaba, bei Flick in der Innenverteidigung gesetzt, nun bleibt oder nicht. Lucas Hernández will lieber in der Innenverteidigung spielen.

Noch dringender ist der Bedarf auf der rechten Seite, wo Pavard in den vergangenen Monaten, ungeachtet seiner Tempo-Defizite, durchaus seine Qualitäten unter Beweis stellte. Doch der Franzose sieht sich eher als Innenverteidiger, hat seine Stärken auch eher im Spielaufbau denn im Flankenlauf.

So ist es naheliegend, dass sich der FC Bayern auf dem Markt um ein Upgrade auf der Rechtsverteidigerposition umsieht, da diese Außenbahn im Vergleich zur pfeilschnellen linken Seite im Spiel nach vorne etwas hinkt.

Sorgen beim FC Bayern für Schwung und Torgefahr von außen: Benjamin Pavard (rechts) und Alphonso Davies

Fotocredit: Getty Images

Abhilfe könnte hierbei Sergiño Dest von Ajax Amsterdam schaffen, der seine Stärken in der Offensive besitzt und mit seiner Geschwindigkeit perfekt in das Anforderungsprofil der Bayern passen würde.

Aus dem Umfeld des US-Nationalspielers hieß es zuletzt, dass er einen Wechsel an die Isar anstatt zum FC Barcelona, der ebenfalls interessiert sein soll, angeblich bevorzugen würde.

Flick geht es aber vor allem um eins: Mehr Tiefe im Kader. Zu oft war der Coach aufgrund von verletzten Spielern in dieser Saison zu Improvisationen gezwungen.

Nun sind die FCB-Verantwortlichen um Sportdirektor Hasan Salihamidzic gefordert, den Transferwünschen nachzukommen, damit Flick mit seiner Elf auch in der kommenden Saison wieder offensive Akzente auf dem Rasen setzen kann.

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