Müller fügte nur vier Wörter auf Englisch zu diesem Dokument der Fußball-Geschichte hinzu: "Unbelievable - what a game", unglaublich - was für ein Spiel! In der Tat.

Dass Müller an diesem unglaublichen 8:2 (4:1) des FC Bayern gegen den FC Barcelona großen Anteil hatte, vielleicht einen noch etwas größeren als seine großartigen Mitspieler, drückte sich in der Trophäe aus, die er nächtens in das Penha Longa Resort 25 Kilometer westlich des Stadions trug. "Thomas ist 'Man of the Match', und das hat er sich auch verdient", sagte Trainer Hansi Flick zur Auszeichnung für seinen Tausendsassa.

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Beeindruckt: Hansi Flick

Fotocredit: SID

Flick hat Müller seit seiner Amtsübernahme am 3. November wieder zum Leben erweckt, nachdem ihm Vorgänger Niko Kovac den Status eines Notnagels verliehen hatte. Müller, sagte Flick in dieser Woche, sei "einzigartig, nicht zu kopieren", und weil er nur ungern einzelne Spieler heraushebt, beließ er es auch diesmal bei wenigen lobenden Worten. "Er war für uns immer wieder Signalgeber für unser Pressing. Das macht er einfach hervorragend", sagte er. Das musste genügen.

Das ist auch schon mehr, als Müller hören mag. Er sieht sich als Dienstleister der Mannschaft, in dieser Funktion war er am Freitagabend allerdings auch so wertvoll wie selten zuvor. Er erzielte das frühe 1:0 (4.), dann das 4:1 (31.), und am Ende legte er dem eingewechselten Philippe Coutinho dessen ersten von zwei Treffern (85./89.) auf. Ach ja, darüber hinaus gab er die so wichtigen Signale an seine Mitspieler.

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Müller gibt den Ton vor

"Wenn er etwas sagt, hören alle Spieler zu", sagte Lothar Matthäus nach dem Spiel im Sky-Studio über Müller und betonte: "Er ist nicht wegzudenken und ein absoluter Führungsspieler. Er vereint alles. Er ist ein Bayer, er ist ein Spaßvogel, kann aber auch ernst sein, wenn es mal nicht so läuft. Er ist dort, weil man ihn braucht – nicht nur auf dem Platz, sondern auch außerhalb."

Und Müller lobt lieber andere als sich selbst. Derzeit ist es ihm ein besonderes Bedürfnis, die immense Bedeutung von Robert Lewandowski zu betonen, eine Bedeutung, die er längst nicht an den Toren des Polen festmacht - sondern an dessen gewachsener Uneigennützigkeit. "Wie Lewy beim ersten Tor nicht einfach wild versucht, sich zu drehen und zu schießen, sondern mir den Ball wieder auflegt - da geht mir das Herz auf", sagte er.

So war es auch nicht weiter verwunderlich, dass Müller nicht über seinen deutschen Rekord reden wollte: 113 Einsätze hat er nun vorzuweisen in der Champions League, und damit eines mehr als Philipp Lahm. Aber hey, sagte der 30-Jährige bei Sky, mit dieser Zahl solle ihm bloß keiner kommen, das sei schließlich nur Statistik: "Das hat sowas von gar nichts mit Fußball zu tun. Lasst uns lieber über Fußball reden."

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(SID)

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