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Abteilung Attacke bleibt geöffnet: So läuft die letzte Hoeneß-Woche

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Uli Hoeneß, FC Bayern München

Fotocredit: Getty Images

VonFlorian Bogner
11/11/2019 Am 08:38 | Update 11/11/2019 Am 08:38
@flopumuc

Leise abtreten? Das wird Uli Hoeneß mit Sicherheit nicht. Das Wochenende gab schon einen guten Vorgeschmack darauf, wie die letzte Woche für den Präsidenten des FC Bayern München ablaufen wird - nämlich alles andere als ruhig. Vor der großen Uli-Show am Freitag stehen zum Beispiel noch zwei Beförderungen in der sportlichen Leitung auf dem Plan. Und dann soll die Olympiahalle "auseinanderplatzen".

Die große Uli-Show ist zwar erst für Freitag geplant - am Sonntag war der Unterhaltungswert aber schon überaus hoch.

Der Anruf von Uli Hoeneß im "Sport1-Doppelpass" zur Ehrenrettung von Hasan Salihamidzic war jedenfalls eines der großen Gesprächsthemen des Wochenendes, ein Highlight für Fußball-Fans.

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Am Nachmittag legte Hoeneß in der Basketball-Halle des FC Bayern sogar noch nach.

"Der eine oder andere Journalist muss sich jetzt schon gefallen lassen müssen, dass ich die Abteilung Attacke wieder ausfahre", sagte der 67-Jährige angriffslustig, "jetzt, wo ich dann keine offizielle Funktion mehr habe."

Uli Hoeneß kann nicht leise gehen

Keine Frage: Wer dachte, Hoeneß würde leise - oder zumindest: gemütlich - als Präsident des FC Bayern München abtreten, wurde am Wochenende eindeutig eines Besseren belehrt. Schon am Samstag hatte Hoeneß aufhorchen lassen, als er via "ZDF" ein paar seiner Spieler ganz beiläufig zum Königsmörder denunzierte.

"Es hat Strömungen innerhalb der Mannschaft gegeben, die den Trainer weghaben wollte. Deswegen haben wir so reagiert", hatte Hoeneß da zur Verwunderung vieler ausgeplaudert - der Auftakt seiner Abschiedswoche.

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Dass sein letztes Spiel als Bayern-Präsident ausgerechnet gegen Borussia Dortmund (4:0) war, sorgte für Gefühlsstürme. "Beim 1:0 hat er mich fast die Treppe runtergeschubst", erzählte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge, der ab Freitag die Geschicke des Klubs mit Salihamidzic und Ex-Adidas-Boss Herbert Hainer als Hoeneß-Nachfolger leiten wird.

Hoeneß will Salihamidzic befördern

"So einen Auftritt habe ich bei der Mannschaft bestellt und sie hat ihn geliefert", freute sich Hoeneß: "Spaß beiseite: Das war ein wunderschöner Abschluss. Ich muss mich bei ihnen bedanken. Dieses Spiel wird mir ewig in Erinnerung bleiben. Der Terminkalender hätte es nicht besser meinen können."

Der Terminkalender hat es aber weiter in sich. Am Montag steht zunächst eine Aufsichtsratssitzung an. Auch hier wird Hoeneß seinen Vorsitz an Hainer abtreten und fortan mit einem "normalen" Aufsichtsratsposten vorliebnehmen - seine dann letzte Verbindung zum Klub, dem er fast 50 Jahre seines Lebens gewidmet hat.

Als ein Tagesordnungspunkt wird dabei über eine Beförderung des öffentlich kritisch gesehenen Salihamidzic zum Sport-Vorstand entschieden werden - auch deshalb polterte Hoeneß im Fernsehen. Eine Formsache, aber so richtig wollte noch niemand damit raus. "Nach der Aufsichtsratssitzung können wir euch genau sagen, was da entschieden wurde. Wir sind ein ziemlich demokratischer Verein", sagte Hoeneß bei "Sport1".

Keine vorbereitete Abschiedsrede?

Danach geht der Fokus auf die Jahreshauptversammlung, die Bayern diesmal in der größeren Olympiahalle stattfinden lässt, nicht im Audi Dome. "Ab Mittwoch bereite ich mich vor", kündigte Hoeneß am Samstagabend an. Bastelt er an seiner Rede? Das schon. Aber nicht schriftlich fixiert: "Ich schreibe nix. Ich mach das immer frei. Ich werde zwei unruhige Nächte haben und am Freitagmorgen weiß ich dann, was ich sage."

Uli Hoeneß über zukünftige Entscheidungen bei Bayern

Fotocredit: SID

Zu Sagen hat er schließlich auch in seiner letzten Woche noch relativ viel - intern wie extern. Dass Hoeneß auch beim Trainerfindungsprozess weiter mitmischt, davon ist allen Beteuerungen zum trotz ebenso auszugehen.

"Ich habe schon gestern nach dem Spiel gesagt, dass der Vorstand sich jetzt zunächst mal mit Hansi Flick beschäftigen soll, und ich habe gehört, das werden sie tun", sagte er am Sonntag zufrieden. Für Flick steht neben Salihamidzic also die zweite Beförderung an - zumindest bis zur Winterpause, wahrscheinlich sogar bis Saisonende.

Hoeneß redet auch bei Trainerfrage mit - im Hintergrund

Wie es dann weiter geht, müssen andere entscheiden. Oder? "Das wird dann besprochen zwischen Karl-Heinz, zwischen Hasan, möglicherweise und sehr wahrscheinlich auch mit Oliver Kahn, mit Herbert Hainer", sagte Hoeneß. Ohne ihn? Wohl kaum: "Spätestens bis es in den Aufsichtsrat kommt, werde ich auch dabei sein."

Er ist halt doch noch mittendrin. Genießt nochmal die volle Aufmerksamkeit. Er habe schließlich "gehört, dass die Olympiahalle auseinanderplatzen wird". 10.000 treue Bayern-Fans erwartet er für die Uli-Show am Freitag, "es sind jetzt schon 7500 Anmeldungen. Da ist einiges zu erwarten."

In Hochstimmung ist er sowieso. "Es ist klar: Wenn du da mit einem 4:0 einmarschierst, ist es natürlich angenehmer als mit einem 0:2", sagte er nach dem Dortmund-Spiel.

Hoeneß bleibt Klub-Glucke

Und nach Freitag? "Über meine Zukunft werde ich am Samstag nachdenken, wenn ich dann am Tegernsee aufwache", sagte er. Pläne? Keine.

Wobei: da wäre doch was.

"Man wir dann öfter von mir hören, das habe ich den Herren schon angekündigt", sagte er am Sonntagnachmittag zu seinem Anruf im TV. Denn:

Immer wenn ich Unsachliches höre und sehe, werde ich den Verein wie eine Glucke bewachen.

Na dann.

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