Hansi Flick musste in seinem 50. Bundesligaspiel als Trainer auf Joshua Kimmich (Erkältung) verzichten. David Alaba rückte dafür ins Mittelfeld. Zudem kamen im Vergleich zum 2:1 im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Lazio Rom Manuel, Neuer, Niklas Süle und Alphonso Davies rein. Lucas Hernández und Alexander Nübel nahmen wieder auf der Bank Platz.
Der VfB ging das schwerste Auswärtsspiel der Saison mit einem Debütanten an. Weil Orel Mangala (Muskelfaserriss) ausfiel, warf Pellegrino Matarazzo den 18-jährigen Naouirou Ahamada ins kalte Wasser. In der Offensive bekam zudem Tanguy Coulibaly den Vorzug, Philipp Förster musste auf die Bank.
Der Aufsteiger begann im Südschlager durchaus vielversprechend und bestimmte das Spielgeschehen. Vor allem Silas Wamangituka setzte sich auf rechts immer wieder gut gegen Alphonso Davies durch. Bayern tat sich dagegen schwer und musste nach 12 Minuten den ersten Rückschlag verkraften: Davies stieg Wataru Endo hart aufs Sprunggelenk und kam zunächst mit Gelb davon. Dann meldete sich VAR Florian Badstübner bei Schiedsrichter Daniel Schlager, der dem Kanadier nach Ansicht der Bilder glatt Rot zeigte.
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Stuttgart schien obenauf und hatte durch Sasa Kalajdzic die erste gute Chance (14.). Von Bayern war nichts zu sehen, doch dann schlug der Tabellenprimus in Unterzahl eiskalt zu: Robert Lewandowski (18.), Serge Gnabry (22.) und erneut der Weltfußballer des Jahres (23.) schossen innerhalb von fünf Minuten eine beruhigende 3:0-Führung heraus.
Mit diesem Vorsprung zog sich der Rekordmeister immer weiter in die eigene Hälfte zurück und ließ den VfB kommen, der nun aufpassen musste, nicht unter die Räder zu geraten. Der FC Bayern zeigte sich jedoch spielfreudig und war in der Offensive von Stuttgart kaum zu stoppen. Lewandowski setzte mit seinem 35. Saisontreffer zum 4:0 sogar noch einen drauf (39.).
Nach 45 Minuten war das Wesentliche des Südschlagers erzählt. Im zweiten Durchgang schalteten die Bayern in den Verwaltungsmodus und legten den Schongang ein. Der VfB zeigte Moral und gab nicht auf, wollte noch den Ehrentreffer erzielen. Doch die Bayern ließen keinen Zweifel am sechsten Zu-Null-Sieg in dieser Saison und agierten in der Defensive äußerst konzentriert.
Auf der anderen Seite hätten Lewandowski (63.) und der gut aufgelegte Leroy Sané (72.) den Sieg sogar noch ausbauen können. Dem FC Bayern genügten rund 20 Minuten Zauberfußball für einen 4:0-Sieg und um den VfB "wie einen Aufsteiger aussehen zu lassen", wie VfB-Sportdirektor Sven Mislintat nach dem Spiel zugab.
Mit Rotsünder Davies und Jérôme Boateng (Gelbsperre) fehlen dem Meister jedoch nun zwei wichtige Akteure im Topspiel bei RB Leipzig, wo es für den FC Bayern nach der Länderspielpause am 3. April hingeht. Der VfB Stuttgart empfängt am Ostersonntag den SV Werder Bremen.

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Sven Mislintat (Sportdirektor VfB Stuttgart): "Bayern hat Thomas Müller und Robert Lewandowski, die mit einer brutalen und präzisen Qualität heute gespielt haben. Thomas hat das Defizit in Unterzahl fast alleine aufgehoben. Wir haben heute Lehrgeld bezahlt. Nach dem Platzverweis wusste ich, dass es nicht einfacher wird. Sie haben uns heute wie einen Aufsteiger aussehen lassen. Im zweiten Durchgang wollten wir es deutlich besser machen. Das finde ich bewundernswert an unserer Mannschaft, dass sie nie aufsteckt. Wir können viel aus diesem Spiel ziehen und werden das auch tun."
Robert Lewandowski (FC Bayern): "271 Tore in der Bundesliga machen mich sehr stolz. Nach der Roten Karte sind wir aufgewacht. Mit zehn Spielern war es eine große Herausforderung für uns. Nach dem ersten Tor hatten wir mehr Freiräume, die wir gut nutzen konnten. Über die 40 Tore mache ich mir noch keine Gedanken. Ich denke von Spiel zu Spiel und will nicht zu viel darüber nachdenken. Es kommen noch viele Spiele."
Gregor Kobel (VfB Stuttgart): "Mit einem Mann mehr wollten wir höher anlaufen, doch die Abläufe haben überhaupt nicht mehr gepasst. Bayern hat dann zu viel Qualität, um sich durchzusetzen. Und dann ging es relativ schnell."
Gonzalo Castro (VfB Stuttgart): "Wir waren wohl nicht vorbereitet auf die Situation in Überzahl. Nichtsdestotrotz haben wir bis dahin gut gespielt. Umso bitterer, dass wir nun mit einem 0:4 nach Hause fahren müssen."

Das fiel auf: Die Bayern lieben die Herausforderung

Der Rekordmeister geriet gegen den VfB ausnahmsweise mal nicht in Rückstand. Doch nach elf Minuten waren nur noch zehn Mann in Rot auf dem Feld. Der FC Bayern scheint die großen Herausforderungen in dieser Saison zu lieben. Nach dem Platzverweis gegen Davies legten die Münchner los und zauberten sich zwischen der 17. und 39. Minute zu vier Treffern. 13 Mal gerieten die Bayern in dieser Spielzeit in Rückstand, holten danach noch 22 Punkte. Auch das ist absoluter Spitzenwert in der Bundesliga und zeigt, dass der Rekordmeister nie aufgibt.

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Mit seinen drei Treffern (links, rechts, Kopf) stockte Robert Lewandowski sein Konto auf 35 Tore in dieser Saison auf. Bei noch acht verbleibenden Ligaspielen ist die 40-Tore-Marke von Gerd Müller längst keine Utopie mehr. Mit nun 271 Bundesligatreffern hat sich der Pole den zweiten Platz in der ewigen Torschützenliste ergattert. Auch hier sind die 365 Treffer vom Bomber der Nation nicht unmöglich.

Die Statistik: 78 in 26

78 Tore in 26 Ligaspielen sind auch für den FC Bayern ein neuer Rekord. So jagt nicht nur Lewandowski die 40-Tore-Marke von Gerd Müller. Außerdem nehmen die Münchener den Allzeitrekord von 101 Treffern in einer Saison ins Visier. Schon vergangene Saison kam der Champions-League-Sieger auf 100 Treffer. Auch diese magische Zahl ist definitiv möglich.
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