FC Bayern vor den Spielen gegen Paderborn und Chelsea zwischen Pep und Kovac

Beim FC Bayern geisterte in den letzten Tagen aufgrund der offensiv teilweise berauschenden Auftritte immer wieder der Name Pep Guardiola durch die Allianz-Arena. Speziell die Abwehrleistung in den zweiten 45 Minuten erinnerte in den vergangenen Partien jedoch eher an die Amtszeit von Hansi Flicks Vorgänger Niko Kovac. Ein gefährlicher Drahtseilakt des FC Bayern vor den Wochen der Wahrheit.

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"Wieso sollte mich das nerven", fragte Bayern-Trainer Hansi Flick überrascht in die Medienrunde, als er auf den zuletzt regelmäßig herangezogenen Vergleich mit Startrainer Pep Guardiola angesprochen wurde.
"Guardiola ist für mich der beste Trainer. Die Art und Weise, wie er spielen lässt, ist für viele eine Inspiration - auch für mich. Aber jeder muss seinen eigenen Weg und seine Philosophie finden", erklärte der 54-Jährige im Vorfeld der Bundesligapartie gegen den SC Paderborn (Freitag 20:30 im Liveticker bei Eurosport.de).

Neuer lobt: "Haben Pep-Fußball gespielt"

In der Tat ist der Vergleich zum spanischen Ausnahmetrainer, der von 2013 bis 2016 das Zepter beim deutschen Rekordmeister in den Händen hielt, in diesen Tagen gar nicht so weit hergeholt. Im vergangenen Gastspiel beim 1. FC Köln (4:1) überrollte der FC Bayern mit seiner Angriffswelle die überforderten Hausherren förmlich - speziell in der Anfangsviertelstunde.
Das Resultat konnte sich sehen lassen: Drei Tore in den ersten zwölf Minuten - nie gelang einer Mannschaft im deutschen Oberhaus schneller eine 3:0-Führung.
"Wir haben in der ersten Halbzeit Pep-Fußball gespielt", lobte Kapitän Manuel Neuer den überzeugenden Auftritt seiner Vorderleute. Ein Torschussverhältnis von 18:1 und 65 Prozent Ballbesitz in 45 mehr als einseitigen Minuten stützen diese Aussagen.
"Unter Pep haben wir nur die Chancen nicht so genutzt", analysierte der Nationalkeeper nach dem Auswärtserfolg und fügte an:

Wiederholter Leistungsabfall nach der Halbzeit

Während die Ballbesitzphasen im Vergleich zur Ära Guardiola leicht abgenommen haben (von 71 Prozent auf 68 Prozent), konnte sich die Mannschaft unter Flick ein Übergewicht in Sachen kreierte Großchancen (20 gegenüber 18) und folglich auch an erzielten Treffern (3,1 pro Spiel statt 2,5) erspielen.
Sorgenkind bleibt jedoch weiter der nicht immer sattelfeste Defensivverbund, besonders nach der Pause. Sowohl gegen die TSG Hoffenheim im Pokal (4:3), als auch gegen Mainz 05 (3:1), RB Leipzig (0:0) und eben zuletzt in Köln folgte einer herausragenden ersten Halbzeit ein vergleichsweise schwacher zweiter Durchgang, in dem der amtierende deutsche Meister immer wieder große Lücken in der Rückwärtsbewegung offenbarte.
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Manuel Neuer und Thomas Müller stehen beim FC Bayern vor dem Comeback

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So war es in der Domstadt immer wieder Neuer, der den Tabellenführer mit seinen Paraden vor weiteren Gegentreffern bewahrte. Unverdient wäre ein zweiter Torerfolg für den FC keinesfalls gewesen, schließlich feuerte der Aufsteiger nach der Pause doppelt so viele Torschüsse (12) wie die Gäste aus der bayerischen Landeshauptstadt ab.

Flick moniert: "Hätte gerne mehr Cleverness"

Besonders bei schnellen Gegenstößen, wenn es dem Gegner gelang, die Bälle lang hinter die Kette zu spielen, sah die bajuwarische Hintermannschaft in den vergangenen Partien wenig glücklich aus. Dabei sind Gegentore nach Kontern kein neues Phänomen beim FC Bayern. Bereits Ex-Trainer Niko Kovac musste sich mit ähnlichen Problemen herumschlagen und scheiterte am Ende unter anderem an dieser Baustelle.
Also doch mehr Kovac-Fußball als Peps Tiki Taka?
"Manchmal hätte ich gerne mehr Cleverness. Ich erwarte auch mal von meiner Mannschaft, dass sie einfach in der Lage ist, Ballbesitz zu spielen", analysierte Flick die gegenwärtige Problematik im Spiel seiner Mannschaft und betonte:

Paderborn Sparingspartner für Chelsea

Gerade im Hinblick auf die anstehende heiße Saisonphase, beginnend mit dem Achtelfinal-Kracher in der Champions League gegen den FC Chelsea, muss der FC Bayern zusehen, zwei qualitativ gleichwertige Halbzeiten abzuspulen.
Den Sparringspartner für das Duell in der Königklasse soll am kommenden Freitag der SC Paderborn geben. Selbstredend handelt es sich beim Kräftemessen mit dem Tabellenschlusslicht um eine Pflichtaufgabe, trotzdem täte der FC Bayern gut daran, die Chelsea-Generalprobe nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.
Die Stärken der Ostwestfalen liegen bekanntlich im Konterspiel mit ihren schnellen Umschaltspielern Gerrit Holtmann, Kai Proger und Streli Mamaba, die unter anderem Borussia Dortmund beim bizarren 3:3-Unentschieden vor wenigen Monaten im Signal Iduna Park enorme Probleme bereiteten.
Auch der FC Bayern hatte beim 3:2-Hinspielerfolg in der Fremde defensiv seine liebe Mühe mit dem frech aufspielenden Aufsteiger - Flick sollte also vorgewarnt sein.
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