FC Bayern - PSG | Bayern warnt sich vor Finale selbst

Bei Bayern München war der Halbfinal-Sieg gegen Olympique Lyon schnell abgehakt. Der Fokus richtete sich umgehend auf das Endspiel am Sonntag gegen Paris St. Germain - und damit auf Neymar und Kylian Mbappé. Gegen diese beiden Superstars dürfen der Mannschaft von Hansi Flick nämlich nicht so viele Defensivschwächen unterlaufen wie gegen Lyon. Sonst wird es ganz gefährlich.

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Ausgelassener Jubel? Eine Kabinenparty? Eine große Feier nach der Rückkehr ins Hotel? Von wegen! Nach dem eher unspektakulären Einzug ins Endspiel der Champions League spukte dem FC Bayern München bereits der Finalgegner Paris St. Germain mit den Schreckgespenstern Neymar und Kylian Mbappé im Kopf herum.
"Wir haben es mit zwei absoluten Superstars und Weltklasse-Spielern zu tun", warnte Vorstand Oliver Kahn, "wenn wir da den Ball verlieren, geht die Post ab". Die individuelle Qualität der beiden Angreifer sei "enorm, wenn die eine Chance haben, dann knallt es meistens".
Eine große Party soll es deshalb erst nach einer Krönung der "Missao Tripla" am Sonntagabend (21:00 Uhr im Liveticker auf Eurosport.de) geben - nach dem Traumfinale gegen das blendend aufgelegte Starensemble des deutschen Trainers Thomas Tuchel.

Kimmich: "Der Fokus liegt auf dem Finale"

"Es war weniger eine Feier in der Kabine, sondern mehr schon so, dass der Fokus auf dem Finale liegt", sagte Joshua Kimmich nach dem etwas wackeligen 3:0 (2:0) gegen Favoritenschreck Olympique Lyon. Das Halbfinale ist abgehakt, das Ziel ist klar und wird noch deutlicher als zuvor auch offen angesprochen: das zweite Triple der Vereinsgeschichte nach 2013.
"Wir wollen das Triple unbedingt gewinnen. Das ist der entscheidende Faktor und wir werden am Sonntag alles geben, um den Titel zu holen", sagte der herausragende Serge Gnabry, der gegen Lyon mit zwei Treffern (18./33.) der Wegbereiter zum Finaleinzug war.

Lewandowski und Gnabry schreiben Champions-League-Geschichte

Gemeinsam mit Robert Lewandowski (88.) bildet der 25 Jahre alte Nationalspieler nun das torgefährlichste Duo einer Saison in der Geschichte der Königsklasse: Gnabry traf bislang neunmal bei neun Einsätzen, Lewandowski steht bei 15 Treffern und kann sogar noch die Saisonbestmarke von Cristiano Ronaldo (17) erreichen.
Auf Trainer Hansi Flick wartet bis Sonntag allerdings noch eine Menge Arbeit. Das Ergebnis gegen Lyon täuscht darüber hinweg, dass die Münchner vor allem in der Defensive arg wackelten. "Die erste Phase des Spiels haben wir mit Glück überstanden", sagte Flick - unter anderem traf Karl Toko Ekambi 59 Sekunden vor Gnabrys Führungstreffer den Pfosten.
Auch Manuel Neuer war gut beschäftigt, unter anderem verhinderte er in der zweiten Halbzeit erneut gegen Ekambi den Anschlusstreffer (58.). Flick sah viele "leichtfertige Ballverluste", auch "die Räume hinter der Abwehr" habe seine Mannschaft "nicht so gut verteidigt".

Flick will Defensive fürs Finale gegen PSG umorganisieren

Dass sie sich derlei Aussetzer gegen die schnellen und wendigen Neymar, Mbappé oder Ángel Di María auf keinen Fall ungestraft leisten dürfen, ist den Münchnern bewusst. "Wir wissen, dass Paris sehr schnelle Spieler hat", sagte Flick, seine Defensive will er nun "etwas anders organisieren".
Gut möglich, dass Kimmich für Thiago auf die Sechs rückt und der genesene Benjamin Pavard als Rechtsverteidiger zurückkehrt. Gegen Neymar, Mbappé und Di María gehe es "nicht darum, in Manndeckungs-Phantasien zu verfallen", sagte Kahn: "Man muss die Zuspiele unterbinden."

Bayern mit 42 Treffern in zehn Champions-League-Spielen

Allerdings wollen die Bayern auch nicht in Ehrfurcht vor der Offensivkraft von PSG erstarren und im elften Finale des Klubs im Landesmeister-Wettbewerb selbst aktiv werden. Und immerhin hat die "deutsche Dampfwalze", so die spanische Sportzeitung "Marca", in den zehn Champions-League-Spielen schon 42 Treffer erzielt.
"Unsere große Stärke ist es, den Gegner unter Druck zu setzen. Das wird uns auch gegen Paris gelingen", betonte Flick selbstbewusst und ergänzte: Jetzt gehe es zunächst einmal darum, Energie zu sammeln, um dann ein letztes Mal "alle Körner" rauszuhauen.
Das Feiern überlassen die Bayern einstweilen den anderen. Während Neymar, Mbappé und Co. ihr sehr überzeugendes 3:0 im Halbfinale gegen RB Leipzig ausgelassen zelebrierten und vor jubelnden Fans in der Nacht noch ins Teamhotel tanzten, ging es bei den Münchnern sehr gesittet zu. Nichts soll vom großen Traum ablenken. "Das zeichnet uns derzeit aus", sagte Kimmich und kündigte an: Am Donnerstag werde regeneriert - "und dann geht es ab".
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(SID)
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